Die fliegende Katze

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Titel: Die fliegende Katze
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 13, S. 154
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[154] Die fliegende Katze. In Schweden wurde dem englischen Reisenden Lloyd folgende lustige Geschichte von dem Muth der Elstern erzählt.

„An den Ufern des Flusses, der bei Laxa Bruk in der Provinz Reriks vorbeifließt, hatte eine Anzahl Elstern auf hohen Erlen ihre Nester gebaut. Dort hausten sie eine Zeit lang ungestört; endlich kam aber eine alte Hauskatze auf den Einfall, die Bäume zu erklimmen und sich die Jungen aus den Nestern zu holen. Sie paßte es dabei jedes Mal so ab, daß sie zu der Zeit kam, wo die Mehrzahl der Elstern nach einer nahe gelegenen Brauerei geflogen waren, in der sie ihr Futter fanden. Die Vögel wurden dies aber bald inne und beschlossen, ihren Feind exemplarisch zu bestrafen. Eines Sonntag Morgens, erzählt der Gewährsmann dieses Vorfalls, der Direktor Malmström, wurde ich durch ein ungewöhnliches Geschrei aufgeweckt. Ich wohnte nämlich dicht an dem Flusse und hatte freie Aussicht über diesen. Als ich vor die Thür trat, bot sich mir eine der wunderlichsten Scenen dar, die ich je erlebt habe. Eine ungeheure Masse Elstern und Krähen hielten die alte Katze hoch in der Luft und diese schrie gottsjämmerlich, während die wüthenden Vögel ihre kreischenden Stimmen dazu ertönen ließen. So entstand ein Concert, das aus den entsetzlichsten Mißtönen bestand und gewiß die merkwürdigste Katzenmusik war, die je gehört wurde. Mein Erscheinen schien die Vögel aber zu stören, denn es währte nicht lange, so ließen sie, als sie gerade über dem Flusse waren, die Katze fallen und diese flog in’s Wasser, aus dem sie sich erbärmlich schreiend, rettete. Die Vögel flogen noch lange in der Luft umher und schienen sich ihres Triumphes zu freuen.