Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten:Seite 1

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Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten
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Allgemeine Vorbemerkungen.




     Hermann Grimm bemerkt in seinem Essay über Emerson: „Wir haben eine Art Schauder vor dem Leben in Amerika. Wir sehen ein ungeheures Haus, das jeder Luftzug in’s Wanken bringt; die eingewurzelte Unruhe scheint eine stille naturgemässe Entfaltung des Charakters nicht zu erlauben; dem gemeinsten Bürger stehen die höchsten Ehren des Staates offen; eine Vergangenheit mit Gewohnheiten giebt es nicht; die Gesetze hängen ab vom Willen des Moments; die Sitte ist ohne eine feste Gesellschaft, in der sie gehegt und zur Bedingung gemacht wird. Nur drei Gewalten giebt es: Geld, Thätigkeit und Charakter.“ – Während auf der einen Seite die erwähnten drei Faktoren auch in Europa sich anschicken, die Regierung der Gesellschaft immer vollstän­diger zu übernehmen, während der Amerikanisirungsprocess – das Wort im gewöhnlichen Sinne genommen – rasche Fortschritte macht, ist auf der andern Seite die Grimmische Zeichnung des amerikanischen Lebens nur theilweise richtig. In dem scheinbaren Durcheinander fehlt es bei genauerer Zusicht nicht an festen Punkten, in der scheinbaren Regel­losigkeit nicht an Regeln. Die Unterschätzung des ameri­kanischen Lebens Seitens der europäischen Kritiker liegt

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