Ein Ausgearteter

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Textdaten
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Autor: Alfred Brehm
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Titel: Ein Ausgearteter
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 263–265
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1861
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[263]
Aus dem Norden.
Von Dr. Alfred Brehm.
IV. Ein Ausgearteter.

Bei der zweiten größeren Rennthierjagd, welche ich mit Erik unternahm, waren wir einen Tag vergeblich herumgestiegen und hatten fast den ganzen Sneehätten umkreist, ohne einen Schuß abgefeuert zu haben. Der Abend brach herein, und mit ihm erwachte die Sorge, eine passende Nachtherberge zu erreichen, in dieser Wildniß, welche uns meilenweit umgab. Wir hatten die vorhergehende Nacht in einer sehr erzvaterlichen Hütte zugebracht und trotz der bedeutenden Höhe und vorgerückten Jahreszeit recht gut und warm gelegen. Erik’s Herz verlangte aber heute nach Gesellschaft, nach Forellen und Milch, und deshalb schleppte mich denn der Gute für diesmal etwas über eine Meile weit zu einer anderen Hütte, welche gegenwärtig von einem Hirten bewohnt wurde, der zu Gunsten einiger Händler mit einer zahlreichen Viehheerde hier oben seinen Sommer verlebte.

Schon die Hölfte unseres Weges mochten wir zurückgelegt haben, da hörte ich einen mir bisher gänzlich unbekannten Ton. Es war ein heiseres, langgedehntes Kreischen, welches unbedingt von einem Säugethiere herrühren mußte; doch hatte ich gar keine Ahnung, welches Thier einen solchen Mißton hervorzubringen im Stande sei.

„Erik, was schreit da?“

„Ein weißer Fuchs! Kennt Er ihn denn noch nicht?“

„O ja, allein ich habe ihn noch nicht lebend gesehen.“

„Will Er ihn schießen?“

„Wenn wir ihn erwischen können, gewiß.“

„Nun gut, so wollen wir ihn abwarten.“

„Was, Alter, den Fuchs wollen wir hier abwarten?“

„Ja wohl, er wird schon zu uns kommen.“

„Nun, so wollen wir uns wenigstens verstecken.“

„Nein, lieber Herr, das dürfen wir nicht thun, sonst sieht uns der Fuchs ja nicht.“

„Erik, ich glaube, Du bist toll. Du sagst, daß der Schreier ein Fuchs sei, und behauptest, daß er zu uns kommen würde. Meinst Du, daß ich nicht wisse, wie sich ein Fuchs benimmt?“

„Ja, das kann schon sein; wenn es ein rother Fuchs wäre, würde er gewiß auch nicht hierher kommen, da es aber ein weißer Fuchs ist, erscheint er sicherlich, und wenn wir uns verstecken, kann er uns nicht sehen, und dann kann er auch nicht zu uns kommen.“

„Alter, ich habe Dir immer geglaubt, aber jetzt treibst Du es denn doch zu arg. Das ist unmöglich, daß das Thier kommt.“

„Ja, aber hört Er denn nicht, daß er schon viel näher ist?“

„Erik, Du hast wahrhaftig schon wieder einmal Recht, ich will Dir folgen.“

Und ich folgte dem alten erprobten Jäger, blieb stehen, und es war, wie mir Erik gesagt hatte. Schreiend kam der Fuchs näher und immer näher, endlich konnte ich ihn von den grauen Felsenmassen, deren Färbung auch sein Fell jetzt hatte, unterscheiden. Die Dämmerung war hereingebrochen, und so sah ich im Anfange allerdings nur Umrisse; allein der Fuchs zeigte sich bald so deutlich, als ich nur wünschen konnte. Ich wollte, schießen. Erik verwehrte es, weil er behauptete, daß der Fuchs noch zu weit sei und ich ihn schwerlich auf das Korn bringen könne. Der alte Schlaukopf hatte Recht. Es war unmöglich, sicher zu zielen, ich mußte nun schon warten, bis sich seine Voraussagung buchstäblich erfüllte.

Ohne Bedenken kam der Fuchs an uns heran, ruhte von Zeit zu Zeit aus und setzte sich dabei immer höchst zierlich nach Hundeart auf einen der größeren Steine, schlug die Standarte hübsch um die Vorderläufe und guckte nun so still vergnügt und harmlos heiter in die Welt hinein, als hätte es keine Büchse auf der ganzes Erde gegeben.

