Zum Inhalt springen

Goldene Bulle (Frankfurter Übersetzung)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Karl IV.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die alte Frankfurter Deutsche Uebersetzung der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV
Untertitel:
aus: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung., Bd. 18-31. 1897, S. 107-147
Herausgeber: Wilhelm Altmann
Auflage:
Entstehungsdatum: 1356, frühneuhochdeutsche Übersetzung spätestens vor Mai 1365
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Böhlau
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Digitale Bibliothek des Max-Planck Institut für europäische Rechtsgeschichte
Kurzbeschreibung: Die Goldene Bulle von 1356 war eines der wichtigsten „Grundgesetze“ des Heiligen Römischen Reiches und regelte die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch-deutschen Könige durch die Kurfürsten bis zum Ende des Alten Reiches im Jahre 1806.
Siehe auch die Themenseite Goldene Bulle.
Altmanns Vorlage, Frankfurt a. M., Stadtarchiv, Privilegien 107 ist verbrannt, Handschriftencensus
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


Editionsrichtlinien:
  • Die Editionsrichtlinien beruhen auf Wikisource:Editionsrichtlinien
    • Der einführende Text von Altmann wird übernommen.
    • Die Anmerkungen von Altmann werden übernommen.
    • Die mit einem kleinen o überschriebenen Buchstaben im Druck werden durch Hochstellen des Buchstaben transkribiert: uo

Alle redaktionellen Texte dieses Projektes stehen unter der Lizenz CC-BY-SA 2.0 Deutschland

[107]

II.

Die alte Frankfurter Deutsche Uebersetzung der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV.

Von

Bibliothekar und Privatdocent Dr. Wilh. Altmann

in Greifswald.


Wo sind die Zeiten hin, da die genaue Kenntniss der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. als unbedingt erforderlich galt! Heute sind insbesondere die Studirenden der Geschichte und Rechtswissenschaft zu zählen, welche dieses so überaus wichtige Reichsgesetz einmal gelesen haben. Als erschwerendes Moment für das Studium der G. B. scheint von Vielen der Umstand angesehen zu werden, dass sie in lateinischer Sprache geschrieben ist; aus diesem Grunde hat wohl seinerzeit auch eine deutsche Uebersetzung der G. B. in die Sammlungen der Reichsabschiede (Corpus recessuum) Aufnahme gefunden, wie auch deutsche Uebersetzungen in Handschriften und gedruckten Ausgaben des 15.—18. Jahrhunderts zahlreich vorhanden sind. Eine handliche neuere Ausgabe einer Uebersetzung der G. B. besitzen wir aber nicht. Der Wunsch, eine solche bei historischen Uebungen mit der lateinischen Sprache Nichtkundigen zu Grunde zu legen, bestimmte mich zur Herausgabe des folgenden Textes; denn eine moderne deutsche Uebersetzung zu geben erschien mir aus vielen Gründen unangebracht.

Da eine officielle gleichartige deutsche Uebersetzung der G. B. nicht existirt und auch nie existirt hat, so konnte es für mich nicht zweifelhaft sein, dass ich die älteste unter den zahlreichen Uebersetzungen zum Abdruck zu bringen hatte. Als solche muss nach den eingehenden Untersuchungen Harnacks (Das Kurfürstencollegium bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts S. 182 ff.), auf welche ich hier verweisen kann, die im Frankfurter Stadtarchive befindliche angesehen werden, welche

[108]

in der äusseren Form den Originalausfertigungen sehr ähnlich ist, aber, da sie unbesiegelt ist, keine officielle Geltung beanspruchen kann.

Wenn Harnack nach Mittheilungen des damaligen frankfurtischen Stadtarchivars versichern konnte, dass die Handschrift dieser Uebersetzung diejenige eines in den siebziger Jahren des 14. Jahrhunderts noch häufig bemerkbaren Frankfurter Schreibers ist und somit nicht aus der Reichskanzlei stammt, so glaube ich unten bei Cap. 19 nachweisen zu können, dass diese Uebersetzung spätestens vor Mai 1365 entstanden sein muss; auch liegt ihr nicht, wie die Capitelüberschriften erkennen lassen, das Exemplar der G. B. zu Grunde, welches die Stadt Frankfurt im Jahre 1366 vom Kaiser erworben hat.

