Die Kirche zu Schmiedefeld

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Friedrich Bernhard Störzner
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Kirche zu Schmiedefeld
Untertitel:
aus: Was die Heimat erzählt. Sagen, geschichtliche Bilder und denkwürdige Begebenheiten aus Sachsen, S. 159-160
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Arwed Strauch
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Digitalisat der SLUB Dresden und bei Wikimedia Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[159]
68. Die Kirche zu Schmiedefeld.

Zu den schönsten Gotteshäusern in der Umgegend von Stolpen gehört die Kirche zu Schmiedefeld. Gleichzeitig erinnert sie die Bewohner des Dorfes an schlimme Tage, deren Wiederkehr wir nicht wünschen wollen. Die Kirche zu Schmiedefeld ist die jüngste im weitesten Umkreise. Sie ist erbaut auf den Trümmern des alten Gotteshauses, das am 12. Mai 1813 ein Raub der Flammen geworden war. Beim Wegräumen der Kirchentrümmer fand man mehrere Kanonenkugeln. Drei derselben hat man zur Erinnerung an der südöstlichen Außenseite der Umfassungsmauer eingemauert. Darunter befindet sich folgende Inschrift:

12. Mai 1813.
Schreckenstag von Schmiedefeld.
Am 21. Juli 1871 kehrten alle Söhne dieser Gemeinde,
welche am ruhmreichen Feldzuge 1870/71 teilgenommen,
unversehrt wieder heim. Der Herr hat Großes an uns
gethan!

Die alte Kirche war, wie Pfarrer Jacob berichtet, mit Schindeln gedeckt, niedrig, eng und düster; sie stammte aus alter, katholischer Zeit und hatte zwei Glocken. Heckel, der Verfasser der Chronik von Bischofswerda, schreibt über diese Glocken: „Die große soll eine von denen sein, welche zur Zeit Johann Georg II. zum Glockenspiel hat kommen sollen.“ –

Vier Jahre hindurch blieb die eingeäscherte Kirche von Schmiedefeld in Trümmern liegen. Die Bewohner besuchten bis zum Jahre 1815 die Filialkirche zu Harthau.[WS 1] Von 1815 an wurde aber der Gottesdienst in dem Saale des wiederaufgebauten Lehngerichts abgehalten. Im Jahre 1817 begann man endlich mit dem Neubau eines Gotteshauses. Nach äußerer Form und innerer

[160] Einrichtung sollte die neue Kirche der zu Großröhrsdorf ähnlich werden, allein ein sehr betrübender Umstand hinderte die vollständige „Hinausführung“ des Turmes. Das Haus war fertig, und am Turme fehlten nur noch einige Ellen Mauer, um den hölzernen Oberteil darauf setzen zu können. Da zeigten sich plötzlich in den Mauern so bedenkliche Risse, daß man an die Ecken des Turmes sofort starke und hohe Strebepfeiler setzen und eiserne Anker legen mußte, um den Einsturz desselben zu verhindern.
Was die Heimat erzählt (Störzner) 160a.jpg

Kirche zu Schmiedefeld.

Zugleich sprangen auch die Schwellen und Bogen der Kirchtüren, sowie zum Teil auch die Sohlbänke der Fenster. Die damals angewandten Vorsichtsmaßregeln haben sich bis heute bewährt. Nach einem Jahre war der Bau vollendet. Er kostete mit Einschluß der Glocken 4715 Taler, ohne diese 3600 Taler. Am 12. Oktober 1818 erfolgte endlich die feierliche Einweihung des neuerbauten Gotteshauses. Die Weihpredigt hielt der damalige Superintendent zu Bischofswerda, Herr M. Carl Friedrich Kunze. „Unter den Weihgeschenken befand sich auch ein Exemplar der heiligen Schrift, in schwarzen Corduan (Luxusleder aus Ziegen- oder Bocksfell) gebunden, mit goldenem Schnitte und in Quartform, gewidmet von dem damaligen Amtshauptmanne Burggrafen zu Dohna auf Herrnsdorf.“ –

Die Orgel wurde erst im Jahre 1821 fertiggestellt. Ihr Erbauer war Chr. Gottfried Herberig aus Hinter-Ottendorf bei Sebnitz, später wohnhaft in Langenwolmsdorf bei Stolpen. Die Orgel kostete 600 Taler.

In Gefahr kam die neuerbaute Kirche am 16. Juli 1839, an welchem Tage ein Blitzstrahl in den Turm und in die Kirche fuhr. Zum Glück war es ein sogenannter kalter Schlag, der nur geringen Schaden angerichtet hatte.

Im Jahre 1889 wurde die Kirche zu Schmiedefeld im Innern geschmackvoll restauriert. Auch die Orgel wurde einer größeren Reparatur unterzogen und zwar vom Orgelbaumeister Herrn Eule in Bautzen. Im Jahre 1890 wurden am Altarplatze zwei bunte, in der Glasmalerei von Bruno Urban in Dresden vortrefflich ausgeführte Fenster eingesetzt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. heute Großharthau