Eine hochherzige Stiftung zur Pflege der Wissenschaft

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Titel: Eine hochherzige Stiftung zur Pflege der Wissenschaft
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 8, S. 131
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[131] Eine hochherzige Stiftung zur Pflege der Wissenschaft ähnlich der Wentzelschen, die wir in Nr. 43 des vorigen Jahrgangs zu verzeichnen hatten und welche der Berliner Akademie der Wissenschaften zugefallen war, ist neuerdings von dem Wiener Bürger Joseph Treitl dem gleichen Institut seiner Vaterstadt testamentarisch überwiesen worden. Der in hohem Alter Verstorbene, welcher auch dem öffentlichen Wohle lange Jahre als Mitglied des Wiener Gemeinderats diente, hat die Wiener Akademie der Wissenschaften zur Universalerbin seines Vermögens eingesetzt, das sich aus über eine Million Gulden beläuft, von welcher Summe ungefähr 200 000 von besonderen Legaten beansprucht werden. Der alte Herr, der in seinem Haus in der Wiedener Vorstadt in stiller Zurückgezogenheit lebte, war ein eifriger Anhänger der Naturwissenschaften, im besondern zog ihn die Astronomie mächtig an. Dementsprechend hat er unter den besonderen Zwecken, denen seine Stiftung dienen soll, die Erforschung der physikalischen Beschaffenheit der Himmelskörper und des Erdballs an erster Stelle genannt. Er erwartet aber nach dem Wortlaut seines Testaments von der Akademie eine Verwendung, durch welche auf dem Wege der Belehrung und Aufklärung auch eine Kräftigung der Moral, Erweiterung gewerblicher Kenntnisse, Vereinfachung der Heilkunst und Hebung des materiellen Wohlstandes erreicht werden kann. Das letztere verspricht er sich von dem immer weiteren Bekanntwerden neuerer Entdeckungen, die sich zur praktischen Verwertung eignen. Der wackere Wiener hat sich mit seiner Stiftung ein Denkmal gesetzt, das in der Wissenschaft noch in ferner Zeit lebendig fortwirken wird.