Der folgende Abdruck schliesst sich aufs Engste an die Handschrift[1] an, doch sind grosse Anfangsbuchstaben nur nach Punkten gesetzt, i und j, u und v, welche in der Hds. willkürlich durcheinandergehen, geschieden worden. Betreffs der Interpunction, Satzabtheilung u. s. w. folge ich der Ausgabe in: „Ausgewählte Urkunden zur Erläuterung der Verfassungsgeschichte Deutschlands im Mittelalter. Herausgegeben von Wilh. Altmann und E. Bernheim. 2. Auflage. 1895.“

Da der Uebersetzer die vielen eingeschalteten Sätze und Participialconstructionen des Originals vielfach, auch durch Umstellungen, zu vermeiden gesucht hat, so ist die Uebersetzung oft viel deutlicher und erleichtert mitunter die Interpretation; möchte sie in den Kreisen, an die ich bei der Herausgabe gedacht habe, Eingang finden.

[I. Theil. Die Nürnberger Gesetze.]

In[2] namen der heiligin undeilsamen drivaltekeit seleclich amen. Karle der firde mit gunste gotlichir miltekeit Romischir keisir allezit merer und konig zuo Beheim. Des dingis zuo

[109]

ewegem gedenckin. Ein iegelich rich, daz in yme selbir zurdeilit ist, daz wird zurstorit; wan sine fursten sint wordin der diebe gesellin, darumb hat got mittin undir sie gemisebit eynen swindeldin geist, daz sie stalpin[3] an dem mittem dage alse in dem finstern, und hat ir kirtzstal[4] bewegit von siner stat, und sint blint und furer der blinden; und wer in den finstern get, der stossit sicb, und mit blindem gedancke begent sie vil meindat, die in der deiluonge geschehint. Sage, duo hochfard, wye mochtest du an Lucefer han gerichtzit, bettest duo zurdrennuonge nit zuo helfe gehabit? Sage, duo nideger dufil, wie hettest duo Adam uz dem paradyse geworffin, hettest duo in nit von gehorsam gescheiden? Sage, duo unkuschekeit, wie mochtest du Throya han gestorit, hettest duo frauwe Lenen nit von erem manne gescheidin? Sage, zorn, wie kundest du daz Romische gemeyne gut[5] zuostorit han, hedest du nit von der zweyunge Pompii und Julii zusamene gereißit den strit mit scharpin swertin bit uf daz gedirme? Suondir[6] du, haz cristinlichis keisirdums, daz von gode ist gestirckit glich der heiligin undeillichin drivaltikeit mit den gotlicbin dogenden glaube zuvirsicht und minne, des fullemuont[7] uff daz allircristenlichiste rich seleclich ist befestint, hastu dich mit diure altin virgift als ein slange meyndedeclichin bekotzit an die keisirliche win-rebe und an die nesten gledir des keisirdummys, so dye sule zuquetzschit weren, daz du den bu des keisirdumis zumale fellig mechtist; manigfelteclich hastu zweyunge geleit undir die sobin kurfursten des heiligin richis, durch die als durch sebin luchtinde kirtzluchtir daz heilige keisirduom sal herluchtit werdin in eynekeit des sebingebinden[8] geistis. In druoen[9] wan[10] wir von amptes wegin, von dem wir gebruchen keisirliche wirdekeit, schuldig sin zuo begegen kuonftigem schadin der zurdeilunge missehelle undir den kurfursten, in der zal wir auch [sint] alse ein konig von Beheim, von zweyn sachin, beide von keisirduom und von recht der kure, der wir gewon-lichin nutzen: so han wir in unserm uffin hofe zuo Nurenberg, da alle kurfursten geistlich und werntlich by uns sassin mit zallichir menige andern fursten grefin baneren frien edelen

[110]

und der stede uf dem stule keisirlichir almechtekeit, gezerit mit keisirlichir ymfeln wat[11] und krone, mit sedegemme baoradin muode von fullenkomenheit keisirlichis gewaltis gemacht gesetzit und mit keisirlichem bekanteniße bestedigit die nach-geschrebenen gesetze, recht zuo schuoren[12] und zuo fuoren einbir-keit undir den kurfursten und ein eynmuoge wal inzulegene und auch zuo furbeslißin den zuogang der vorgenant virsmehit zurdrennunge und manigirhande schadin, die daruz nochfulgent. Dis ist geschehin[13] anno domini 1356 indiccione nona 4. idus januarii in deme zehinden jare unsir riche und in deine irstin jare des keisirdummys.


