Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):169

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
168 <<<Vorheriges Blatt
Die Schedelsche Weltchronik    Blatt CLXIX
Nächstes Blatt>>> 170
Schedelsche Weltchronik d 169.jpg
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht Korrektur gelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du bei den Erklärungen über Bearbeitungsstände.


CLXVIII verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter

Linea der bebst: Eugenius der ander
Jar der werlt .vim.xxiii.          Jar Christi .viiic.xxiiii.[1]

EVgenius der ander ein roemer wardt nach pascalis zu babst erkorn. Zu dess zeitten ist die acht zwayung zwischen disem Eugenio vnd einem Zinzinus genant gewesen. Aber Eugenius von leib ein wirdige erbere person. vnd von gemueet ein fuertreffenlich man hat von seiner holdseligkeit vnd redsprechigkeit wegen fuergezogen. Der het zu sammlung des getrayds solchen fleiß das das getraydt nyndert wolfayler dann zu rom verkawft wardt. So beschirmet er die sachen der witiben vnd waysen. also das er von menigclichem billich ein vater der armen genant wurd[.] Als er vier jar geseßen was do starb er vnd wardt von yederman bewaynet. Etlich schreiben er sey von seinen mißguennern der awgen berawbt worden vnnd also mit marter bekroenet.

Valentinus

VAlentinus ist auch ein roemer vnd babst gewesen. der bey pascali vnd Eugenio seinen obgenanten vorfarn vnd heilligen mannen zucht vnd weiß guots vnd heilligs lebens von jugent auff bis in tapffers alter gelernet het. vnnd nit geflißen was auff spil. schimpff vnnd wollustperkeit als die jungen thun. sunder er name die lere vnd regel loblichs lebens auß schrift der alten vnd auß ebenpild der heilligen bebst. Vnd nach dem er eins solchen heilligen. tugentlichen. gueetigen vnd mylten lebens was so wardt er zu der babstlichen hoehe als derselben wol wirdig erkorn. aber er starb am .xl. tag seins babstthumbs villeicht auß verschuldung der menschen die deßmals lebten.

Gregorius der vierdt
Jar der werlt .vim.xxxiii.          Jar Christi .viiic.xxxiiii.[2]

GRegorius der vierdt ein roemer vnnd briester des tittels sancti Marci. edler gepurt. beruembter heilligkeit. fuernem schriftlicher weißheit. lere vnnd redsprechigkeit. was ein man solcher beschaidenheit das er nach beschehner wale der roemischen pfafheyt vnd volcks das bebstlich ambt vor vnd ee er von kaiser Ludwigs bottschaftern die deßhalb gein rom zu erkundigung solcher wale gesendet waren darzu bestettigt wardt. Vnnd kaiser Ludwig schicket daselbsthin nit auß hohfart sunder zu hanndhabung der gerechtigkeit des kaiserthumbs. Diser Gregorius hat auß bette kaiser Ludwigs die feyer aller heilligen am ersten tag des monats nouembris zebegeen auffgesetzt. Dieselben feyer haben die franckreichischen vnd teuetschen erstlich zehalten angefangen. Nach vil geuebten guoten wercken starb diser Gregorius im .xvi. jar seins babstthumbs vnd wardt in sant Peters kirchen begraben. vnd der stuol ruoet .xv. tag.

Pipinus koenig

PIpinus kaiser Karls eltrer sun regiret in welschem lannd als ein koenig .xiii. iar. vnd was ein hohberuembt man dem vater in einicher tugent nit vngleich. den sendet sein vater wider die hungern. die bracht er mit streyt zu gehorsam. Deßgleichen auch die beneuentanischen. die des babsts anstoßende lanndschaft schwerlich bedrangten. Disen Pipinum schicket auch der vater wider die venediger. Der verfolget eracleum vnd equilium. darumb zohe vil adels gein venedig. Als er nw dise ding vnd sunst vil andrer streit redlich volbracht het do kome er gein Mayland. daselbst endet er sein leben mit vil ruoms im frid.

Bernhardus koenig

BErnhardus des großen kaiser karls enicklein wardt nach Pipino von demselben kaiser Karl welscher koenig erkleret vnd regiret .ix iar. vnnd wiewol ime kaiser Karl gepotten het Ludwigen seinem sun vnd nachkomen in allen dingen gehorsam zesein. yedoch wolt er nach absterben kaiser Karls disem gepot nit gefoelgig sein auß verlaytung ettlicher welscher bischoff vnd zwittrachtigen burgern. dem nach empfiel im der gewalt vnd bezwunge stett vnd lewt ime zeschweren. Als solchs an den kaiser gelanget do vrteylet er ine als einen verletzer der majestat vnd einen feynd. vnd zohe mit versameltem heer auß gallia. teuetschem land vnd bayern in welschland do warden die vom adel die daran schuld hetten erwuergt vnd Bernhardus enthawbtet. vnd die bischoffe irer wirden entsetzet vnd in cloester verschicket.

