Ein neues Kunstwerk der Bildwirkerei

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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Ein neues Kunstwerk der Bildwirkerei
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 384
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1867
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: „Heinrich IV. in Canossa“ von (Hermann Plüddemann) als Seidengewebe
Blätter und Blüthen
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[384] Ein neues Kunstwerk der Bildwirkerei. Unsere Leser erinnern sich jenes „Heinrich des Vierten in Canossa“, den wir nach dem großen Oelbilde Plüddemann’s in Nr. 16 der Gartenlaube von 1862 in einem trefflichen Holzschnitt mittheilten. Diese Copie liegt nun als ein in Seide gewebtes Bild vor uns. Herr H. F. Schaller, Manufacturzeichner und Kartenschläger zu Ernstthal in Sachsen, hat dasselbe als eine Probe, bis zu welchem Grade der Kunstfertigkeit und Vollkommenheit es im Fache der Weberei gebracht wurde, für die Chemnitzer Gewerbeausstellung dieses Jahres herstellen lassen. Wie mühselig diese Arbeit ist, erkennt auch der Nichtsachverständige an den Angaben, daß zu diesem 93/4 Zoll breiten und 143/4 Zoll hohen Bildgewebe nicht weniger als eintausend einhundert sechsundsiebenzig Kettenfäden, dreitausend dreihundert Einschläge oder Schüsse und demnach zusammen sechstausend sechshundert Musterkarten gehörten. Dasselbe Bild wird in Wolle 53/4 Leipziger Ellen hoch und 33/4 Ellen breit hergestellt. Der Werth dieser gewebten und gewirkten Bilder besteht bekanntlich in ihrer Dauerhaftigkeit, und eben deswegen wendet man diese technische Kunst nur für Kunstwerke an, die eines solchen Aufwandes von Mühe, Zeit und Kosten für den Vorzug ihrer Dauerhaftigkeit werth sind. Wir freuen uns, daß Herrn Schaller zu dem von ihm bevorzugten Gegenstande der patriotische Wunsch hinzog, daß dieses deutscher Industrie entsprungene Bild in jedem Beschauer den Muth des deutschen Mannes wach rufen möge, „damit ein Jeder nach seinen Kräften dazu helfe, daß solche Schmach (wie Deutschland damals in seinem Kaiser erlebt) in unseren Zeiten auch auf andere Weise nicht wiederkehre.“