Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten:Seite 23

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Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten
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wie die Verordnungen, ja selbst Jahresberichte (wie in St. Louis der des Rathes der öffentlichen Schulen, 300 Seiten stark) der verschiedenen Abtheilungen der Stadtverwaltung in deutscher Uebersetzung in einer deutschen Zeitung (in New-York sogar in mehreren) auf Kosten der Stadtkasse zu ver­öffentlichen. Dadurch erhielten jene Zeitungen jährliche Zu­schüsse im Betrage vieler Tausende von Dollaren, ein Um­stand, der zur Erklärung der ausserordentlichen politischen Macht, welche die so bevorzugten Zeitungen gewannen, von grosser Wichtigkeit ist. Ferner wurde jetzt von dem deut­schen Element, das sich zu fühlen begann, auf Einführung des Deutschen in den Lehrplan der öffentlichen Schulen ge­drungen. Man hob nicht mit Unrecht hervor, dass der Um­stand, dass Deutsch in ihnen nicht gelehrt werde, die Kirchen- und Privatschulen der Deutschen nothwendig gemacht und dadurch jene Verschmelzung der verschiedenen Nationalitäten in der gemeinsamen Staatsschule verhindert habe, die im all­gemeinen Interessse so wünschenswerth sei. Von den deut­schen Bürgern der ersten Ward von St. Louis wurde schon 1843 der Schulrath ersucht, eine Schule zu errichten, in welcher die englische und die deutsche Sprache gelehrt werden sollte. Die Antwort war, dass unter dem Staats­schulgesetze keine Schule errichtet werden könne, ausser einer solchen, in welcher bloss Englisch gelehrt würde. 1859 empfahl der Oberschulrath (superintendent) der öffentlichen Schulen von St. Louis die Einführung des Unterrichts im Deutschen, aber der Rath wurde nur für die Hochschule (dem deutschen Gymnasium etwa entsprechend) befolgt. Erst 1864 wurde die deutsche Sprache als ein Zweig des regu­lären Unterrichts in 5 Stadtschulen versuchsweise eingeführt. 1865 wurde Hr. Francis Berg zum Gehülfsdirektor für Leitung