Gespenst ins Haus gebracht

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Autor: Unbekannt
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Titel: Gespenst ins Haus gebracht
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 417–418
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons, Google
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Gespenst ins Haus gebracht.

Ein Mann von Eppingen, der Nachts durch den dortigen Wald fuhr, hörte seitwerts vom Wege ein Blöcken und fand, als er nachforschte, ein Milchkalb allein dort liegen. Er lud es auf seinen Wagen und sperrt’ es zu Hause in seinen Stall. Als er vor dem Schlafengehen noch einmal nach dem Kalbe sehen wollte, traf er statt desselben eine hochbejahrte Frau in alterthümlicher Tracht an. „Fürchte dich nicht,“ – sprach sie zu ihm – ich thue dir nichts zu Leide. Schon über hundert [418] Jahre schwebe ich zwischen Himmel und Erde und kann nicht erlöst werden. Manchmal nehme ich die Gestalt eines Hundes, manchmal eines Schafes und manchmal eines Kalbes an. Weil ich in dein Haus gebracht worden bin, gehe ich nicht mehr heraus, will mich aber gerne mit jedem Winkelchen darin begnügen.“ – Darauf ließ der Mann für sie einen besonderen Kasten machen, worin der Geist noch heute sich befinden soll.[1]

(Siehe Mone’s „Anzeiger etc.“ 1838.)

  1. Wer den Geist mit in sein Haus nimmt, dem bleibt er als Hausgeist; dies ist ein alter, oft wiederkehrender Zug; die Erlösung in obiger Sage ist eine neue und dadurch störende Zuthat, weil die Erlöste dennoch als Hausgeist an den Ort gebannt bleibt.
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