Fluch eines Eifersüchtigen

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Textdaten
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Autor: Jakob Friedrich Abel, Friedrich Schiller, Johann Georg (Graf von Zuccato)
oder Karl Friedrich Reinhard[1]
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Titel: Fluch eines Eifersüchtigen
Untertitel:
aus: Anthologie auf das Jahr 1782, S. 134 – 136
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1782
Verlag: J. B. Metzler
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Scans auf Commons
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[134]
Fluch eines Eifersüchtigen.


So flieh mich dann, verruchte falsche Seele,
     So flieh mich dann, geh, wälze dich
In wilder geiler Lust, und lachend quäle
     Jüngst deinen Liebling mich!

5
Sag, athmet unter Erdensöhnen einer,

     Der feurig liebt und gränzenlos wie ich?
Brennt Gottes unbeflekte Sonne reiner
     Als dieses Herz – für dich?

Der Himmel sah’s, wie ich oft wollusttrunken

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     Mich wälzte wild zu ihren Füßen hier,

Wie ich oft in Entzükung hingesunken
     Ohnmächtig rang an ihr.

[135]

Flog nicht, wenn ich vor Gott voll heiser Reue
     Gekniet, schnell mein Gedanke weg von Gott?

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Sie stand vor mir, Sie – Heiliger, verzeihe!

     Ward mein Gebeth, mein Gott.

Und nun, wer ists? – o laßt mich ihn nicht nennen,
     Ihr Furien, daß nicht von Fieberwut
Empört, entfesselt meine Geister rennen

20
     Zur Flamme wird das Blut.


Doch Narr! was winsl’ ich denn der Ungetreuen?
     Sie fleht mein sterbend rauchend Blut umsonst,
Frohn’, frohn’ nur stinkend geilen Bulereyen,
     Frohn’ ewig wilder Brunst.

[136]
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Bis dich – ach mir zu höllisch süser Freude!

     Ein fressend peinigendes Gift durchnagt,
Und Mark und Bein und alle Eingeweide
     In frühe Moder jagt.

Bis dann, besät von Pest und Eiterbeulen,

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     Dich selbst der Tod mit falscher Hoffnung höhnt,

Die qualzermalmte Lungen in dir heulen,
     Der Nerv Zernichtung stöhnt.

Dann seh ich jauchzend die verweßten Glieder,
     Wollüstig saugt den Jammerton mein Ohr,

35
Seh, stürze selbst von Schrecken starrend nieder,

     Und lache laut empor.

X.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Die Autorschaft des Textes ist nicht zu hundert Prozent geklärt.
    Walther Killy schreibt im Jahr 2001 dieses Gedicht in Band 6. der Deutschen Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart Jakob Friedrich Abel zu.
    Eduard Bülow schließt Schiller als Autor für die Texte, welche die Chiffre X. tragen, aus. Sie seienekelhaft und können deshalb von keinem Dichter stammen.
    Auch Eduard Boas schließt Schiller aus, und schreibt die Chiffre dem Grafen von Zuccato zu.
    Edmund Goetze vermutet unter der Chiffre Friedrich Schiller, wobei er allerdings bei zwei von diesen Texten (An mein Täubchen und Fluch eines Eifersüchtigen) auch Karl Friedrich Reinhard als Autor anbietet.
    Minor schreibt die Chiffre ebenfalls Friedrich Schiller zu.
    Genaueres in:
    • Edmund Goetze: Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen von Karl Goedeke. Zweite ganz neu bearbeitete Auflage. Fünfter Band - Vom siebenjährigen bis zum Weltkriege. Zweite Abteilung. Dresden: Verlag von L. Ehlermann, 1893, Seite 166f.
    • Eduard Boas; Wendelin von Maltzahn (Hrsg.): Schiller’s Jugendjahre. – Zweiter Band. Hannover: Carl Rümpler, 1856. Seite 205 f.
    • Friedrich Schiller; Eduard Bülow (Hrsg.): Anthologie auf das Jahr 1782 von Friedrich Schiller — Mit einer einleitenden Abhandlung über das Dämonische und einem Anhange neu herausgegeben von Eduard Bülow. Heidelberg: Verlag von Bangel & Schmitt; Hoffmeister’sche Univ.-Buchhandlung, 1850. Seite XL.
    • Walther Killy (Hrsg.): Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart. - Band 6., München: DTV, 2001.