Die Mormonen

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Titel: Die Mormonen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 256
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[256] Die Mormonen. Ueber diese seltsame religiöse Secte – die wunderbarste Erscheinung vielleicht im Leben der Vereinigten Staaten – ist so eben bei C. B. Lorck eine kleine Schrift erschienen, welche das vollständigste, alle bisherigen Nachrichten von den „Heiligen des jüngsten Tages“ an Reichhaltigkeit der Mittheilungen übertreffende Bild des Gegenstandes giebt. Dieselbe führt den Titel: „Die Mormonen, ihr Prophet, ihr Staat und ihr Glaube,“ und ihr Verfasser ist Moritz Busch, der sich durch seine im vorigen Jahre bei Cotta erschienenen „Wanderungen zwischen Hudson und Mississippi“ einen guten Namen in der Reihe der Berichterstatter über Amerika und die Amerikaner erwarb und selbst mehrfach mit Mormonen in Verbindung stand. Wenn schon das politische Leben in Amerika für den Uneingeweihten schwer verständlich ist, so noch mehr das kirchliche. Hier mischt sich das stupideste Festhalten am Buchstaben der Schrift mit den wahnwitzigsten Ausschweifungen einer ungezügelten Phantasie. Das Mormonenthum ist die sonderbarste Ausgeburt der neuen Zeit. Es ist mit seiner Vielweiberei, mit seiner Vielgötterei, mit seinem Staatswesen, welches ein Gemisch aus Demokratie und Theokratie ist, die wunderlichste der hundert und aber hundert Secten Amerika’s. Durch die Schnelligkeit aber, womit seine Apostel diese Tollheiten verbreiteten und womit die Secte binnen zwanzig Jahren von zehn Gläubigen auf zweimalhunderttausend anwuchs, ist sie zugleich die interessanteste Erscheinung des jetzigen amerikanischen Lebens. Aus diesem Grunde glauben wir unsern Lesern einen Dienst zu erweisen, wenn wir sie auf das erwähnte kleine Buch aufmerksam machen, welches sich durch hübsche Ausstattung und billigen Preis (10 Ngr.), durch Zuverlässigkeit der Angaben, durch allgemein-faßliche, oft sogar unterhaltende Darstellung und durch reichliche Citate aus den mormonischen Schriftstellern selbst empfiehlt.