Friedrich von Baden

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Textdaten
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Autor: Karl Philipp Conz
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Titel: Friedrich von Baden
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aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 360–363
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[360]
Friedrich von Baden.[1]

Wo Zähringens Burg zum Himmel strebt,
Vom Ruhm der Ahnen hehr umschwebt,
Da weilt so gern
Des Nachts ein Stern;

5
Der Stern, er blickt so thränenschwer,

Ihm neigen sich Sterne rings umher.

Und über dem Stern ein Heldenbild!
Des Jünglings Arm hält einen Schild;
Des Schildes Feld

10
Ist weiß erhellt,

Drin steht geschrieben, wie Blut so roth:
„Die Treue halt’ ich bis in den Tod!“

Das ist des edlen Friedrichs Bild,
Das ist der Freundestreue Schild,

15
Den Ruhm, der Schlacht

Und Ehre bewacht,
Seit in der Jugend Morgenroth
Den Bund er schloß auf Noth und Tod.

[361]

O! als er auszog in das Feld,

20
Das Herz von Hoffnung kühn geschwellt,

Wie manches Ach
Folgt ihm jetzt nach!
Wie manche Wolke trat herein
Um lichter Augen Sonnenschein!

25
Des Hofes Blumen traurig stehn;

Die Mutter will vor Gram vergehn,
Der Ahnung Schmerz
Zerreißt ihr Herz;
Doch festen Sinns für Konradin

30
Sehn Alle Friedrichs Seele glühn.


Der kecke Wurf, er ist gewagt.
Der Muth des Rechts, der Ehre Macht
Reißt stürmend fort
Von Ort zu Ort

35
Des Banners freudekühnen Lauf;

Der kleine Hauf schwillt wachsend auf.

Das schöne Land, schon liegt es da;
„Willkomm!“ schallts durch Italia;
Mit Huldigung

40
Naht Alt und Jung;

Dem Heerzug öffnen feierlich
Der alten Roma Pforten sich.

Bei Saitenspiel und Paukenklang
Welch herrlicher Triumphempfang!

45
Die Tücher wehn

Von Höhn zu Höhn,
Und frische Blumenketten ziehn
Von Haus zu Haus sich duftend hin.

Balkon und Dächer angefüllt,

50
Und ob dem Tyndaridenbild,

Wo Held und Held
Zum Freund gesellt,

[362]

Wie weilt voll süßer Rührung nicht
Der zarten Frauen Huldgesicht!

55
Jetzt bricht sie los, die kühne Schlacht!

Der Sieg, treu auf das Recht bedacht,
Hilft teutschem Arm;
Der Söldner Schwarm
Kehrt vor der Helden Schwert und Blick

60
Geschlagen sich zur Flucht zurück.


Weh! wie sich wendet eine Hand,
So dreht sich auch des Glückes Stand.
Trau, Teutscher, nicht,
Wo Wälschmann ficht!

65
Gespannt hat schon sein Netz Verrath,

Zur Rettung ist es schon zu spat. –

In armer Tracht, am Meeresstrand,
Wer irret dort? – Beut goldnes Pfand
Um schnelle Fahrt!

70
Denn nimmer spart

Verrath jetzt neue Mordgefahr;
O fleuch, du treues Bruderpaar!

Fort müssen sie gefangen ziehn,
Und Alles hin, und Alles hin!

75
Erloschen fern

Der letzte Stern!
Dem Glücke folgt der wälsche Sinn;
Nur Einen Freund hat Conradin!

Das ist des treuen Friedrichs Haupt,

80
Und ob es auch die Mordart raubt:

Er stirbt vereint
Mit seinem Freund,
Ein Märtyrer des edeln Ruhms,
Des Rechts, der Treu, des Heldenthums.

85
O solches Mordes ewger Schmach

Verhülle sich der Ehre Tag!

[363]

Mit blutgem Stift
Sey ihre Schrift
Geschrieben in der Zeiten Buch,

90
Und hänge sich an sie der Fluch!


Dich aber, Badens junger Held!
Verherrlicht noch das Sternenfeld.
Mit Conradin
Wird ewig blühn

95
Dein Name durch die fernste Zeit,

Und Herzen mahnen weit und breit.

Wo Zähring’s Burg gen Himmel strebt,
Vom Ruhm der Ahnen her umschwebt,
Da weilt so gern

100
Des Nachts ein Stern;

Der Stern, er blickt so thränenschwer,
Ihm neigen sich Sterne rings umher.

Und über dem Stern ein Heldenbild,
Des Jünglings Arm hält einen Schild,

105
Des Schildes Feld

Ist weiß erhellt,
Drin steht geschrieben blutigroth:
„Die Treue halt ich bis in den Tod!“

Conz.

  1. [363] Bekanntlich zog Friedrich von Baden, oder wie er auch in Bezug auf seine Mutter genannt wurde, Friedrich von Oesterreich, mit dem unglücklichen Conradin, um diesem, seinem Freunde, das widerrechtlich entrissene Erbe zu erobern, nach Italien. Anfangs schienen sie glückliche Fortschritte zu machen, rückten auch 1268 mit dem Heere in Rom ein, erlitten aber nachher, überlistet, in den Flächen von Tagliacozzo eine traurige Niederlage, in Folge deren sie auf der Flucht, wiewohl verkleidet, gefangen wurden. Ihr gefühlloser Gegner, Karl von Anjou, ließ nun, mit Bewilligung des Papstes, am 25. October 1269 auf dem Marktplatze zu Neapel die beiden Jünglinge, und mit ihnen noch mehrere Edle aus Italien und Teutschland enthaupten. Mit Conradin ging das Schwäbische Kaiserhaus zu Grabe.