Wie daz geleit sulle sin der kurfursten.
Capit. primum.

[1] Wir setzin von sichirm wißen von fullenkommener keisirlichir gewalt und bestedegen mit desem keisirlichim ge-bode, so wanne und wie dickewie hienach notdurfft uffstet in geschichte, ein Romischin konig zuo welin zuo eyme kunfftigen keisir, und die kurfursten nach altir labelichir gewonheit zuo der kur sullin farin, so ist ein iegelichir kurfurste, ob iz und wan iz an in gemudit[14] wird, schuldeg zu geleidin eynen iegelichin sinen medekurfursten adir ir boten, die sie darzu sendent, durch ir lant gebiede und stede und auch furbas, so sie ver-riste mögen, und ane geverde geleide lihin gein der stat, da die wale geschehin sal, und hin wedirumb zuo varen by der pene meynneidis und virluste siner stymme, die er zuo der zyt an der kure habin sulte; und setzin, daz er adir sie in die buße zuo stunt gefallin sin, die adir der an dem vorgenant geleide sumig sint adir daz geleide freveliche widdirsprechint.

[2] Darubir setzen wir und gebiedin andirn fursten ge-meinlichin, wie sie genant sin, die gelehint sin von deme heiligen Romischen riche, und auch allin grefin landishern rittern knechten edel und unedel burgeren und gemeynen und allen insesses der bürge und stede und allen steden des heiligen richis, daz sie zuo der seibin zit, so man die kur duon sal eyns

[111]

Romischin konigis zuo eyme kunfftigen keisir, eynen iegelichin kurfursten, so ers an sie forderd, adir sine boten, die er zuo der kuor sendit, sullen geleidin durch ir gebiede und so sie ferste mogen, alse vor bedacht ist, ane alle geverde. Wer auch die vorgeschrebin unsir gesetze frebeliche ubirginge, der sal zuo stunt in die vorgenant buße gefallin sin: alle fursten und grefin landishern edel rittere knechte und alle wolegeborne, dye daweddir dunt, dye fallin in quot meyneydes und virlust allir leen, die sie von deine heiligen riche hant, und andir lehin, von weme sis hant, und als irs gutis, wo sie iz hant; alle burgir und gemeinde, die sich virmeßynt darweddir zuo dunde, die sint gelich meyneydig und darzu sint sie allir ire recht friheit priviligia und gnadin, die sie von dem heiligen riche hant, gentzlich beraubit, und ir lip und ir gut fellit in keisirliche achte. Und ubir die seibin, die wir von nuo dirre zit mit gedat als auch danne[15] berauben von allim irrem rechtin, ist eyme yegelichin herleibit anzugriffen ungefrebilt mit eygin gewalt ane gerichte unde anzuogriff[16] eins ieclichin ampt-mannis, und sullen darumb keine buße fochtin von deine riche adir von iemanne, umb daz sie begriffin werdin, daz sie weddir eyn gemeyne gut[17], uffinbere und des heiligin richis gesetze und wirdekeit und auch wedir eigin ere und heil also groß ding frefeliche gehindird hant und auch als wedirspenische ungehorsam ungetrewe alse buslich und ungetrewelichin hant gedan.

[3] Wir setzin und gebiedin, daz burger und gemeynne den vorgenant kurfursten, so sie iz von in fordern, schuldig sin zuo virkeiffin und schaffin, daz man yn virkeiffe spise, so ir und iren boten und irs fulkys notdurfft, noch gemeyme lauffe und werd, so sie farn zuo der stat, da man die kur begen sal, unde auch, so sie von dannen farin; zuo den vor- geschreben dingen sal niemans kein geverde legin; wer andirs darweddir dete, so wullen wir, daz er mit der gedede falle in die buße, die in dem vorgesetzen widdir burgir und gemeinne von uns uzgekundit sint. Welchir herubir von fursten grefin landisherren rittern burgern und gemeynnen eyme kurfursten, so er ferit zuo der kure eynen Romischen konig zuuo kiesin adir,

[112]

so er von dannen ferit, fintliche hude[18] furmachit adir sicb virmissit loge zuo legen adir sie adir etlicbeme undir in an sinre adir sinre lude lip adir gut anegriffit, anebetrubit adir ir vorgenant badin[19] (sie beischin geleide adir nit), den urteilen wir furfallin an der gedat in die vorgenant buße mit allin gesellin siner bosheit, also zu wise[20], daz iecliche persone in die buße falle, die wir nach undirscheit der personen hievor han uf-gesetzit.

