Ein seltenes Naturspiel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein seltenes Naturspiel
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 648
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[648]
Ein seltenes Naturspiel.
Die Gartenlaube (1860) b 648.jpg

Es gibt Gegenden der Erde, wo die Sonne, von einem bestimmten Punkte aus gesehen, mehrmals während ihres Laufes hinter Bergen verschwindet und dann wieker zum Vorschein kommt, wo sie also, wie man sich ausdrücken könnte, mehrmals auf- und untergeht. Dies findet unter andern in besonders bemerkenswerther Weise den 13. und 14. Januar jeden Jahres bei dem Bosruck, einem Berge in Oberösterreich statt, wenn man von dem eine Meile entfernten Spital am Pyhrn aus beobachtet, wie kürzlich ein gewisser Herr Riedler durch eine Zeichnung, deren Copie wir mittheilen, bekannt gemacht hat. Der östliche Abhang des Bosruck fällt hiernach nahe mit der Linie zusammen, welche die Sonne an jenen beiden Tagen von ihrem Aufgange an beschreibt, und da dieser Bergrücken sehr zerklüftet ist, so ereignet es sich, daß sie während des Vormittags acht Mal zum Vorschein kommt, sieben Mal wieder verschwindet. Die Punkte, wo dies geschieht, sind in unserer Zeichnung durch 1. 2. 3. etc. kenntlich gemacht, und die Sonne wird sich an diesen Punkten resp. um 9 Uhr 45 M., 10 Uhr, 10 Uhr 10 M., 10 Uhr 15 M., 10 Uhr 25 M., 10 Uhr 35 M., 10 Uhr 45 M. und 11 Uhr 20 Minuten befinden. Die Höhe der Sonne über dem Horizont beträgt zu eben diesen Zeilen der Reihe nach 151/6, 171/2, 181/3, 191/6, 20, 205/6, 22 und 24 Grad. Doch ist dabei zu bemerken, daß diese Zahlenangaben nur als rohe Näherungswerthe gelten können, da uns die geographische Breite des Ortes und alle sonstigen Angaben nur sehr oberflächlich bekannt sind.

Bemerkenswerth ist bei der Mittheilung des Herrn Riedler noch, daß er nichts davon erwähnt, daß dieselbe Erscheinung auch den 28. und 29. November jeden Jahres stattfinden muß, weil an diesen beiden Tagen die Sonne sehr nahe dieselbe Declination hat, als am 13. und 14. Januar. Ist dies seiner Beobachtung entgangen?