Eine physiognomische Aufgabe für unsere Leser!

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Herbert König
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Eine physiognomische Aufgabe für unsere Leser!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 3, S. 45
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1861
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Auflösung siehe Heft 6:Auflösung des physiognomischen Bilder-Räthsels
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[45]

Eine physiognomische Aufgabe für unsere Leser!

Die Gartenlaube (1861) b 045.jpg

Die Copie des Portraits ist auf’s Treueste nach der Original-Zeichnung wiedergegeben, die im Anfange der dreißiger Jahre nach der Natur entworfen wurde. Die bekannte Frisur à la Giraffe, die weiße Cravatte und die sehr kurze Rocktaille sprechen allein schon dafür. Prüfen wir aber den Kopf näher, in dem, allerdings schon durch die damalige Mode hervorgerufen, durchaus etwas Geschniegeltes liegt, so fällt uns zunächst der halb scheue, halb lauernde Blick des Mannes auf, der sich höchstens in der Mitte von zwanzig Jahren befinden mag. Die Augendeckel scheinen die Iris beinahe zur Hälfte zu durchschneiden und werfen einen breiten Schatten über das Auge.

Die Brauen sind stark und südlichen Ausdrucks, die Nase scharf markirt, der Mund unbedeutend, vielleicht etwas süßlich, gewiß aber nicht schön, denn der junge Herr scheint die Haare des spärlichen Schnurrbarts absichtlich darüber gezogen zu haben. Das Kinn wie der ganze untere Theil des Gesichts, mehr zurückfliegend, läßt beinahe auf Sanftmuth schließen. Wir haben einen guten Volksausdruck für derartige Persönlichkeiten, man nennt sie gewöhnlich „Duckmäuser“, und glauben, dieses Wort dürfte das bezeichnendste für unsern Mann sein. Er lebt noch! Er steht auf einer der höchsten Stufen und – es bleibt nur noch unsern Lesern zu errathen, wer dieser Mann ist.

Zur Zeit der Auflösung unsers physiognomischen Räthsels wollen wir Rechenschaft über unser heutiges Bild geben – wen es vorstellt – von wannen es kommt – wo es entstand. Vorläufig nur so viel: die Originalzeichnung befindet sich im Besitz des pens. Hofschauspielers Herrn Kriete.

H. K.