Friedrich Hecker der Heimath Gast!

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Titel: Friedrich Hecker der Heimath Gast!
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aus: Die Gartenlaube, Heft 23, S. 382
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1873
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[382] Friedrich Hecker der Heimath Gast! Im Frühlinge des einviertelhundertjährigen Jubiläums des Jahres Achtundvierzig kehrt der in Liedern und Bildern gefeierteste Volksliebling jener ersten großen deutschen Erhebung in die alte Heimath zurück. Jenes Jahr hatte der Welt einen Völkerfrühling verheißen, aber – nach wilden Stürmen der Leidenschaft und den edelsten Kämpfen und Opfern der Vaterlands-, Freiheits- und Menschenliebe – einen neuen langen Reactionswinter über Deutschland gebracht. Wer’s konnte, suchte für sein Herz eine Heimstätte auf freierem Boden, um seinen Idealen mit alter Treue weiter zu dienen. Das that auch Hecker, er ward Bürger der Union.

Kehrt nun der Amerikaner Friedrich Hecker wirklich als Fremdling in das alte Vaterland zurück? – Nein und abermals nein! Mochte er auch die langen Jahre, wo in Deutschland die besten Kräfte vergeblich gegen ein überwucherndes Junker- und Pfaffenthum ankämpften, mit zornigem Blick herübergesehen haben, das Herz blieb treu der deutschen Hoffnung gewendet. Und was er drüben lehrte, kämpfte und that, auf der Rednerbühne, im Gerichtssaale wie auf dem Schlachtfelde, es geschah zur Verherrlichung deutschen Wesens, zur Befestigung und Erhöhung deutscher Ehre. Und als der nationale Geist endlich auch in Deutschland siegte, wer hat lauter gejubelt, als Er, wer kräftiger, als Er, für das Verständniß dieser neuen deutschen Zeit das scharfe Wort geführt?

Friedrich Hecker ist es, der Heimgekehrte, der Kämpfer für Menschenwürde und Freiheit in der alten und neuen Welt, dem wir unseren Gruß zurufen: Willkommen, Held des Wortes und der That, im alten Vaterlande!