Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten:Seite 33

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Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten
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bis zur Verzweiflung müden Süden mit einem Enthusiasmus aufgenommen, der einen allgemeinen politischen Umschwung in Aussicht stellte. Im Juli desselben Jahres (1871) sprach Schurz über denselben Gegenstand zu einer der bedeutend­sten Versammlungen, die je in Farwell-Hall in Chicago stattgefunden. Pas unerschrockene Vorgehen des einzelnen Mannes erinnerte an das des grossen Missouriers Benton, der auch seinerzeit „einsam und allein den Ball in Bewegung setzte“ und nicht eher ruhte als bis er das Ziel erreicht. So gewaltig war die Wirkung jenes scheinbar isolirten Auf­tretens, dass es nicht als ein blosser Vorbote des kommen­den Sturms erschien, sondern als der Anfang des Sturms selbst. Nicht lange mehr und der Kampf gegen die Grant’- sche Administration entbrannte auf der ganzen Linie. Im Senat setzten Sumner und Schurz ihre im Winter vorher begonnenen Angriffe gegen Grant’s Politik fort und hatten die Genugthuung, die Annahme des von Grant mit Präsident Baez von Dominica abgeschlossenen Vertrages zu vereiteln, nach welchem jene westindische Negerrepublik ein Theil der Vereinigten Staaten hatte werden sollen.

     Im Juni 1871 fand in Cincinnati die Bildung der neuen Nationalpartei, der Liberal-Republikaner statt. Schurz wurde – das erste Beispiel in der amerikanischen Ge­schichte, dass einem im Auslande geborenen Bürger solche Auszeichnung zu Theil wurde – zum Vorsitzer der Kon­vention erwählt und hatte auf die Verhandlungen derselben den wesentlichsten Einfluss. Der Fehler der durch ihre rasche Entwickelung einigermassen berauschten neuen Partei war ihr Wunsch, sofort beim ersten Anlauf zu siegen, gleich an’s Ruder zu kommen, und diesem Wunsche war wol die