Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):166

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CLXV verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter

Linea der bebst // Constantinus der ander
Jar der werlt .vm.ixc.lxiij.          Jar christi .vijc.lxiiij.[1]

COnstantinus der ander ein roemer wardt babst nach paulo in der maßen. Thoton der nepusinisch hertzog der den longobardischen anhienge wonet zu rom vnd forderet auß tuerstigkeit vil volcks von Nepeso gein rom. vnnd stercket sich mit desselben volcks waffen also das sie disen constantinum mit gunst ettlicher durch gab vnd verheißung verkerter freund zu babst schoepfften. Ein andrer philippicus genant wardt auch von ettlichen zu babst bestymbt. aber doch pald mit gewappenter hand sich des babstthumbs zeentschlahen gedrungen. So wardt Gregorius der prenestinisch bischoff gezwungen disen constantinum (der noch ein lay was) vonstundan zeweihen vnd bischoffen zesalben. Desselben hennd verdorreten von solcher weyhung wegen also wunderlich das er die zum mund nit bewegen mocht. Als aber constantinus den babstthumb ein jar verstocktlich geuebet het do wardt er von dem Roemischen volck auß dem babstlichen stuol geworffen vnd stephanus der dritt ordenlich zu babst erwelet. darnach durch ine ein concili in laterano versammelt. constantinus seiner awgen berawbt in ein closter verschloßen vnd schnoedigclich außgeworffen. Ettlich zelen[2] ine nicht vnder den bebsten.

Stephanus der dritt
Jar der werlt .vm.ixc.lxxiii.          Jar christi .viic.lxxiiii.[3]

STephanus der dritt auß Sicilia puertig ist in das babstthumb gangen in dem iar des herren .viic.lxviii.[4] vnd was ein gelert vnd wolerfarner man. vnd in handlung. sunderlich gaistlicher sachen gar gestrenng vnd bestenndig vnd von aller roemischen pfafheit vnd volck als ein warer wegweiser vnd babst gegrueeßet. Der keret sein gemueet zu rechfertigung der sitten vnd versammlet die pfafheit. sunderlich auß gallia vnd welschem land in der lateranensischen kirchen zu rom. daselbst hetten sie von verordnungen der kirchlichen sachen vil vnderred miteinander vnnd entsetzeten den vorgenanten constantinum mit widerrueffung vnd abstellung seiner gesetze vnd ward mit gemainer verwilligung ir aller geordnet. das einich laye der nicht ordenlich geweihet wer sich nit vndersteen solt dem babstthumb nachzestellen noch den zebekuemern bey straff der verfluochung. Auch solten alle die ding die constantinus in heilligen dingen gehanndelt het vntueglich vnd kraftloß sein. außgenomen den tawf vnd cresem. Nach beschluß diser ding aller wardt am tag darnach ein loeblich procession got zu danckperkeit gehalten. darinn giengen der babst vnd menigclicher parfuoß auß der Lateranensischen kirchen gein sant peter mit großer andacht vnd gotßdienstperkeit. Diser allerfleißigst hirt. warer nachkomen petri vnd nachfolger christi starb seins babstthumbs im vierden jar. fuenften monat. am .xxvii.[27.] tag. der stuol ruoet deßmals .ix. tag.

Hadrianus der erst

HAdrianus der erst ein roemer was auß edeln eltern geporn vnd in seinem babstthumb des adels der tugent ein fleißiger nachfolger. also dz er auß groeße seins gemueets von seiner rete. lere vnd heilligkeit wegen eim igclichen babst gegleicht werden mocht. Es was sein erwelung noch kawm offenbar worden. do entlediget er die gefangen von affrica. vnd forderet die in das ellend verschickten wideranhayms. Als soelchs an den longobardischen koenig Desiderium gelanget do trachtet er ime freuendschaft vnd puentnus bey disem babst zemachen vnd sendet darumb sein botschaft zu ime. Derselben botschaft gab er die antwurt. Wiewol er mit menigclichem vnnd zuuoran mit dem longopardischen volck frid zehaben begeret so moecht er doch nit glawben geben den wortten desiderii irs koenigs. der Stephano dem babst die gelobten puentnus also offt verbrochen hett. Demnach rueffet der babst koenig Carolum vmb hilff an. derselb Carolus belegeret Desiderium. vnd die longobardos zu papia. vnd befalhe die belegerung Bernhardo seinem vetter vnd zohe gein rom vnd eret disen Hadrianum mit dem kuß seiner fueß vnnd verpflichteten sich zu ewiger freuendschaft miteinander. Vnd als nw babst Hadrianus auß den kriegs forchten zu sicherheit kome do keret er sein gemueet zu zierde der gotzhewßer vnd gepewen der statt rom. Zu letst starb er in dem. xxiii.[23.] jar seins babstthumbs.

