Die Leiten

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Autor: Bernhard Baader
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Titel: Die Leiten
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aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 647–648
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[647]
Die Leiten.

Bei einer Beschießung Wertheims wollten die Franzosen, welche die Stadt inne hatten, sich das Mainthal hinauf zurückziehen, allein hinter Eichel fanden sie alle Berge am Wege bis Urphar von ihren Feinden besetzt. Diese überschritten die Franzosen mit Kugeln und Felsstücken und brachten ihnen eine solche Niederlage bei, daß der Main durch die Menge der Leichname gestaut wurde. Die Bauern von Bettingen schifften [648] viele Flüchtige über, nahmen ihnen aber alsdann zum Fergenlohn ihre ganze Habe ab, wodurch sie gar reich wurden. Sie blieben es jedoch nicht lange, weil das unrechterworbene Gut kein Gedeihen hatte. Wegen des damaligen großen Blutbades heißt Urphar: „Die Mördergrube“ und die Gegend abwärts: „Die Leiten“ (Leiden). Daselbst läßt sich, seit dem Treffen, in der Luft ein nächtliches Rasseln, Schießen und Schreien hören, was man auch dem wilden Heere zuschreibt.

(Nach mündlicher Ueberlieferung mitgetheilt von Bernh. Baader in Mone’s „Anzeiger.“ Jahrg. 1839. S. 180.)