Elektrische Kraft Hertz:072

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Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
Seite 72
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4. Einfluss des ultravioletten Lichtes auf die elektrische Entladung.


rohen Beobachtungen mit, welche sich bei der durch Fig. 8. dargestellten Versuchsanordnung ergaben:

Entfernung Länge des Funkens B in mm
der Funken vor nach Unterschied
in cm Einschaltung der Platte
0,8 0,8 0
50 0,9 0,8 0,1
40 1,0 0,8 0,2
30 1,1 0,8 0,3
20 1,3 0,8 0,5
10 1,5 0,8 0,7
 5 1,6 0,8 0,8
 2 1,8 0,8 1,0

     Wie man sieht, steigt unter Umständen die Schlagweite durch Entfernung der Platte auf ihren doppelten Werth.

     4. Die in der Tabelle mitgetheilten Beobachtungen können auch angezogen werden zum Beweise der folgenden Aussage, welche man freilich von vornherein gemuthmasst haben wird: Die Erscheinung beruht nicht darauf, dass die Platte ihrerseits den Funken B beeinträchtigt, sondern darauf, dass die Platte eine die Schlagweite befördernde Wirkung des Funkens A wieder aufhebt. Stellen wir das Funkenmikrometer bei grosser Entfernung der Funken A und B so ein, dass der Funke B eben nicht mehr übergeht, und nähern nun das Funkenmikrometer dem Funken A, so tritt der Funkenstrom B wieder auf - dies ist die Wirkung; schieben wir nun die Platte ein, so erlischt der Funkenstrom wieder - dies ist die Aufhebung der Wirkung. Die Platte bildet demnach nur das Mittel, die Wirkung des Funkens A bequem und deutlich sichtbar zu machen. Ich nenne fortan den Funken A den activen, den Funken B den passiven Funken.

     5. Die Wirksamkeit des activen Funkens ist nicht an eine besondere Form desselben gebunden. Sowohl Funken zwischen Kugeln, als solche zwischen Spitzen zeigten sich wirksam. Kurze gerade Funken äusserten ihren Einfluss, ebenso auch lange gezackte. Zwischen lichtschwachen bläulichen und hellleuchtenden weissglänzenden Funken war kein wesentlicher Unterschied. Schon Funken von 2 mm Länge machten ihren Einfluss auf grössere Entfernung geltend. Es geht ferner die Wirkung nicht von einem