Die deutschen Kaiser:Rudolf von Habsburg und Adolf von Nassau

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Die deutschen Kaiser
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Rudolf von Habsburg Adolf von Nassau
Rudolf von Habsburg. 1273–1291. Adolf von Nassau. 1292–1298.

Beendigt nach langem, verderblichem Streit
War die kaiserlose, die schreckliche Zeit,
Als Rudolf von Habsburg den Thron bestieg.
Jetzt feiert das Recht über Willkür den Sieg:

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Vorbei war der Mächtigen Tyrannei,

Vorbei Unterdrückung und Räuberei.
Den König von Böhmen, Herrn Ottokar,
Den zwingt er zum Lehenseide sogar,
Und schlägt ihn, der keck sich entgegen ihm stellt,

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Auf dem Marchfelde schwer, wo Ottokar fällt.

Auch Württembergs kampflust’ger Eberhard
Nun Friede zu halten gezwungen ward.
Ohn’ Furcht stets war Rudolf, ein tapferer Mann,
Und als er nun fühlte, der Tod nah’ heran:

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Da stieg er, nach Speier zu reiten, zu Pferde,

Damit in dem Dome begraben er werde.

Nach Rudolfs Tode fiel die Wahl
Der Fürsten – sieben an der Zahl –
Auf Adolf, Graf von Nassau, der
Ein tapferer aber armer Herr

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An solche Ehre kaum gedacht.

Jedoch da ihm des Hauses Macht
Und Anseh’n fehlt für seine Würde,
So ward die Krone ihm zur Bürde.
Durch schlechte Mittel, bar der Ehren,

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Sucht seine Hausmacht er zu mehren:

Da ward er wieder abgesetzt
Und Rudolfs Sohn gewählet jetzt.
Bei Gellheim auf dem Hasenbühl
Kam’s dann zur Schlacht und Adolf fiel

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Im Heldenkampf – wie Ein’ge sagen –

Von Albrechts eigner Hand erschlagen.

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