Einem Baubruder

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Textdaten
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Autor: Louise Otto
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Titel: Einem Baubruder
Untertitel:
aus: Mein Lebensgang. Gedichte aus fünf Jahrzehnten. S. 256-257
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1860-1870
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Moritz Schäfer
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[256]
Einem Baubruder.


I.

An die Vigilien, die wir gehalten
Vor inhaltsvollen, heil’gen Festestagen
Denk’ ich entzückt wie an ein Flügelschlagen
Des Genius, trotz irdischer Gewalten.

5
Denk’ ich mit andachtsvollem Händefalten!

Denn ob dem Niederen emporgetragen
Von der Begeistrung goldnem Sonnenwagen,
Umringten uns nur himmlische Gestalten.

Wie einstens jene frommen Brüderschaften,

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Die sich dem Dienst der heil’gen Baukunst weihten,

Profanem Wesen siegreich sich entrafften:

So soll auch uns ein heilig Paßwort leiten,
Für des vereinten Strebens Reinheit haften,
Und in den Kampf des Lebens uns begleiten.

II.

15
Das Paßwort, das gleich einem Sonnenstrahle

Den Pfad zum Ziele zeigt, lichtübergossen,
Bauhütten öffnet, die uns sonst verschlossen,
Dies Paßwort heißt: Getreu dem Ideale.

[257]
Vor dieser Losung sind mit einem male
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Verscheucht die Thoren, die es stets verdrossen,

Wenn keusche Seelen Himmelstrank genossen,
Entquollen einem wunderreichen Grale.

Wir aber sind durch dieses Wort verbunden
Mit heilgem Band, durch keine Macht zu trennen,

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Seit wir uns so auf gleichem Pfad gefunden!


Und wollen kühn vor einer Welt bekennen,
Daß wandellos, schlüg’ sie uns drum auch Wunden,
Wir Streiter uns fürs Ideale nennen.