Ich gestehe, daß ich trotz einer Beschreibung, welche ich von dem Eisfuchse früher gelesen (aber auch größtentheils wieder vergessen) hatte, im höchsten Grade überrascht war. Der Bursche that gar nicht, als ob ihm unsere Gegenwart nur die geringste Furcht einflöße, sondern schien sich vielmehr außerordentlich zu freuen, hier in seiner Einsamkeit einmal mit Menschen verkehren zu können. Wahrscheinlich deshalb kam er nach und nach bis auf etwa vierzig Schritte an uns heran. Jetzt nahm ich die Büchse auf und zielte, bemerkte aber zugleich, daß es wirklich unmöglich war, den Fuchs sicher auf das Korn zu nehmen. Ich setzte mehrere Mal ab und hob von Neuem das Gewehr empor. Das Ergebniß blieb dasselbe. Ich konnte nur ungefähr die Richtung nehmen, keineswegs aber einen sicheren Schuß thun. Endlich schoß ich doch, die Kugel schlug haardicht neben dem Fuchse vorbei und an einem hinten liegenden Stein an, an welchen, sie zersplitterte. Als ob gar Nichts geschehen wäre, erhob sich der Fuchs, stieß seinen heiseren Schrei aus und ging ein paar Schritte weiter. Dann setzte er sich wieder hin, genau wie vorher. Jetzt nahm der Alte seine erprobte Büchse und sandte eine zweite Kugel nach ihm hin. Auch er hatte nicht getroffen. Der Fuchs stand wieder auf, ging noch einige Schritte vorwärts und setzte sich zum dritten Male auf einen Stein. Ich hatte inzwischen mein Gewehr wieder geladen und näherte mich dem merkwürdigen Gesellen auf etwa dreißig Schritte, um nochmals mein Glück zu versuchen. Auch die dritte Kugel traf ihn nicht, und so schoß Erik zum vierten, ich zum fünften, Erik zum sechsten und ich zum siebenten Male, ohne daß es dem Thiere in den Sinn gekommen wäre, endlich sein Heil in der Flucht zu suchen.

Ich führte eine Büchsflinte, und es wäre ein Leichtes für mich gewesen, den frechen Gesellen mit einem Schrotschuß zu erlegen, allein hierzu konnte ich mich nicht entschließen. Es wäre mir wie Meuchelmord vorgekommen, ein Wesen, welches mit solcher ruhigen Gelassenheit die Kugeln um sich herum pfeifen ließ, mit einem Schrotschuß niederzustrecken. Ich beschloß also, ihm das Leben zu schenken, und ging so nahe als möglich zu ihm hin, um ihn zu beobachten. Er ließ mich ruhig bis auf zehn, ja sogar bis ans sechs Schritte herankommen, ehe er sich erhob und nun leichten Fußes einige Schritte weiter ging.

Ich fand mich wie zwischen Wachen und Träumen. Auch der [264] allerdümmste und harmloseste Vogel würde ganz sicher schon bei dem zweiten Schusse die Flucht ergriffen haben, und hier sah ich einen der nächsten Verwandten des schlauesten aller Säugethiere vor mir, welcher auch nicht das geringste Verständniß für die Gefährlichkeit der Feuerwaffe zu haben und sich um Feuer, Knall und Rauch gar nicht zu kümmern schien. Die Sache kam mir so außerordentlich wunderbar vor, daß ich vor den zierlich Dasitzenden trat und ihm eine lange Rede hielt, in welcher ich ihm die Gefahr, der er sich aussetzte, zu schildern suchte. Mein nordischer Reinecke äugte mich dabei verschlagen listig und harmlos gemüthlich an, antwortete mir mit einem heiseren Schrei und blieb, als ob er mir das vollste Verständniß meiner Worte beglaubigen wolle, ganz ruhig sitzen. Endlich nahm ich Steine und suchte ihn durch Werfen zu vertreiben. Dies gelang mir denn auch gewissermaßen, indem sich das Thier nach dem zweiten Wurfe erhob, eine Strecke weiter ging und zwischen dem Gestein auch wirklich verschwunden zu sein schien.

Jetzt machten wir uns auf den Weiterweg. Man denke sich aber mein Erstaunen, als ich schon, nachdem wir etwa hundert Schritte zurückgelegt hatten, den Fuchs wieder dicht hinter uns schreien hörte und sehen mußte, daß er uns nun wie ein wohlgezogenes Hündchen auf unserem ferneren Wege folgte. Jetzt halfen auch keine Steinwürfe mehr. Der Fuchs schien gesonnen zu sein, uns das Geleit zu geben und nicht abzulassen, bis er das peinige geleistet. Er begleitete uns auch wirklich, so weit das felsige Gestein reichte, und zwar durch eine Strecke von wenigstens zweitausend Schritten. Dann aber schien er aus seinem Gebiet heraus zu kommen und da wollte er denn doch nicht weiter mit uns gehen; er kehrte also nach einigem Zögern endlich wieder um.