CLXIX recto:[Bearbeiten]

der werlt
Blat CLXIX

Linea der kaiser: Ludwicus der erst

LVdwig der erst der gueetig zugenambt hat nach absterben kaiser Carls des großen seins vaters dz kaiserthumb nach der gepurt christi .viiic.xv. iar[3] empfangen vnd mit Lothario seinem sun .xxv. iar geregirt. Disem Ludwig wardt seins vaters tod zu wynter zeit in aquitania verkundet. do zohe er wider gein ach vnd hoeret erstlich die bottschafter die seinem vater nachgerayset waren. darnach handlet er mit versamlter landschaft von den sachen das kaiserthumb vnd das frantzosisch koenigreich beruerende. Kayser Leonis von constantinopel botschaft was auch deßmals daselbst vnd warden die puentnussen vernewet. Diser kaiser Ludwig hat seinen ersten mitsambt dem koenig Bernhardo heerzug wider das volk Danorum fuergenomen. Aber nach dem das meer zu schwerer wintterzeit gefrore do warden der kaiser vnd der koenig an irem fuernemen dermaß gehindert das sie schier in mitlem weg zu Padebrunn in sachßen das heer den wyntter enthielten. Daselbsthin wardt dem kaiser verkuendet das die fuernembsten zu rom den babst Leonem zetoedten zusamen geschworen hetten. do schicket der kaiser den koenig in welsche land mit befelhnus zeuerhueetten das dem welschen koenigreich nit vermyndrung oder abbruch beschehe. Als koenig Bernhardus in welscheland kome do fiel er in schwere kranckheit vnd stillet die roemischen sachen durch Gerardum den grafen. Darnach zohe babst Stephanus der vierd in franckreich vnnd bekroenet disen Luddwigen zu kaiser. Als er nw in das kaiserthumb kom do hat er wider die Vasconier Brittannier Engellendischen vnnd auch wider die sarracen vil schwerer krieg gefueert. vnd dieselben voelcker damit zugehorsam. vndertenigkeit vnd befridung gebracht. Vnd auch mit gewappenter hand Heroldum nach erniderlegung vnnd bestreyttung der ihenen die ine auß seinem vetterlichen koenigreich dacie vertriben hetten widereingesetzt. Vnnd nach vil solcher wolgeuebter henndel vnd sachen hat diser kaiser Ludwig in der statt Ach einen tag gehalten. vnd nach befridung kirchlicher sachen Lotharium seinen erstgepornen sun zu eim mitregirer des kaiserthumbs erkleret. So warden Pipinus der ander sun zu aquitania. vnd Ludwig der drit zu bayern koenig bestymbt vnd beruofft. Vnder disen lewften begunde Bernhardus der koenig welscher land auß verlaytung ettlicher welscher herren dem kaiser widerspennig zesein. der wardt aber darumb gestraft vnd enthawbtet als hieuor gemelt ist. Darnach wardt dem kaiser verkuendet das in brittannia auffruor worden weren. aber als er sich dieselben zestillen ruestet vnd daselbsthin kome do funde er alle ding fridsam. In mittler zeit verschied sein gemahel Ermelgart mit tod. auß der er drey suen geporn hett. Nachfolgend setzet er seinen sun Lotharium an des gestorben koenigs Bernharts stat zu eim koenig welscher land. der wardt von babst pascali vnd dem roemischen volck gein rom gefordert vnd daselbst vom babst erstlich zu eim koenig gesalbet vnd bekroenet vnd darnach ein kaiser berueefft. Diser kaiser ludwig ein senftmueetig man hat sich gegen dem babstlichen stuol also gehalten das vier bebst die in zeitten seins kaiserthumbs. xxvii. iar nacheinander saßen seins beystands vnd hilff nye mangelten. Diser ludwig wardt darnach von lothario seinem sun gefengklich eingeschloßen vnd doch nachfolgend wider erledigt vnd in das kaiserthumb gesetzt. Zu letst starben der kriechisch kaiser michel erstlich. vnd kurtz darnach babst gregorius. vnd diser kaiser ludwig schier in einem monat.

MAuri das volck also genant komen diser zeit in schiffung gein Siciliam vnd verwueesteten vil dings. do schiffeten di venediger auch hynein. alßpald aber die vnglawbigen die schiffsegeln von verren sahen do kereten sie wider in affricam. Diser zeit wardt der leichnam sant Marxen des euangelisten von ettlichen kawflewten auß alexandria gein venedig gebracht durch einen listigen anschlag. dann die briester legten auß verhaißung der kawflewt das serchlein darinn der leichnam lag an ein angezaigtes ende in einem korb. do decketen die kawfmanßknecht den mit krawt vnd schweynnim flaisch zu vnd truogen den vber den marckt. vnd do die zolfordrer ir gerechtigkeit davon als von einer kawfmans ware zehaben suchten vnnd schweynnin flaisch alda vnder dem krawt funden do suchten sie auß grawen den sie ab demselben flaiscvh haben nit weyter. also kom der leichnam in ein schiff vnd fueroan gein Venedig.

Rabanus ertzbischoff
Strabus

Rabanus ein closterman vnd teuetscher abbt zu Fulden vnnd darnach ertzbischoff zu Mayntz. der heilligen schriffu vnnd der poetrey ein hohgelert man hat diser zeyt auß groeße seiner synnreichigkeit vil treffenlicher schrifft vnd bueecher gemacht.

STrabo auch ein closterman des benanten rabani iunger ist diser zeyt nit mynder dann derselb sein maister gewest. vnnd hat auch vil schoener schrifft gemacht vnnd begriffen.


  1. 6023. Jahr der Welt, 824 n. Chr.
  2. 6033. Jahr der Welt, 834 n. Chr.
  3. 815 n. Chr.