Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten:Seite 38

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Die sociale und politische Stellung der Deutschen in den Vereinigten Staaten
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widerstand allen Lockungen. Wie sehr der eventuelle Sieg von den deutschen Stimmen abhing, bewies die ausserordent­liche Rücksicht, welche man bei der Aufstellung des Wahl­zettels auf sie nahm. Man gab den Deutschen die Kandidatur für eines der einträglichsten Aemter in New-York, das eines Registrators, und nominirte dazu den General Sigel. Trotz aller Anstrengungen war der Ausgang zweifelhaft, wenn nicht die „New-York Times“ im Juli 1871 mit den Enthüllungen über die Millionendiebstähle an’s Licht getreten wäre, welche Tweed & Co. am Stadtschatze von 1869–71 begangen und welche 1873 Tweed, den Millionär, auf 12 Jahre in’s Zuchthaus schickten. Der Sieg des 7. November 1871 brach für immer die Macht des Ringes, Sigel (der republikanischen Partei angehörig) wurde mit 82,566 Stimmen (einer Mehr­heit von 28,117) zum Registrator erwählt, die Reformkandidaten für die Gesetzgebung bis auf den Tweed’schen District, in welchem Tweed einen letzten Pyrrhussieg erfocht, glän­zend durchgesetzt, gegen die Richter Cardozo, McCunn und Barnard, die Werkzeuge Tweed’s und seiner Erie-Verbündeten (Fisk und Gould) der Antrag auf Absetzung in der Gesetz­gebung gestellt und durchgebracht.

     Wenn auch im weiteren Verlaufe nicht alle Hoffnungen der Reformer in Erfüllung gingen, wenn auch nicht alle Kor­ruption mit einem Schlage aufhörte, so war doch die Mög­lichkeit bewiesen, durch gemeinsame Erhebung in streng gesetzlicher Weise auch das noch so furchtbar verschanzte Joch korrupter Parteiführer abzuwerfen und jene unheilvolle Parteiklepperei in ihrem Grunde erschüttert, auf welcher jene Führer ihr Herrschaftsgebäude allein aufzuführen und zu be­festigen im Stande gewesen waren. Der Sturz von Tammany