Elektrische Kraft Hertz:138

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Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
Seite 138
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8. Ueber elektrodynamische Wellen im Luftraume.


der ankommenden Welle. Der Knotenpunkt, welcher sich bei Vorhandensein vollkommener Leitung in der Wand selbst ausbilden würde, muss demnach in Wirklichkeit etwas hinter der Grenze der Wand liegen, etwa im Punkte A unserer Zeichnung. Soll demnach die doppelte Entfernung A B, also die Entfernung A C, der halben Wellenlänge entsprechen, so sind die geometrischen Verhältnisse der stehenden Welle von der Art, wie sie in der üblichen Symbolik durch die ausgezogene Wellenlinie der Figur dargestellt ist. Die Kräfte, welche auf die beiden Seiten des Kreises in den Lagen I, II, III, IV wirken, sind dann nach Grösse und Richtung für einen bestimmten Augenblick richtig durch die beigesetzten Pfeile dargestellt. Ist also in der Nähe eines Knotenpunktes die Funkenstrecke dem Knotenpunkte zugekehrt, so wirkt in dem Kreise eine stärkere Kraft unter günstigen Verhältnissen gegen eine unter ungünstigen Verhältnissen wirkende schwächere Kraft. Ist aber die Funkenstrecke vom Knotenpunkt abgewandt, so wirkt jetzt die stärkere Kraft unter ungünstigen Verhältnissen gegen die nunmehr unter günstigen Verhältnissen wirkende schwächere Kraft. Welche Kraft auch in letzterem Falle das Uebergewicht hat, unter allen Umständen müssen die Funken in letzterem Falle schwächer ausfallen, als in ersterem, und so erklärt sich der Wechsel des Vorzeichens unserer Erscheinung nach jeder Viertelwellenlänge.

     Unsere Erklärung giebt selbst die Mittel an die Hand, ihre Richtigkeit weiter zu prüfen. Ist sie richtig, so muss der Wechsel des Vorzeichens im Punkte B und D in ganz anderer Weise erfolgen, als im Punkte C. Die Figur stellt in V, VI, VII den Kreis in diesen Lagen mit den wirkenden Kräften dar, und man ersieht leicht: führen wir in B oder D die Funkenstrecke durch Drehung des Kreises in sich selbst aus der einen in die andere Lage über, so wechselt die Schwingung ihre Richtung relativ zu einer festen Richtung im Kreise, die Funken müssen daher bei dieser Drehung einmal oder eine ungerade Zahl von malen Null werden. Hingegen wechselt bei gleichem Verfahren in C die Schwingung ihre Richtung nicht, und die Funken müssen also keinmal oder eine gerade Anzahl von malen verschwinden. Wenn wir nun den Versuch wirklich ausführen, so bemerken wir in der That: In B nimmt die Intensität der Funken ab, sobald wir die Funkenstrecke aus entfernen, wird Null im