Die blutigen Judenkinder

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die blutigen Judenkinder
Untertitel:
aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. S. 120–121
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[120]
81. Die blutigen Judenkinder.

Um die Jahre 1492 bis 1500 ließen in vielen Gegenden von Deutschland, als in der Mark und im Mecklenburgischen, die Juden allerlei gottlose Sünde und insbesondere Beschimpfungen des heiligen Sacraments des Altars sich beigehen, weshalb sie von ihren Herren zum großen Theil aus dem Lande gejagt wurden. Auch Herzog Bogislav von Pommern jagte die Juden fort, deren dazumal viele, besonders zu Damm bei Stettin, zu Bart und in allen kleinen Flecken des Landes wohnten. Unter diesen waren ein Mann und eine Weib, die ließen sich taufen, da ließ der Herzog sie wohnen und sie zogen gen Triebsees. Aber sie hatten sich nur zum Scheine taufen lassen, und waren eigentlich Juden geblieben; dafür wurden sie denn sichtbar von Gott gestraft. Denn so oft das Weib ein Kind gebar, hat dieses eine blutige Hand mit zur Welt gebracht. Da solches die Christenfrauen sahen, scheute man sich vor ihnen, und es wollte Niemand etwas mit ihnen zu thun haben. Der Jude mit seinem Weibe zog daher von Triebsees fort, zuerst nach Lassahn, und darauf nach Usedom. Allein jene [121] Strafe verfolgte sie überall hin, bis sie zuletzt bekannten, daß sie im Herzen Juden geblieben seyen, und sich nun im Ernst bekehrten.

Th. Kantzow, Pomerania, II. S. 227.