Gesellschaftsspiele

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Titel: Gesellschaftsspiele
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 12, S. 356
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[356 d] Gesellschaftsspiele. Sobald es im Kreise der großen oder kleinen jungen Leute einigermaßen gemütlich geworden, taucht die Frage auf: „Was fangen wir nun an?“ Neben dem Altbewährten wird dann gern etwas Neues begrüßt. Noch nicht allgemein bekannt ist z. B. das „Klubraten“. Die Gesellschaft teilt sich in zwei Parteien und sitzt in zwei nebeneinanderliegenden Zimmern; von jeder Partei wird eine Person hinausgeschickt, und diese zwei Abgesandten beraten auf dem Vorsaal über eine bestimmte Person oder einen Gegenstand, worauf sie wieder in die Zimmer zurückkehren. Von den Dringebliebenen werden sie nun mit einer Flut von Fragen, um den betreffenden Gegenstand herauszubringen, bestürmt und dürfen auf alle Fragen nur mit Ja oder Nein antworten. Den Hauptreiz des Ratens bildet hier die Konkurrenz, denn die Partei, welche zuerst richtig rät, darf zum Lohn ein Mitglied der andern zu sich herübernehmen; dies wird fortgesetzt, bis eine Partei die andere ganz aufgerieben hat. – Eine andere Art des Ratens bilden die „Geflügelten Worte“. Jemand von der Gesellschaft geht ins Nebenzimmer; währenddessen wählen die übrigen ein Sprichwort oder Dichtercitat, das sie unter sich verteilen, so daß ein Wort auf jeden kommt. Nun wird der zum Erraten Bestimmte hereingerufen und richtet an jeden der Reihe nach eine beliebige Frage, welche der Angeredete mit einem Satze beantworten muß, in dem das auf ihn entfallende Wort vorkommt. Derjenige, dessen Antwort den Ratenden auf die richtige Spur bringt, muß dann seinerseits raten. – Nur den Zweck unfreiwilliger Komik verfolgt das Spiel „Verlegenheit und Aushilfe“. Von der rechten Seite wird jedem Teilnehmer eine verlegene Situation – „Was würden Sie thun, wenn etc.“ – gesagt, vom Nachbar links eine Aushilfe aus irgend welcher schlimmen Lage. Nun fragen die Teilnehmer, die einander gegenübersitzen, sich gegenseitig, das heißt jeder fragt mit der ihm gesagten Verlegenheitsfrage, und der andere antwortet mit der gleichfalls ihm gesagten Aushilfe, die natürlich nie paßt. – Viel Spaß macht das „Löffelsuchen“. Einer der Teilnehmer wird mit verbundenen Augen in den Kreis der übrigen geführt und hält einen großen Kochlöffel, mit dem er alle Anwesenden befühlen darf, um ihre Individualität festzustellen; noch kann er dabei von jedem verlangen, daß derselbe einmal seine Stimme hören läßt. Wessen Name erraten wird, der muß den Suchenden ablösen. – Die meiste Schadenfreude genießen die Beteiligten bei folgendem Spiel: Eine feste Steinkruke, wie sie für Mineralwässer benutzt werden, oder ein runder Holzklotz wird der Länge nach auf den Boden gelegt, und darauf muß sich jemand setzen, der in der einen Hand ein brennendes, in der anderen ein unangezündetes Licht hält. Seine Aufgabe besteht nun darin, letzteres Licht am ersteren anzuzünden; da aber bei der leisesten, durch die Armbewegung verursachten Schwankung des Gleichgewichts die runde Walze unter ihm zur Seite rollt, braucht er zu der einfachen Handlung eine unverhältnismäßig lange, durch komische Verrenkungen und Grimassen ausgefüllte Zeit, wobei die Freude der Zuschauer groß ist – bis die Reihe des Hinsetzens an sie kommt.