Es ist so leicht, in Glück und Glanz

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Textdaten
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Autor: Rudolf Lavant
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Titel: Es ist so leicht, in Glück und Glanz
Untertitel:
aus: Eichenlaub und Fichtenreis
Herausgeber: Wilhelm Achilles
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1901
Verlag: Verlag von Wilhelm Achilles
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Erscheinungsort: Leipzig-Eutritzsch
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Quelle: Scans auf Commons,
S. 06–08
Kurzbeschreibung:
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[6]

6. (1876.)

     Mel.: Stimmt an mit hellem, hohem Klang etc.

     1. Es ist so leicht, in Glück und Glanz von Sieg zu Sieg zu eilen und mühelos der Ehren Kranz mit Tausenden zu theilen.

     2. Es ist so schwer, in Drang und Not die Fahne zu entfalten und sie, bestritten und umdroht, entschlossen fest zu halten.

     3. Es ist so leicht, den Nebenmann, der stürzte, zu vergessen, wenn immer Zwei für Einen dann sich in die Lücke pressen.

     4. Es ist so schwer, es unentwegt und ungebeugt zu sehen, wie es die Rotten niederlegt, die da und dort noch stehen.

[7]

     5. Es ist so leicht, wenn Trommeln rauh und wild zum Sturme schlagen, den Feind aus Gräben und Verhau im Siegeslauf zu jagen.

     6. Es ist so schwer, wenn still verblich der goldne Stern der Ehren, in einer letzten Schanze sich in stummem Grimm zu wehren.

     7. Doch Denen ziemt das grünste Reis um Schläfe voller Narben, die treu geschützt um jeden Preis die Ehre ihrer Farben.

     8. Es macht erst die Beharrlichkeit den Ritter ohne Tadel – die echte Treue erst verleiht den vollen Mannesadel.

     9. Es soll die Seele flackern nicht und Funken hell versprühen – sie soll, ein stilles, reines Licht, in gleicher Stärke glühen.

     10. Die rasch Entbrannten sind es nicht, die für die Dauer taugen und aus dem Ueben ernster Pflicht sich neue Kraft nur saugen.

     11. Es ist allein auf Jene noch ein völliges Verlassen, die Neues langsam nur, jedoch mit Zähigkeit erfassen.

     12. Dann mag es kommen, wie es mag – sie schließen streng die Glieder, und nimmer wirft ein einz’ger Tag auf immerdar sie nieder.

     13. Sie lieben nicht der Worte Wust und nicht das eitle Prunken, doch hegen sie in tiefster Brust den schönen heil’gen Funken.

     14. Sie halten auch für männlich nicht das Winseln und das Klagen, sie pflegen still und stark und schlicht die schlimme Zeit zu tragen.

     15. Und thut sich ihre Freude kund, so ist’s in hellen Blicken, in einem Lächeln um den Mund, in einem frohen Nicken.

[8]

     16. Es hat der Bau, den Stein um Stein wir emsig aufgemauert, umzuckt von manchem Wetterschein, bis heute ausgedauert.

     17. Wir haben’s jenem Geiste nur, dem männlichen, zu danken, wenn er den Sturm, der drüber fuhr, bestanden ohne Wanken.

     18. Und waltet er in Allen fort, so dürfen voll Vertrauen auf diesen starken Zauberhort wir in die Zukunft schauen.

     19. Den Geist, der alle Not bezwang und den wir freudig preisen, es soll ihn unser Lebelang nichts aus der Seele reißen!