Die Lügen der „Frankfurter Zeitung“

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Autor: Paul Bekker
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Titel: Die Lügen der „Frankfurter Zeitung“
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aus: Pariser Tageblatt, Jg. 4. 1936, Nr. 904 (03.06.1936), S. 2
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Erscheinungsdatum: 1936
Verlag: Pariser Tageblatt
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Erscheinungsort: Paris
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Die Lügen der „Frankfurter Zeitung“


Paul Bekker (New York) übersendet uns mit der Bitte um Veröffentlichung die folgende Abschrift eines Briefes, den er an die „Frankfurter Zeitung“ gerichtet hat:


New York, 3. Mai 1936.
43 West, 75. Str.

An die Redaktion der „Frankfurter Zeitung“
Frankfurt a. M.

In der Ausgabe vom Donnerstag, 9. April, Stadtblatt der „Frankfurter Zeitung“, S. 4, veröffentlichten Sie einen Artikel, überschrieben: Der Beamtenbank-Prozess. Der Artikel ist mir erst gestern, 2. Mai, bekannt wurde, enthält folgende Aussagen über meine angeblichen Beziehungen zur Beamtenbank:

„In einem weiteren Falle war einem Kreditsuchenden (dem früheren Intendanten des Wiesbadener Theaters Bekker) ein persönlicher Kredit in Höhe von 40 000 Mark eingeräumt worden. Einschliesslich der eingegangenen Wechselverbindlickeiten schuldete der Kreditnehmer der Bank etwa 120 000 Mark. Auch in diesem Falle nahm die Bank ihre eigenen Kredite in Anspruch, um den Kredit geben zu können. Als Sicherheit dienten lediglich Silberwaren, deren Wert man auf 35 000 Reichsmark schätzte. Als die Bank schliesslich diese Silberwaren verkaufen musste, erzielte sie infolge des inzwischen gesunkenen Silberpreises nur noch 3300 Reichsmark.

Ein zu diesem Fall gehörter Zeuge bezeichnete die von dem Kreditnehmer gegebenen Wechsel als Gefälligkeitsakzepte der Bank an dritte Personen, die man ausserdem dazu benutzt habe, das allzu hohe Konto des Kreditnehmers herunterzudrücken. Er, der Zeuge, könne sich nicht von dem Gedanken freimachen, dass diese Wechselgeschäfte einer Wechselreiterei nahegekommen sei.“

Ich stelle hierzu fest:

1. Das Vorhandensein der Beamtenbank ist mir erst durch Ihren gestern gelesenen Artikel bekannt geworden.

2. Ich habe also niemals geschäftliche Beziehungen irgendwelcher Art zu dieser Bank gehabt.

3. Ich habe überhaupt niemals bei irgendeiner Bank einen Kredit nachgesucht. Ich bin niemals Wechselverbindungen eingegangen. Ich habe niemals Silber verpfändet.

Ihr Bericht ist, soweit er auf meine Person Bezug nimmt, eine groteske und schamlos Lüge.

Es bleibt Ihrer Wahrheitsliebe überlassen, Ihren Lesern von dieser Fälschung Mitteilung zu machen.

Durchschlag dieser Feststellung wird der deutschen Auslandspresse übermittelt.

Mit Hochachtung

Paul Bekker