Freund Allers (Rezension Die Kunst für alle)

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Weihnachtsbücherei
Untertitel:
aus: Die Kunst für Alle, 10. Jahrgang, Seite 73
Herausgeber: Friedrich Pecht
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894/95
Verlag: Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft, München
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Erscheinungsort:
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Eigenes Digitalisat
Kurzbeschreibung: Rezension des Buchs Freund Allers von Alexander Olinda (1838–1909)
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[Ξ] Ganz neu, d.h. soeben erst erschienen, ist „Freund Allers“ von Dr. Olinda, mit über 400 Illustrationen von C. W. Allers, (Stuttgart, Union, Preis 20 M.). Das heißt, wir erhalten hier eine Art Selbstbiographie des berühmten Zeichners, da ihm vorab alle die oft köstlichen Illustrationen und außerdem der größere Teil des übrigens hochinteressanten Textes gehören, der offenbar nach seinen brieflichen und mündlichen Mitteilungen von einem Jugendfreunde bearbeitet ward. Dadurch bekommt man nun zum erstenmale einen deutlichen Begriff vom ziemlich abenteuerlichen Lebenslauf unseres Künstlers, der in Hamburg beginnt und vorläufig in Capri endet, was uns in 16 Kapiteln sehr lustig auseinandergesetzt wird. Einen besonderen Reiz erhält die originelle Publikation aber dadurch, daß sie von allem Anfang an durch die ganz kindlichen aber merkwürdig charakteristischen Schilderungen des kleinen Jungen begleitet wird, die er, heimgekehrt von seinen zahlreichen Wanderungen, in der Nachbarschaft schon vom vierten Jahre an zu entwerfen pflegte, und die, wie es scheint, von den Eltern gesammelt wurden. Darunter sind nun wahre Perlen naivkomischer Schilderung. Mit sechs Jahren ist dann der kleine schalkhafte Straßenschlingel fertig, der in der Schule zwar herzlich wenig lernt, aber auf der Gasse umsomehr Abenteuer besteht. Doch wir müßten das halbe Buch abschreiben, um nur das Lustigste zu berühren, denn es ist keine Frage, daß die Schilderung dieser Hamburger Jugendzeit eigentlich interessanter ist als alles, was unser Künstler nachher in drei Weltteilen erlebte, weil es eben das Gepräge noch größerer Wahrheit und Unmittelbarkeit trägt, als sie in fremden Ländern jemals zu erreichen sind. So kann es denn auch gar keinem Zweifel unterliegen, daß Allers seine ersten Schilderungen Hamburgischen Lebens, wie „Klub Eintracht“ und „Die silberne Hochzeit“ an malerischem Reiz niemals mehr überboten und nur mit den beiden Bismarck-Büchern noch ein tieferes Interesse erweckt hat, da er hier ja auch das Glück hatte, eine Anzahl ihm ganz vertrauter und zugleich hochbedeutender Menschen schildern zu können. Freunde dürfte ihm aber wohl die vorliegende Selbstbiographie die meisten verschaffen, in der er eine so merkwürdige Verwandtschaft mit Fritz Reuter offenbart.