Die drei Ringe zu Pansin

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Die drei Ringe zu Pansin
Untertitel:
aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. S. 240–241
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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206. Die drei Ringe zu Pansin.

Eine Meile von Stargard nach Osten hin liegt ein großes Dorf mit einem alten und ansehnlichen Schlosse, Pansin geheißen. Dasselbe gehörte früher dem Johanniterorden, wurde aber nachher ein Borksches Lehn, und ist jetzt im Besitze der Familie von Puttkammer. Auf diesem Schlosse lebte vor Zeiten ein Fräulein; der erschien in einer Nacht ein Geist, der ihr gebot, aufzustehen, und ihm in die Kirche zu folgen. Anfangs scheute das Fräulein sich, auf sein drittes Gebot gehorchte sie ihm aber. Wie sie nun in die Kirche trat, da sah sie am Altare ein Feuer brennen, und der Geist gebot ihr, daß sie zu demselben hingehen, und ihre Schürze mit den glühenden Kohlen füllen solle; er ermahnte sie dabei, daß sie beim Weggehen sich nicht umsehen dürfe. Das Fräulein that zwar Anfangs, wie ihr geheißen war; als sie aber zuletzt aus der Kirche herausging, da konnte sie nicht widerstehen, sich noch einmal umzublicken. Allein auf einmal fielen alle Kohlen auf [241] die Erde und verlöschten; nur drei konnte sie geschwinde aufgreifen. Als sie mit diesen in das Schloß zurückkam, da waren es drei goldene Ringe. An diesen drei Ringen hängt seitdem das Glück und Gedeihen der Familie, die das Schloß besitzt; darum wurden sie mit großer Sorgfalt verwahrt. Dennoch ist einer davon einmal verloren gegangen. Gleich darauf entstand im Dorfe eine schreckliche Feuersbrunst, und das Schloß bekam einen großen Riß. Man schickte die beiden anderen darauf in ein Kloster; zuletzt hat man sie aber, damit sie gar nicht verloren gehen könnten, in dem Schlosse eingemauert.

Man sagt, der Geist, den das Fräulein gesehen, solle einer von den kleinen Unterirdischen gewesen seyn, deren es in der Wiese bei Pansin zu vielen hunderten giebt. Andere meinen, das Fräulein habe gar keinen Geist gesehen, aber es habe ihr in drei Nächten nacheinander geträumt, daß sie so thun solle, wie sie nachher gethan hat; sie hätte auch nicht in die Kirche gehen sollen, sondern auf die Wiese, in welcher die Unterirdischen wohnen. Wie sie nun wieder zurückgegangen, da habe sie auf einmal einen ganzen Haufen von diesen kleinen Männlein gesehen. Darüber soll sie so erschrocken seyn, daß ihr alle Kohlen, bis auf die drei, entfallen sind.

Mündlich.