[4] Wer auch, daz etzlicbir kurfurste mit etwemme sime mitdekurfursten fintschafft druge und undir in wellichirleye krieg widdirsache adir missehellunge lieffe, die ding sullen in keine wis daweddir sin: eynre sy deme andirn gebunden zuo geleidin und sine boten, die er zuo der seibin kure sendet, mit vorgesatztir wiße by der pene meynneidis und virluste sundir zuo dem male siner stimme in der kure, alse for uzgesprochin ist.

[5] Wellichir auch andir furste grefe landishern ritter knecht edel adir unedel burgir adir gemeynne von den steden mit etlichem kurfursten adir mit me uzsir in widdir würdigen willin dinge adir wilchirleie zweyunge krieg adir missehelle lieffe, doch so sullent die seibin dem seibin adir den seibin kurfursten adir yrin boten, die sie zuo der seibin kure sendin, dar zu farino und her widdirumb zuo komen geleide geben ane alle widdirrede und geverde, alse ir ieclichir sundirlich vir-midin wulle die egenant buße, die von uns uf sie gesprochin sint; und wer darweddir dete, den urteylin wir zuo stunt gefallin in die seibin buße. Zuo eyner witern sichirheit und festekeit allir vorgesetz so heißin wir und wullin, daz alle kurfursten und andir fursten grefin landishern edele stede und ir gemeynne bestedegin mit briffin und mit yren eyden alle vorgesetze, und sullin sich, darzuo virbinden mit guten trewin und ane argelist kreffteclichin zuo fullinbrengen. Und wer sich hindirzüge die selben briffe zuo gebin, der fellit mit der dat in die buße, die wir nach undirscheit der personen ieclichim be-sundir uffgelegit hant mit den vorgesetzen. [6] Auch willich kurfurste [adir furste], wilchis ardis adir wirdekeit er ist, lebin beldit von deme heiligin riche, adir

[113]

grefe landishern adir edel adir der nachkomen adir irben die vor- adir nachgeschrebin unsir keisirlich gesetze und recht nit wullint haltin adir in frefeliche widdirsprechin, ist is, daz her ein kurfurste ist, zuo stunt so sullint die andirn sine medekurfursten den selben furbaz me uz ir geselleschafft sließin, und sal darbin [der] stymme der kure und der kurfursten stat wirdekeit und recht und sal auch nit ingesetzit werdin von der lehin wegin, die er von deme riche heldit. Abir ein andir furste adir ein edel man, als vor geseit ist, der da missedjit an den seibin unsirn gesetzin, den sal auch glichirwiz nieman in lehin setzin, die er von dem heiligen riche adir von iemans andirs heldit; unde darzü fellit er zu stunt in alle vorgesetzite buße, die sine persone anedreffint.

[7] Wie wir doch unvirscheidenlichin wullen und gesetzit han, daz alle fursten greffin landishern edele rittir[21] knecht stede und ir gemeyne virbundin sin daz vorgesprochene geleide zu lihenne eyme iegelichin kurfursten adir sime boten, alse vor geredit ist, so han wir doch ir ieclichem die mynre[22] nit sundirlich geleide und geleidis lude zuogeordenerit, die allir-meist darzuo geschickit sint nach deme gelegir der gegin und stede, alz iz sich zuo hant fullecliche ufinberit mit der nachgeschrebin rede.

[8] Zu dem irsten den konig von Beheim ein irtzschenke des heiligin richis sullin geleidin ertzebuschofe von Mentze, Rabin-bergir und Wirtzeburgir buschofe, der burggrefe von Nurenberg; die von Hohinloch, die von Wertheim, Brunecke und von Han-auwe; stede Nurenberg Rotenburg und Windisheim.

[9] Den irtzbuschoff von Kollin des heiligin richis irtz-kantzelir durch Lamparten sullint geleidin irtzbischofe von Mentze und von Drere, der paltzgreve von dem Rine, der lanfgreve von Hessin, die [grefen] von Katzinelinbogin, von Nassauwe, von Diestz; item von Ysenburg, von Westirburg, von Ronkel, von Limpburg und von Falkinstein; item stede Wetflar Geilinhusen Fredeberg.

