Disseplin muß sind!

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
Autor: Kurt Tucholsky
unter dem Pseudonym
Theobald Tiger
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Disseplin muß sind!
Untertitel:
aus: Die Weltbühne. Jg. 17, Nr. 42, S. 409
Herausgeber: Siegfried Jacobsohn
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 20. Oktober 1921
Verlag: Verlag der Weltbühne
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Die Weltbühne. Vollständiger Nachdruck der Jahrgänge 1918–1933. Athenäum Verlag, Königstein/Ts. 1978. Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[409]
Disseplin muß sind! von Theobald Tiger


Bei uns uff de Wache herrscht eine hehre
und durchaus preußische Atmosphäre.
     Klopf du nur ganz schüchtern – wir sehn dich bloß an!
Wir sind deine Herrscher – da gibts nichts zu mucken.

5
Du hast dich bescheiden vor uns zu ducken.

     Den möchten wir sehen, der uns was kann!
 Beschwerden? Verfassung? Mensch, daß ich nicht lache!
 Bei uns uff de Wache?

Wir lassen alle Dienstmädchen zittern

10
bei uns uff de Wache – in Zornesgewittern

     fühlen wir, wie süß eine Amtsgewalt ist.
Wie schön, wenn vor Furcht Aller Herzen pochen.
Wir haben noch Potsdam in den Knochen –
     Rekrut ist uns jeder Zivilist.

15
 Der preußische Aar? Schon schrein wir: Na Sache!

 Bei uns uff de Wache –!

Ob Sipo, ob Schupo, ob Hundertschaften –
wenn wir uff de Wache mal Einen verhaften,
     der hat nichts zu lachen. Wir rühren ihn nicht an!

20
Wir sind korrekt, muß Einer mal sitzen –

korrekt bis in unsre Fingerspitzen,
     indem man uns nichts beweisen kann.
 Und ist unser Chef noch so sozialistisch:
 wir sitzen an unserm alten Kommißtisch

25
 und sind eine Welt unter traulichem Dache –

 bei uns uff de Wache!