Fürst Johann II von Anhalt stellt den Brauern zu Zerbst einen Innungsbrief aus

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Textdaten
Autor: Johann II von Anhalt
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Titel: Fürst Johann II von Anhalt stellt den Brauern zu Zerbst einen Innungsbrief aus
Untertitel:
aus: Codex diplomaticus Anhaltinus. Vierter Theil. 1351–1380., S. 321 f.
Herausgeber: Otto von Heinemann
Auflage:
Entstehungsdatum: 13. Oktober 1375
Erscheinungsdatum: 1877
Verlag: Emil Barth
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Erscheinungsort: Dessau
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Quelle: Scans auf Commons
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[299] Wy Johannes von Gots gnaden furste zu Annhalt und grave zu Asschanien und unse rechten erven bekennen offintlichen in diessen briffe vor allen, dy on sehn adir horen leszin, dat unse liben getruwen die rathmannen, scheppfen, inningmeystere und burgere gemeyne unser Stadt Czerwst eyndrechtig wurden seint umbe eyn inninge der bruwere mit unser witschafft, rade und fulbordt in sotaner wisze, als hirnach bescrebin steyt. Alle kinder, die in der burgerschafft und in der bruwer inninge geboren synth adir werden, die schollen disse inninge behalden von oren olderen. Vortmehr alle, die unse medeburger sint und ny gebruwen haben, die sollen disse inninge winnen ohn und oren kindern, die in der burgerschafft geboren sinth adir werden, mit eynen pfunt wachses tho den lichten und mit drein veirdingen Brandenburgeschs sulvers; des schal unsen gnanten herren von Annhalt eyn veirding und der Stadt eyn veirdingk und der innige eyn veirdingk, und wen dat gelt gegeven ist, so mach he disser inningen von stadt an gebruken. Vorthmehr offt eyn frommer man nymmet eyne iunckfrawe adir weduwen tho echte, die in der inninge bescreben ist edder noch bescreven, wil he sick dusser ergenanten innunge gebruken, hy schal sye winnen ohn und synen kynderen, die in der innunge geboren worden, mit eyn punth wachses tho den lichten und mit drein marcken Brandemburgeschs silbirs; des schal unsen herren eyne margk, der stadt eyne margk und der innunge eyne margk, und wen dat ergenante gelt gegeben ist, so mach her sich der innunge von stadt an gebruchen. Vorthmehr kompt ennich frommer man, die disser vorghescreben innunge begert, die schal se suken tho dren morgenspraken: tho der ersten morgensprache sal he geben eyn pfunt wachs und drey margk Brandemburgeschs sulvers, des sal unsen herren eyn margk, der stadt eyn mark und der innunge eym margk. Vorthmehr wie disse ergnante innunge winnen sal, die sal dat bewiszen mit briffen adir mit guten leuten, dat he eyn eekinth sy und eyn unbesprochen man alse, dat he innunge und gulde wol besitten mach. Welk man in disser innungen bruwen wil, die sal beghiten lx scheffel gersten: wat moltes darafe kompt, darave schal he bruwen drey [299] fudere gudes beirs und nicht mehr to verkopen. Die hirane brickt, die schal dat verbuthen nach der stadt gnaden. Welk man eyn gastgever sein wil, die schal so vele beires behalden von drein fuderen, dat he synen gesten darvon schencket. Wy hirane brickt, die schal dat vorbuthen nach der stadt gnaden. Welk man twei seystro leyt, die schal dat vorbuthen nach der stadt gnaden. Vorbath welk man bruwet eher syner tydt ane geloven, die schal dat verbuthen nach der stadt gnaden. Oft ennich man adir frawe beir verkouffte und dat vorfelschede, den falschen schal man folgen, alse dat recht ist. Weret nu dat ennich bederfe man ader frawe beseit wurden durch hath und mit unrechte, die schal des los werden und entghan mit synem rechten. Und over alle disse gesette und wilkore welk man adir frauwe brecke, an welken stucken dat were, die bruwergk anlangen muchten, wedder disse inninge, gesette und wonheyt, die schal dat vorbuthen nach der stadt gnaden. Thuge sinth disse erbaren unse liven getruwen: er Kone von Czerwest ritter, Cone von Wolfe, Hans von Brandeyz, Hans Rofsak, er Andreas provest zu Coszwigk und er Jacob von Reppchow unse scrivere, unde andere bederve lude genuch. Tho orkunde und gedechtnus hebbe wi gnante furste der inningen gegeven dissen briff besigelt mit unsen ingesele. Die ist gescreben nach Christi geborth dritteynhundert iar in dem viffundseventigsten iare, an dem nesten mittewochen nach sant Michels tage des ertzeengels.

Nach zwei Copien s. XV und XVI im Haus- und Staatsarchive zu Zerbst.