Die Kaiserjacht „Meteor“ im Kieler Hafen

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Titel: Die Kaiserjacht „Meteor“ im Kieler Hafen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 31, S. 532
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[517]
Die Gartenlaube (1896) b 0517.jpg

Die kaiserliche Jacht „Meteor“ im Kieler Hafen.
Nach einem Aquarell von Willy Stöwer.

[532] Die Kaiserjacht „Meteor“ im Kieler Hafen. (Zu dem Bilde S. 517.) Schon am frühen Morgen des 19. Juni war es im Kieler Hafen lebendig. Sollte doch an jenem Tage die neue stolze Jacht Kaiser Wilhelms II., die sich bereits beim Wettsegeln im Auslande als der schnellste Kutter der Welt bewährt hatte, zum erstenmal auf heimischen Wellen ihre Riesensegel entfalten.

Es ist bekannt, wie sehr Kaiser Wilhelm II. bestrebt ist, im deutschen Volke das Interesse für die Marine zu wecken und auch alle Leibesübungen zu Wasser, das Schwimmen, Rudern, Segeln zu fördern. Der Kaiser selbst bethätigt sich praktisch auf diesem Gebiete; namentlich im Segeln gilt er als ausgezeichneter Fachmann, und es ist ihm in der That gelungen, in letzter Zeit selbst die im Wassersport so bewanderten Engländer zu schlagen. Zu diesem Erfolge verhalf gerade die neue Jacht „Meteor“. Sie wurde zwar in England gebaut; ihre Konstruktion wurde aber in wesentlichen Teilen nach den Angaben Kaiser Wilhelms ausgeführt. Am 13. Mai d. J. hatte man den „Meteor“ vom Stapel gelassen und schon Anfang Juni trat er zuerst bei der Gravesend-Regatta des „Royal London Yacht-Club“ zum erstenmal in die Schranken. Unter feinen Rivalen befand sich auch die Jacht „Britannia“ des Prinzen von Wales, die bis dahin als der schnellste Kutter der Welt galt. Es gelang dem „Meteor“ mit Leichtigkeit, seine Partner zu schlagen, und er errang auch am folgenden Tage bei einer Wettfahrt von der Mündung der Themse nach Dover einen neuen Sieg.

Auf dieser in Sportkreisen so rasch berühmt gewordenen Jacht sollte nun der Deutsche Kaiser am 19. Juni in Kiel die erste Regatta in Deutschland mitsegeln. Der Jubel, mit dem der „Meteor“ bei seinem Erscheinen in der blauen Föhrde begrüßt wurde, ist darum leicht erklärlich. In der That machte er einen ausgezeichneten Eindruck. – Die gesamte Fläche seiner riesigen Segel beträgt etwa 12270 Quadratfuß, die Länge in der Wasserlinie 27 m und über Deck 39 m, die Breite am Deck 7,5 m. Der Mast ist etwa 30 m lang. Die Besatzung besteht aus 40 Mann.

Der „Meteor“ hat bei seinem Erscheinen auf der Kieler Regatta bereits fünf in England gewonnene Siegesflaggen geführt, die Zahl derselben ist inzwischen durch neue Erfolge vermehrt worden. Der Ruf des „Meteors“ als schnellste Segeljacht erscheint somit immer begründeter.