[10] Den irtzbuschoff von Drere irtzkanzelir des heiligin richis durch Welschlant und in dem konigriche von Arlet sullint geleiden der irtzbischof von Mentze, der paltzgreve von Rine;

[114]

andir werbe der von Spanheim, von Feldentz, von Nassauwe grefen, Ruwegreven, Wildegrefen, von Ysenburg, von Westirburg, von Ronkel, von Limpburg, von Dieschtz, von Katzinelinbogen, von Eppinstein, von Falkinstein; und die stat von Mentze.

[11] Den paltzgreven vom Rine ein drossesse des heiligen richis den sal geleidin der buschoff von Mentze.

[12] Den hirtzaugin von Sassin ein irtzemarschalg des heiligin richis sullin geleidin der konig von Beheim und die irtzebischofe von Mentze und von Medeburg und die bischofe von Babinberg und Wirtzeburg, der margreve von Missin und der lantgreve von Hessin; item die epte von Fulde und von Hirsfelde und der burgreve von Nurenberg; die von Hohinloch, von Wertheim, von Brunecke, von Hanauwe, von Falkinstein; und stede Erfurd Mulhusen Nurenberg Rotinburg und Windisheim. Den margreven von Brannenburg ein irtzkamerer des heiligin richis sullint geleidin alle, die zuonest genant sin, dye den hirtzaugin von Sassin geleidin.

[13] Wir wullin und setzin kuntlich, daz ein iegelich kurfurste, der solich geleide wil habin, also zitliche fordere, von den er iz gedenckit zuo heischin, und den weg, den er farin wil, vor virkunde, daz die, wilche darzuo gesetzit sint, daz selbe geleide zuo gebin, und also angemanit werdin, sich zitlichin und bequemelichen darzuo mogen bereidin.

[14] Die vorgeschrebin gesetze, die von des geleidis wegin gemacht sint, herluchtin wir, daz man sie also sichirlichin sulle virsten, daz ein iegelichir, der vor genant ist adir villichte nit genant ist, wem iz heim gedihit, daz von eme daz geleide in solichir geschichte gefordirt wird, virbundin sin undir den bußen, die for begriffin sint, daz geleide zuo gebin sundirlich durch sin lant und gebiede und auch furbaz, so er ferste mag, ane argelist.

[15] Andir werbe setzin wir und ordeneren, daz der irtzbischoff von Mentze, der dan zuo ziten ist, sal iedem kurfursten besundir die kure virkunden mit sinen botin und mit sinen uffin brieffin; in den brieffin sal uzgeleit sin dag und zil, zusschin den die selbin brieffe zuo den selbin fursten nach gemeyme geduncke komen mogin; die seibin brieffe sullint haldin, daz von dem dage in den brieffen uzgeleit innewendig

[115]

dreyn den nesten manden sullin alle kurfursten und iegelichir besundir zuo Frankinfurd uf den Meyn geinwurtig sin adir sullint iren guden glauphaftigen badin zuo der seibin zyt und stat sendin mit irm fullin gantzen gewalde mit irin uffin brieffin mit ir iegelichis großem ingesegel besegelt, eynen Romischin konig zuo kiesen zu fuordirn in daz keisirduom. Wie auch und undir wilchir furme die brieffe sullin gemacht sin, und waz wirdekeit an in sulle unvirwendelich behaldin werden, und in waz wise und mosse die kurfursten ir boten zuo der kure sullin sendin und wie sie in den gewalt gebot und procura toria ordenerin sullint, daz findet man geschrebin und clerlich uzgeleit an deme ende dis buchis[23]; und die selbe furme, die danne gebin wird, gebiedin wir und wullen von folkomen keisirlichem gewalt, daz sie also altzuomal gehalten werde.

[16] Wir heißin und setzin, so iz darzu komet, daz des keisirs adir des Romischin konigis dot kuntlich wird in deme bischtum von Mentze, daz der irtzbischoff von Mentze zu stunt innewendig eyns mandis frist, an einandir zuo zelin von dem dage der kuntlichkeit des seibin dotis, kunt duo mit sinen uffin briffin ieclichim kurfursten sundirlich den dot und die vir-kundunge, alse vor geschreben ist; abe nuo der selbe irtzbischoff an der endunge[24] adir virkundunge sumig adir villichte laz were von der zyt darnach in dren manden, alse da abin zuo nest in deme gesetze geordent ist, so sullin die seibin kurfursten von eygeme muode und ungeruoffin umb die dogint irir trewe, von der sie schuldig sin daz heilige rich zuo besorgin, zusamen-komen [in] die vorgenant stat Frankinfurd [zu] kyesen eynen Romischin konig zuo eyme kunftigen keisir.

