Die giftige Blume

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Textdaten
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Autor: Richard Leander
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Titel: Die giftige Blume
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 6
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
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Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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Die giftige Blume.

Im Sonnengold, im Mondenschein,
Wer schaut nach mir? Ich steh’ allein!
Und trag’ ich Gift im Kelche auch,
Glanz ist mein Leben und Duft mein Hauch.

5
„Glanz ist dein Leib und Duft dein Hauch,

Du Blume mit dem Flammenaug’!
Dein Gruss berauscht wie Weinesschaum,
O lass’ mich ruh’n hier tief im Traum!“

Wohl bin ich jung, wohl bin ich schön;

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Lass’ mich allein und einsam stehn!

Lass’ mich verblüh’n auf öder Trift, –
Ich bin nur schön in meinem Gift.

„Und bringst du mir auch Todesleid,
So helf’ mir Gott zur Seligkeit!

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Dein süsser Hauch trifft mein Gesicht,

Von meiner Brust lass’ ich dich nicht!“ – –

Du warst doch ein so rascher Gast,
Und bist so bald vor mir erblasst;
Wirr ist dein Geist, erlahmt die Schwing’,

20
Schlaf ein zum Tod, du armes Ding!


Und trägt man dich zu Grabe dann,
Fang ich auf’s neu’ zu duften an:
Im Sonnengold, im Mondenschein,
Wer schaut nach mir? Ich steh’ allein!

Richard Leander.