CLXVI recto:[Bearbeiten]

der welrt
Blat CLXVI

Linea der kaiser: Nicephorus

NIcephorus der kaiser hat nach der kaiserin Hyrene .ix. iar geherrscht vnnd dieselben hyrene listigclich gefangen. in die innseln leßbon verschicket. Vnnd er selbs auch nach angenomnem kaiserthumb frid mit Carolo gemacht. Vnd man list das in desselben puentnussen nemlich bedingt worden wer. das die statt Venedig. die bede kaiser erete sich irer gesetze geprauchen moecht. vnd in krieg oder frid keins teils sein solt. Als nw die botschafter die form vnd verschreibung solchs frids koenig Carolo in teuetschem land bey saltzburg deßmals wesende zuogebracht hetten do sendet er sie gein rom alle gehanndelte ding dem babst fuerzebringen. In demselben jar. das do was das erst des kaiserthumbs Nicephori hat Aron admirhas dreimalhuuderttausent sarracen in die asianischen prouintzen dem constantinopolitanischen kaiserthumb vnderworffen eyngefueert. Von desselben zukunft kom der kaiser in ein solchen schregken das er von ine frids schentlich begeret. vnd den erlanget mit geding. ime fuer die vmbeschedigung des kaiserthumbs tausent guldein. vnd fuer behaltung seins hawbts dreytausent guldein jerlich zu zinss zebezalen. Aber vnlang darnach erkleret nicephorus auß vnberatenheit seinen sun Scauracium zu eim mit regirer des kaiserthumbs. der als ein junger von von dem schnoeden geding seins vaters abweichende vil beschedigung vnd vnfuogs an mancherlay enden von den sarracen empfieng. Nicephorus hat in dem krieg wider die bulgaros vil obsigung gehabt. Aber vor vnd ee er zu dem frid mit der botschaft Caroli zu constantinopel zebestettigen widerkeren mocht. do wardt er in dem streyt den er mit dem Bulgarischen koenig in obern Mesia het vberwunden vnd erschlagen. Vnd Scauracius sein sun in demselben streyt verwundet also das er gein constantinopel kerende das kaiserthumb empfienge. Den setzet Michael sein schwesterman in dem dritten monat seins kaiserthumbs ab vnd wardt sein nachkomen.

Michael

MIchael der constantinopolitanisch kaiser hat nach Scauracio seinem schwager zway iar geregirt vnd was ein gueetiger man vnd folger der heilligen gesetz. vnd ime nichts begirigers dann den frid von Nicephoro angefenngt mit koenig Carls botschaftern die vil monat zu constantinopel geharret hetten zebestettigen. Das geding desselben frids erzelen die gschihtbschreiber mit kurtzen wortten. Also das Michael den auffgang mit constantinopel. vnnd Carolus den nidergang mit rom haben solt[.] Vnd kaiser Michael het carolum also vorawgen das er sein botschafter mit koenig carls botschaft gein Ach in die statt gestalt des frids anzesagen. Als sie daselbsthin komen do erlangten sie von carolo alles das sie begereten. Vnd wiewol diser Michael etwielang wider die Bulgaros krieget vnd obsyget so wardt er doch letst vberwunden vnd gejagt. also das er sein heer vnd auch sein gemueet vnd hertz verlore. vnd thet sich von dem kaiserthumb. gieng in ein closter vnd lebet alda in fleißigem gotzdienst bis in sein ende. Zu des zeitten het das kaiserthumb kawm einen namen. dann im auffgang herrscheten die barbari. so hetten die roemer yetzo mit krieg vermueedet ir aufsehen in galliam. Darumb geschiht hernach gar wenig meldung von den Constantinopolitanischen oder kriechischen kaisern. sunder von dem grossen carolo vnd seinen nachkomen.

Die sybend versamlung

Hyrene die muter Constantini hielt das ander concili zu Nicea mit .iiic. bischoffen. Alda ward gesetzt das die ihenen die do sagten das die heilligen pilde abzetilgen weren mit ewigem fluch beheftet werden solten. Vnd wardt auch bestettigt das der heillig gaist vom vater vnd sun außgieng.

HAdrianus der babst hat auch nach erobertem fridmit den longobardischen die sybenden versamlung von iiic.l. bischoffen gehabt. Darinn wardt die Felicianisch ketzerey von abtilgung der pild hingelegt. vnd auch den layen gepotten sich keinerlay weiß in die wale eins roemischen babsts zeschlahen. Das auch die ereloßen zu briesterlichen stannd nit gefuerdert werden solten. So solten sich auch die clerici in frembde werltliche gericht nit ziehen laßen.


  1. 5963. Jahr der Welt, 764 n. Chr.
  2. Setzfehler: zelen en
  3. 5973. Jahr der Welt, 774 n. Chr.
  4. 768 n. Chr.