Die Internationale Gartenbau-Ausstellung in Dresden

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Titel: Die Internationale Gartenbau-Ausstellung in Dresden
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 389, 407
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[389]
Die Gartenlaube (1896) b 0389.jpg

Die Eröffnung der Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Dresden am 2. Mai 1896.
Nach einer Originalzeichnung von B. v. Francken.

[407] Die Internationale Gartenbau-Ausstellung in Dresden. (Zu dem Bilde S. 389.) Der 2. Mai gestaltete sich zu einem Festtage für Dresden; an ihm wurde der lange erstrebte und nunmehr vollendete städtische Ausstellungspalast seiner Bestimmung übergeben und er prangte sogleich in einem frischen, köstlichen Festschmuck; denn in seinen Räumen wurde in Gegenwart des Königs Albert eine internationale Gartenbau-Ausstellung eröffnet. Dresden, in dessen Umgebung nicht weniger als 800 Gärtnereibetriebe sich befinden, ist eins der größten Centren des Gartenbaues auf der Welt und eignet sich darum vorzüglich für derartige Veranstaltungen. Schon im Jahre 1887 hatte dort die erste internationale Gartenbauausstellung stattgefunden, über welche die „Gartenlaube“ gleichfalls berichtet hat. (Vgl. Jahrg. 1887, S. 373.) Die diesjährige fiel noch glänzender aus als ihre Vorgängerin, 393 Aussteller haben diesmal rund 20 000 Quadratmeter Ausstellungsraum in Benutzung genommen. Auch landschaftlich machte sie durch ihre Anlagen im Freien, durch ihre Pavillons und Kioske einen äußerst günstigen Eindruck, da dank dem Entgegenkommen der Behörden ein Teil des berühmten „Großen Gartens“ in ihren Bezirk einbezogen werden durfte. Unsere Abbildung vergegenwärtigt das festliche Bild der Eröffnungsfeier in dem Augenblicke des Rundgangs des sächsischen Königspaares in der großen Haupthalle. Der gewaltige Bau mit seiner aufstrebenden reinen Architektur, mit seinen breiten Galerien und seiner ruhigen symmetrischen Anordnung machte einen überaus günstigen, ja feierlichen Eindruck. Fast die ganze Breite des Innenraumes füllte ein geradliniges, fünfreihiges Azaleenbeet in den verschiedensten und entzückendsten Farben, das von kleineren Azaleen- und Rosengruppen umgeben war. Am nördlichen Ende der Halle befand sich eine leicht geschwungene weiße Balustrade, hinter der sich ein sanft ansteigender prächtiger Palmenhain erhob. Auf einer Treppe gelangte man zu einer aus leichten Birkenstämmen gezimmerten Brücke, die über eine künstliche durch Wasserspiel belebte Schlucht führte. Schon dieses Bild zeugt beredt von dem guten kunstgerechten Geschmack, mit welchem die Ausstellung eingerichtet wurde. Ein weiteres Glanzstück derselben bildete ein prächtiges Diorama, welches Sibyllenort, das in Schlesien gelegene Schloß König Alberts, darstellte. Der Andrang der Besucher war ein äußerst lebhafter; es gab Tage, an welchen 40 000 bis 50 000 Schaulustige sich einstellten, um zu sehen, welche Wunder unser Gartenbau zu schaffen vermag.

Rühmend möchten wir noch eins an dieser Ausstellung hervorheben. Sie diente nicht nur der höheren Gärtnerkunst, sondern war auch bestrebt, die volkstümliche Blumenpflege zu heben. Schon lange vorher hatte man einer großen Anzahl von Schulkindern Pflanzen aller Art zur Pflege übergeben und in Aussicht gestellt, daß die Pfleglinge in der Ausstellung gezeigt werden sollten. In einem besonderen Gewächshause sah man nun die schönsten Blumen, die von Kinderhand gezogen wurden, und bei jedem Topfe lag eine kurze Mitteilung, in welcher der kleine Gärtner die Art, in welcher er die Blumen gepflegt, beschrieb. Sehr gelungen war auch der Normalschulgarten, in welchem auf einem Flächenraum von 1000 qm anschaulich gezeigt wurde, wie man bei Schulen Gärten anlegen soll, damit die Schüler die einheimischen Pflanzen, die nutzbringenden Gemüse- und Obstarten in ihrer Entwicklung kennenlernen. – Es ist schade, daß die Blumen so rasch verwelken und die Gartenbau-Ausstellungen darum nur eine verhältnismäßig kurze Zeit dauern können. So wurde auch die Dresdner bereits am 14. Mai geschlossen. Sicher aber hat sie reichhaltigen Nutzen gestiftet, nicht nur gezeigt, wie hoch der sächsische Gartenbau steht, sondern auch neue Anregungen zum weiteren Fortschritt gegeben. *