Ein Dank aus Südamerika

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Titel: Ein Dank aus Südamerika
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aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 320
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1865
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[320] Ein Dank aus Südamerika. Grundsätzlich haben wir uns bisher aller und jeder Empfehlung von Bock’s „Buch vom gesunden und kranken Menschen“ im redactionellen Theile unseres Blattes enthalten und wollen auch beute nicht von diesem Grundsätze abweichen, können uns aber nicht versagen, im Nachstehenden einen Brief abzudrucken, welchen kürzlich unser verehrter Mitarbeiter Herr Professor Bock aus einer Gegend empfangen hat, in der sonst deutsche Literatur wohl kann, sehr verbreitet sein dürfte.

Sicher wird dieses Schreiben durch seinen Inhalt sowol als durch seine Beigaben auch den Lesern unseren Blattes von Interesse sein.

„Osoino, Provinz Valdivia in Süd Chile, am 16. Sept. 1864.
Hochgeehrtester Herr Professor!
.

Obgleich ich nicht die Ehre habe, persönlich von Ihnen gekannt zu sein, so glaube ich doch auf Ihre Entschuldigung rechnen zu dürfen, indem ich diese Zeilen an Sie richte, welche allein das aufrichtigste Gefühl der Hochachtung und Dankbarkeit mir in die Feder giebt.

Ihnen, Herr Professor, verdanke ich nicht allein meine Gesundheit, sondern auch die Ruhe den Gemüthes, welche mich in den Stand setzt, mit unbefangenem Blicke die kurze Lebensstrecke zu übersehen, die meinem vorgerückten Alter noch zugemessen ist.

Nachdem ich von dem hiesigen Arzte Jahre lang aus eine Leberkrankheit behandelt worden war, ohne eine Besserung meinen Zustandes eintreten zu sehen, führte ein glücklicher Zufall mir Ihre Schrift „Vom gesunden und kranken Menschen“ in die Hände, welche mir bald Arzt und Apotheke ersetzte. Die ruhige, überzeugende Klarheit Ihrer Darstellung befreite mich von einer Last eingebildeter Sorgen wegen den trostlosen Verlaufs meiner Krankheit und erfüllte mich mit Lebenslust, indem sie mich anregte mit ungetrübtem Herzen über die wahre Beschaffenheit meines Leidens und seiner Behandlung mich zu belehren, wobei die gleichzeitige Anwendung der einfachen Hausmittel, welche ich in verschiedenen Heften der „Gartenlaube“ „zerstreut fand, mein körperliches Wohlbefinden in jeder Beziehung beförderte.

Durch eigne Erfahrung von der wohlthuenden Wirkung und der Zweckmäßigkeit Ihres ärztlichen Rathes fest überzeugt, habe ich mich bemüht, das obengenannte Buch unter den Mitgliedern meiner Familie und auch in weitern Kreisen zu verbreiten, während Ihr Bild in meinem Zimmer den Gegenstand der Verehrung bildet, welche Ihrer Person darzubringen mir nicht verstattet ist.

Indem ich mir erlaube, als ein Zeichen dieser Gesinnung die beifolgenden Kleinigkeiten Ihnen zu übersenden, welche nur durch Ihre freundliche Annahme einen Werth erhalten, zeichne ich mit aufrichtigster Hochachtung

Ihr ergebenster
Justo H. G … c.“

Diese „Kleinigkeiten“, die seit dem August des vorigen Jahres unterwegs gewesen waren, bestehen in einem Löwenfelle - zwei Otterfellen – einer großen wollenen Decke, chilenische Weberei. Sie steckt in einem Binsensacke, wie sie die Indianerinnen als Tragkörbe auf dem Rücken tragen, indem sie die Schnur vor der Stirn anlegen - einem Mate-Gefäß, bestehend aus einem Calabazo auf Silbergestell nebst silberner Bombilla; hierzu ein Päckchen Paraguaythee - goldenen, silbernen und kupfernen Geldstücken, wie sie früher und jetzt in Chile in Gebrauch; acht goldenen – davon einige im Werthe von fünfzig Thalern – zehn silbernen und vier kupfernen - verschiedenen irdenen Töpfchen – einigen Rebhuhneiern - einem Bündel Fidibus aus Alerzeholz – einem kleinen Calabazo mit gemahlenem Gewürz - Holzknorren, krankhaften Auswüchsen von Aepfelbäumen; einer Cigarrenspitze daraus – einem Glas mit Marmelade von Murta Beeren – Caque, Waffe der Pehuenches (zwei Kugeln an einem Strick).