Ein Jahrbuch der Natur

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Titel: Ein Jahrbuch der Natur
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 13, S. 418–419
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[418] Ein Jahrbuch der Natur. Ein unbeschreiblicher Zauber liegt in dem Wechsel der Jahreszeiten unserer gemäßigten Zone. In stetigem Wandel zieht an uns das organische Leben in allen seinen Erscheinungen vorüber: Leben und Tod, Schlummer und Erwachen fesseln das Auge und regen den Geist zur Beobachtung an. Auch die Natur hat ihren Kalender, ihre hohen Feste und ihre Trauerzeiten, und ein großer Theil unserer menschlichen Feste hängt mit diesen Naturerscheinungen zusammen. Die große Masse des Volkes vermag jedoch nur die Haupterscheinungen festzuhalten, den Einzelheiten kann sie nicht folgen; denn scheinbar zu groß ist die Zahl derselben. So beschränkt sich ein jeder auf die Beobachtung derjenigen [419] Erscheinungen, die seinem Berufskreise am nächsten liegen. Dadurch geht aber der große Vortheil verloren, den uns ein allgemeiner Ueberblick über alle Naturerscheinungen bietet. Naturforscher, welche die Wissenschaft volksthümlich darzustellen suchten, waren darum von jeher bestrebt, das heimische Naturleben im Kreislauf des Jahres in dessen Allgemeinheit der großen Masse der Naturfreunde vorzuführen, und wir verfügen über einige treffliche Werke, welche diesen Zweck erfüllen, wie z. B. die unvergleichlichen „Vier Jahreszeiten“ von Roßmäßler. Bis jetzt fehlte jedoch eine Darstellung dieses anziehenden Stoffes nach den Monaten. Sie ist nicht so leicht zu geben, denn die Natur hält sich nicht immer an die Termine des gedruckten Kalenders: die Jahreszeiten treten bald früher, bald später ein, und die Blüthezeit der Pflanzen, die Wanderzüge der Vögel, die Erscheinungen des Lebens in dem großen Heere der Insekten lassen sich nicht in engen Kalendergrenzen bestimmen. Man muß bei einer solchen Arbeit einen Kompromiß zu schließen suchen zwischen dem freieren Walten der Naturkäfte und den festen Schranken des bürgerlichen Jahres. Daß dies trotz aller Schwierigkeiten möglich ist, beweist uns ein neues Werk von Dr. Karl Ruß „Das heimische Naturleben im Kreislauf des Jahres. Ein Jahrbüch der Natur“ (Berlin, Robert Oppenheim). Es ist sozusagen ein immerwährender Naturkalender, in welchem alles aufgeführt wird, was in unserer Heimath während der einzelnen Monate im Pflanzen- und Thierreich sich ereignet, und in dem auch die menschliche Thätigkeit im Zusammenhang mit der Natur: Jagd, Vogelschutz, Forstwirthschaft, Fischerei, Thierzucht, Gärtnerei etc. berücksichtigt wird. Ein solches Werk ist bis jetzt noch in keiner Litteratur erschienen, und Dr. Karl Ruß ist es gelungen, ein Buch zu schaffen, für das ihm ein jeder Naturfreund dankbar sein muß, und das als echtes Volksbuch in jeder Familie mit Nutzen verwendet werden kann. *