Ich bin fest überzeugt, daß ein großer Theil meiner Leser sich gegenwärtig ebenso über mich wundern wird, als ich mich über den Fuchs gewundert habe. Ich höre im Geiste, wie man sagt: „Das ist unserer Gutmüthigkeit und Gläubigkeit denn doch etwas zu viel zugemuthet, und wenn sogar die Naturforscher den Wunder- und Märchenglauben zu predigen anfangen, was soll dann noch werden?“

Ich will gern gestehen, daß diese Geschichte höchst wunderbar klingt; ich will noch mehr sagen: ich würde sie niemals erzählt haben, wenn ich nicht meine Gewährsleute hätte, welche schon lange vor mir nicht blos solche geringfügige und unbedeutende Beobachtungen gemacht hätten, sondern uns noch ganz andere Dinge erzählen könnten.

Vor mir liegt ein jetzt schon ziemlich altes, jedoch von allen Thierkundigen sehr hoch geachtetes Buch, betitelt: „Neue nordische Beiträge zur physikalischen und geographischen Erd- und Völkerbeschreibung, Naturgeschichte und Oekonomie. St. Petersburg und Leipzig bei Johann Zacharias Logan, 1781.“ Das Buch hat den berühmten Naturforscher Pallas zum Verfasser. Man mag nur im zweiten Theile desselben, Seite 274 u. ff., die Beobachtungen, welche der Reisende Steller auf der Behringsinsel angestellt hat, selbst nachlesen. Da heißt es wie folgt:

„Von vierfüßigen Landthieren giebt es auf Behringseiland nur die Stein- oder Eisfüchse (Cauis lagopus), welche ohne Zweifel mit dem Treibeis dahin gebracht worden und, durch den Seeauswurf genährt, sich unbeschreiblich vermehrt haben. Ich habe die Natur dieser an Frechheit, Verschlagenheit und Schalkhaftigkeit den gemeinen Fuchs weit übertreffenden Thiere mehr als zu genau während unseres unglückseligen Aufenthalts auf diesem Eilande kennen zu lernen Gelegenheit gehabt. Die Geschichte der unzähligen Possen, die sie uns gespielt, kann wohl der Affenhistorie des Albertus Julius auf der Insel Sarenburg die Wage halten. Sie drängten sich in unsere Wohnungen sowohl bei Tage als bei Nacht ein und stahlen Alles, was sie nur fortbringen konnten, auch Dinge, die ihnen gar nichts nutzten, als Messer, Stöcke, Säcke, Schuhe, Strümpfe, Mützen etc. Sie wußten so unbegreiflich künstlich eine Last von etlichen Pud von unseren Proviantfässern herabzuwälzen und das Fleisch daraus zu stehlen, daß wir es anfangs kaum ihnen zuschreiben konnten. Wenn wir einem Thier das Fell abzogen, so geschah es oft, daß wir zwei bis drei Stück Füchse dabei mir Messern erstachen, weil sie uns das Fleisch aus den Händen reißen wollten. Vergruben wir Etwas noch so gut und beschwerten es mit Steinen, so fanden sie es nicht allein, sondern schoben wie Menschen mit denn Schultern die Steine weg und halfen, unter denselben liegend, einer dem andern aus allen Kräften. Verwahrten wir Etwas auf einer Säule in der Luft, so untergruben sie die Säule, daß sie umfallen mußte, oder einer von ihnen kletterte wie ein Affe oder eine Katze hinauf und warf das darauf Verwahrte mit unglaublicher Geschicklichkeit und List herunter. Sie beobachteten all unser Thun und begleiteten uns, wir mochten vornehmen was wir wollten. Warf die See ein Thier aus, so verzehrten sie es, ehe noch ein Mensch dazu kam, zu unserem größten Nachtheil; und konnten sie nicht Alles gleich auffressen, so schleppten sie es stückweise auf die Berge, vergruben es vor uns unter Steinen, und liefen ab und zu, so lange noch etwas zu schleppen war. Dabei standen andere auf Posten und beobachteten der Menschen Ankunft. Sehen sie von ferne Jemand kommen, so vereinigte sich der ganze Haufe und grub gemeinschaftlich in den Sand, bis sie einen Biber oder Seebären so schön unter die Erde hatten, daß man keine Spur davon erkennen konnte. Zur Nachtzeit, wenn wir auf dem Felde schliefen, zogen sie uns die Schlafmützen und Handschuhe von und unter den Köpfen, und die Biberdecken und Häute unter dem Leibe weg. Wenn wir uns auf die frisch geschlagenen Biber legten, damit sie nicht von ihnen gestohlen würden, so fraßen sie unter dem Menschen ihnen das Fleisch und die Eingeweide aus dem Leibe. Wir schliefen daher alle Zeit mit Knitteln in den Händen, damit wir sie, wenn sie uns weckten, damit abtreiben und schlagen könnten.

