Einem Künstler

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Louise Otto
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Einem Künstler
Untertitel:
aus: Mein Lebensgang. Gedichte aus fünf Jahrzehnten. S. 258-259
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1860-1870
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Moritz Schäfer
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[258]
Einem Künstler.


Robert.

Du hast’s gewagt, den Zauberzweig zu pflücken,
Dich selber der Unsterblichkeit zu weihen,
Uns andern aber höchstes Glück zu leihen,
Im sel’gen Aufschwung und im Weltentrücken.

5
Du hast’s gewagt – uns bleibt nur das Entzücken,

Denn Himmelsmächte sind es, die Dich feien,
An der Heroen edle Schar Dich reihen
Mit ihrer schönsten Glorie Dich schmücken.

Ein Zauberreich mit heil’gen Tempelhallen,

10
Drinn Geisterscharen jenen Zweig behüten,

Das ist die Kunst zu der viel Tausend wallen –

Doch Wen’gen nur, die um den Zweig sich mühten,
Ist er als Preis des Sieges zugefallen –:
Dein aber ist er, Dein mit allen Blüten!

Lara.

15
„Wenn Lara kämpft für seine eigne Ehre“,

So kämpft er für die Ehre alles Schönen
Und alles Hohen, kämpft mit Göttertönen,
Und allem Niedrem setzt er sich zur Wehre.

[259]
Es ist die Kunst in ihrer ganzen Hehre,
20
Begleitet von den lächelnden Kamönen,

Die dann sich nahn, den Genius zu krönen,
Der ein Verkünder ihrer reinsten Lehre:

Das Ew’ge soll im Endlichen erscheinen
Und doch uns selbst ins Reich des Ew’gen heben,

25
Wo wir der Andacht Freudenthränen weinen.


Zum höchsten Ziel der Kunst, dem einzig einen,
Heißt zu dem höchsten Ideale streben:
Sich selbst der Welt als Ideal zu geben.