Eine englische Predigt

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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Eine englische Predigt
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aus: Die Gartenlaube, Heft 8, S. 128
Herausgeber: Ernst Keil
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1866
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Predigt in einer Dissentergemeinde
Blätter und Blüthen
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[128] Eine englische Predigt. In eine Dissentergemeinde auf dem Lande war vor Kurzem ein Geistlicher eben mitten in einer Predigt über das ewige Leben begriffen, als er die zufällige Anwesenheit des alten Lord Anglesey bemerkte. Plötzlich wandte er sich direct an den Lord und sprach: „Mylord, nehmen wir an, Sie seien gestorben; der Todesengel hat sich Ihrer Seele bemächtigt und dieselbe an die Schwelle der Himmelspforte gebracht. Aber es kann nicht Jeder, der will, in’s Paradies eintreten, die Thür, welche dahin führt, ist sehr eng und überdies sehr streng bewacht.

‚Oeffnet,‘ ruft der Todesengel, welcher gern so schnell wie möglich für Ew. Gnaden einen guten Platz im Himmel erlangen möchte, ‚öffnet doch!‘

‚Für wen?‘ fragt St. Petrus.

‚Für den edlen Grafen von Anglesey.‘

‚Wer ist er?‘

‚Ehemaliger Officier in der Armee des Herzogs von York.‘

‚Aber Petrus erwidert: Als solcher steht er nicht auf unserer Liste.‘

‚Er war aber doch Oberbefehlshaber der Artillerie.‘

‚Das ist möglich, wir kennen ihn aber nicht.‘

‚Er war zweimal Lordlieutenant von Irland.‘

‚Ich bestreite es nicht, aber er ist uns unbekannt.‘

‚Er befehligte die Cavalerie bei Waterloo.‘

‚Ich wiederhole es, wir kennen ihn nicht.‘

‚Er war aber doch lange Zeit Präsident der Bibelgesellschaft.‘

‚Ach!‘ rief der Apostel, ‚das ist etwas Anderes, dann mag er eintreten; sein Name steht wirklich auf dem Register der Gesegneten und Auserwählten!‘“