Wo wir uns auf dem Wege niedersetzten, da warteten sie auf uns und trieben in unserm Angesicht hunderterlei Possen, wurden immer frecher, und wenn wir stille saßen, kamen sie so nahe, daß sie die Riemen von unseren neumodischen, selbst verfertigten Schuhen, ja die Schuhe selbst anfraßen. Legten wir uns, als ob wir schliefen, so berochen sie uns bei der Nase, ob wir todt oder lebendig seien; hielt man den Athem an sich, so zupften sie wohl gar an der Nase und wollten schon anbeißen. Bei unserer ersten Ankunft fraßen sie unseren Todten, während daß Gruben für sie gemacht wurden, die Nase und die Finger an Händen und Füßen ab, machten sich auch wohl gar über die Schwachen und Kranken her, daß man sie kaum abhalten konnte. Niemand konnte ohne einen Stock in der Hand seine Nothdurft verrichten, und den Koth fraßen sie gleich so begierig wie die Schweine oder hungrige Hunde weg. Jeden Morgen sah man diese unverschämten Thiere unter den am Strande liegenden Seelöwen und Seebären herumpatrouilliren und die schlafenden beriechen, ob nichts Todtes darunter sei; fanden sie ein solches, so ging es gleich an ein Zerfleischen, und man sah sie alle mit Schleppen bemüht. Weil auch besonders die Seelöwen des Nachts im Schlafe öfters ihre Jungen erdrücken, so untersuchten sie, dieses Umstands gleichsam bewußt, alle Morgen ihre Heerden Stück für Stück und schleppten die todten Jungen wie Schinder davon.

Weil sie uns nun weder Tag noch Nacht ruhen ließen, so wurden wir in der That auf sie dergestalt erbittert, daß wir Jung und Alt todtschlugen, ihnen alles Herzeleid anthaten und, wo wir nur konnten, sie auf die grausamste Art marterten. Wenn wir des Morgens vom Schlaf erwachten, lagen immer zwei oder drei in der Nacht erschlagene vor unseren Füßen, und ich kann wohl während meines Aufenthalts auf der Insel auf mich allein über zweihundert ermordete Füchse rechnen. Den dritten Tag nach meiner Ankunft erschlug ich binnen drei Stunden über siebenzig Stück mit einem Beil, aus deren Fellen das Dach über unsere Hütte verfertigt ward. – Auf’s Fressen sind sie so begierig, daß man ihnen mit der einen Hand ein Stück Fleisch vorhalten und mit der anderen die Axt oder den Stock führen konnte, um sie zu erschlagen. Wir legten einen Seehund hin, standen mit einem Stock nur zwei Schritte davon und machten die Augen zu, als ob wir nicht sahen; bald kamen sie angestiegen, fingen an zu fressen und wurden erschlagen, ohne daß sich die andern daran hätten spiegeln und entlaufen sollen. Wir gruben ein Loch oder Grab und warfen Fleisch oder ihre todten Cameraden hinein; ehe man sich’s versah, war die ganze Grube voll, da wir denn mit Knütteln Alles erschlugen. Obgleich wir ihre schönen Felle, deren es hier wohl über ein Dritttheil von der bläulichen Art giebt, nicht achteten, auch nicht einmal abzogen, lagen wir doch beständig gegen sie als unsere geschworenen Feinde zu Felde.

Alle Morgen schleppten wir unsere lebendig gefangenen Diebe bei den Schwänzen zur Execution vor die Caserne auf den Richtsatz, wo einige enthalst, andern die Beine zerschlagen oder eins nebst dem Schwanze abgehauen wurde. Einigen stach man die [265] Augen aus; andere wurden bei den Füßen paarweise oder lebendig aufgehangen, da sie sich einander todtbeißen mußten. Einige wurden gesengt, andere mit Katzen zu Tode gepeitscht. Das Allerlächerlichste ist, wenn man sie erst beim Schwanze festhält, daß sie aus allen Kräften ziehen, und dann den Schwanz abhaut; da fahren sie einige Schritt voraus und drehen sich, wenn sie den Schwanz missen, über zwanzig Mal im Kreise herum. Dennoch ließen sie sich nicht warnen und von unseren Hütten abhalten; und zuletzt sah man unzählige ohne Schwanz oder mit zwei oder drei Beinen auf der Insel herumlaufen.

Wenn diese geschäftigen Thiere einer Sache Nichts anhaben können, wie z. B. Kleidern, die wir zuweilen ablegten, so loseten und harnten sie darauf; und dann geht selten Einer vorbei, der dies nicht thun sollte. Aus Allem ersehe man, daß sie hier nie einen Menschen mußten gesehen haben und daß die Furcht vor den Menschen den Thieren nicht angeboren, sondern auf lange Erfahrung gegründet sein müsse.“

Nach solcher Beweisführung glaube ich, daß wohl keiner meiner Leser mehr an meiner Wahrhaftigkeit zweifeln wird. –