Freundschaft zweier Dichtersöhne

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Titel: Freundschaft zweier Dichtersöhne
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 407–408
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[407] Freundschaft zweier Dichtersöhne. Der Freundschaftsbund Goethes und Schillers hat besonders in ihrem inhaltsvollen Briefwechsel ein ewig dauerndes Denkmal gefunden. Weniger belannt dürfte es fein, daß anch die Sähne beider Dichter, Angnst Goethe und Schillers zweiter Sohn t^.rnft, durch jahrelange Frenndschaft miteinander verbnnden waren. Darüber erfahren wir Näheres in der Schrift ,,Schillers Sohn Ernfi Eine. Brieffammlnüg mit Einleitung von .ln Earl Schmidt (Baderborn, F. Schöningh). Schon früher hatten die Kinder miteinander llmgang gebabt, aber erst nach der lleberfiedlung Schillers nach Weimar wurde der Verkehr zwischen den beiden Familien lebhafter. Es war ein Klee. blakt von Kindern, Karl, der ältere Sohn Schillers, gehörte mit in den Bunde doch Anguft fand befondere Freude an dein zarten, sehr anfge. weckten Ernft. Im Jahre i^ hatten die Kinder fogar eine Ordens. gefellschaft gefastet^ Eotta, der ßch bei seiner Anwefenheit in Weimar an diefem Knabenbund erfreut hatte, ließ in einem Briefe an Schiller die Ingend grüßen und fragte an, ob ,,die Früchte verzehrende Gefell. schaft (eine Anspielung aus die alte ,,Frnchtbringende Gesellschaft) anch die Bücher erhatten, die er gesandt. Angnst erwiederke ihm, bei seiner [408] nächsten Anwesenheit in Weimar würden sie sich die Freiheit nehmen, schwere, später Hauptschuld daran. Was“Ernst mit Angust von Goethe wieder näher zusammenführte, Per’ war die Vereinsamung, in welche sie ^18)3 gerieten, als sie beide niclir dem diensteu, die sich in der Stille trener Beainlenpflichterfüllung vollzogen Ausruf zum Kampse sürs Vaterland folgten. Der Dritte im Bnnde der auch au der allgciin-………… °………………………………………

„Geächteten“ war Arthur Schopenhauer. Goethe hatte Ernst au Pro sessor Eichstädt in Jena dringend empfohlendie Mutter schrieb jenem darauf: „Ich habe mit Rührnng Ihren Anteil empfunden. In der Frcnndschast des lieben Sohnes für Ernst habe ich manchen Trost schon empfangen; denn es ist mir so lieb, wenn die Söhne das Band, das die Väter so schön verbunden, weiter ausdehnen.“ Beide glichen äußerlich ihren Lätern, für deren Größe sie begeistert waren. Tann beginnt aber eine Zeit des Zusammenlebens, das für beide nicht ersprießlich war. Die Mutter von Ernst sah in Angust den Verführer ihres Sohnes; dieser war melancholisch, maßlos in Freude und Schmerz, in durchwachten Nächten feine Kraft vergeudend. Doch Ernst raffte sich ans, während Angust uie mehr die rechte Bahn fand. Ernst wurde 18l9 bei dem Kreisgerichte zu Köln angestellt und starb als preußischer Appellationsgerichtsrat 1841 zu Vilich bei Bonn; er war nicht älter geworden als sein Vater. Angnst begab sich später, innerlich gebrochen, nach Rom und starb dort 1830. †