Ein neuer Schoenberg in New-York

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Paul Bekker
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein neuer Schoenberg in New-York
Untertitel:
aus: Pariser Tageblatt, Jg. 3. 1935, Nr. 698 (10.11.1935), S. 4
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1935
Verlag: Pariser Tageblatt
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Paris
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Musik (Artikel für das Pariser Tageblatt).pdf
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite



Ein neuer Schoenberg in New York


Ein neues Werk von Arnold Schönberg gelangte im Rahmen der New Yorker Philharmonischen Konzerte zur Erstaufführung, nachdem es bereits im Frühjahr in Los Angeles gespielt worden war. Es ist eine Suite für Streichorchester, komponiert Ende des vorigen Jahres in Hollywood, ursprünglich geplant als „Schul-Suite“, für die Aufführung also durch Schul-Orchester. Diese Absicht mag sich späterhin geändert haben, aber der Grundcharakter des Werkes ist – man muss sagen: leider – der gleiche geblieben. Das Ganze ist eine Spielerei, ziemlich redselig, ohne persönliche Prägung. Schönberg überrascht die Mitwelt dadurch, dass er plötzlich nicht nur in alten Formen, sondern auch im alten harmonischen Stil schreibt: eine Ouvertüre und Triplefuge à la Händel, dann ein Adagio (Variationen), Menuett, Gavotte, Gigue. Für einen Kostüm-Scherz gibt sich das Ganze zu gewichtig, für anderes aber ist es inhaltlich zu belanglos. Stünde nicht der Name Schönberg auf dem Programm, so würde niemand den Komponisten des „Pierrot Lunaire“ als Autor vermuten. – Die Aufführung wurde wie in Los Angeles von Otto Klemperer geleitet, der damit innerhalb von drei Konzerten die erste und für die nächste Zeit einzige Novität dieser grossen Konzerte brachte. Auch Klemperer scheint sich in bezug auf Programmgestaltung wie auf Direktionsart immer mehr zum „alten Stil“ zu bekehren, nur ist er nicht Persönlichkeit genug, um solche Objektivierung durch gesteigerte Intensität zu ersetzen. So wird eine laue Farblosigkeit mehr und mehr zum Kennzeichen dieser Konzerte und man fängt an, die Wochen bis zur Toscanini-Ankunft zu zählen.