Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen

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Autor: Heinrich Heine
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Titel: Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen
Untertitel:
aus: Vermischte Schriften.
Erster Band
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S. 198–199
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Hoffmann und Campe
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Erscheinungsort: Hamburg
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Quelle: Heinrich-Heine-Portal und Scans auf Commons
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[198]
XX.
Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen.


     Wir Bürgermeister und Senat,
Wir haben folgendes Mandat
Stadtväterlichst an alle Classen
Der treuen Bürgerschaft erlassen.

5
     Ausländer, Fremde, sind es meist,

Die unter uns gesät den Geist
Der Rebellion. Dergleichen Sünder,
Gottlob! sind selten Landeskinder.

     Auch Gottesläugner sind es meist;

10
Wer sich von seinem Gotte reißt,

Wird endlich auch abtrünnig werden
Von seinen irdischen Behörden.

[199]

     Der Obrigkeit gehorchen, ist
Die erste Pflicht für Jud’ und Christ.

15
Es schließe jeder seine Bude

Sobald es dunkelt, Christ und Jude.

     Wo ihrer drei beisammen stehn,
Da soll man auseinander gehn.
Des Nachts soll niemand auf den Gassen

20
Sich ohne Leuchte sehen lassen.


     Es liefre seine Waffen aus
Ein jeder in dem Gildenhaus;
Auch Munition von jeder Sorte
Wird deponirt am selben Orte.

25
     Wer auf der Straße raisonirt,

Wird unverzüglich füsilirt;
Das Raisonniren durch Geberden
Soll gleichfalls hart bestrafet werden.

     Vertrauet Eurem Magistrat,

30
Der fromm und liebend schützt den Staat

Durch huldreich hochwohlweises Walten;
Euch ziemt es, stets das Maul zu halten.