[17] Iz sal auch ein ieclich kurfurste adir sine botin in der zyt der vorgesprochin kür faren in die egenant stat Frankinfurd nit me dan myt zweinhundirt pherdin geredin, in der zal mag er mit yme furin funfftzig gewapinde adir minre und nit me.

[18] Sundir[25] der kurfurste, der zuo der kure geruffin were und zuo der kure nit queme adir sine rechtliche boten mit

[116]

sinen affin brieffin mit sime großim ingesegel besegelt, die follin frien gantzin gewalt hiltin eynen Romischin konig zuo kiesen, nit sente adir, ob er queme adir die seibin boden vil-lichte sente, und darnach der furste adir sine botin inweg fare von der kure, und ein Romischer konig zuo eyme kunftigen keisir noch nit gewelit were, und auch nit ließe noch insetzte wirdeclichin eynen waren procurator zu den vorgenant dingen, der sal darbin siner stimme und recht, die er zuo der kure zfi der seibin zit hatte und sie also gelaßin hat.

[19] Wir setzin auch den burgern von Frankinfurd uf und gebiedin in by der crafft des eydes, den wir in darubir uffsetzin zuo sweren zuo den heiligen, daz sie mit getrueme ernste und sorgsame fliße behudin und beschirmen alle kurfursten und ir iegelichen von ubirfalle des andirn, ob it weddir-wintigest undir in uffstunde, und auch von allen luden mit allem irem fulke, die sie und ir iegelichir in der vorgenant zal der zweir hundird pherde in die stat zuo Frankinfurd ge-furd han; andirs sie fallint in missetat meyneidis und virliesin auch gentzlich alle ir recht friheit wirdekeit gnade und laube, die sie von deme heiligen riche hant; und mit der dat fallen sie in keisirliche achte mit libe und mit guode; und sy von stunt herleibit eyme iegelichen anzuogriffin ungefrevelt mit eygen willen und gewalte ane gerichte die seibin burgir, die wir umb die geschichte von dirre zit alse auch darnach beraubin alle ir recht alse virredir ungetrewin und des richis weddirspenschin; also wer die seibin angriffit, der sal in keine wise fochtin keinirleie buße von deme heiligen riche.

[20] Darubir die burgir von Frankinfurd durch alle die zyt, in der sich geburit ubir die kure zuo dedingen, so sullen sie in keyne wis nyeman in die stat laßin, willichirleie wirdekeit adels adir hirschefte er ist, alleine die kurfursten uzgenomen und ir boten und ir procurator, der ir iegelichir mit zwein hundird perdin sal infaren, alse for gesetzit ist. Were abir, daz nach der kurfursten infard adir in ir gegenwurtekeit sich geburte, daz ieman in der stat funden wurde, des uozfard sullin sie zuo stunt mit den werkin[26] bestellin ane allis virziehin undir allen den bußen, dye dafor ubir sie herzalt sin, und auch in

[117]

der er crafft des eides, den die burgir darubir sweren aullin zuo den heiligen by der crafft dys geinwurtigen gesetzis, alse dofor uzgeleit ist.


Das andir capitel.
Von der kuor eyns Romischen konigis.

[1] Darnach so die kurfursten sint komen in dye stat zuo Frankinfurd, des nesten morgens, so der dag uffget, sullin sie in ir allir geginwurtekeit in santte Bartholomeus kirchin da-selbis dun singin eyne messe von deme heiligen geiste, daz er yn ir hertze irluchte und daz liecht siner crafft in ir sinne gisse, daz sie mit syner helfe gesturit werdin eynen gerechtin gudin und nuotzin menschin kiesin einen Romischin konig zuo eyme konfftigem keisir und zuo heile allin cristin ludin. Do die messe gedan ist, so sullin die kurfursten alle zuo deme altir gen, uf dem dye messe gesungen ist: alda sullint die geistlichin fursten ubir dem ewangelio sancti Johannis „in prineipio erat verbum etc.“, daz daselbis fur sie sal geleit werdin, ir hende mit wirdekeit legen uf ir brust; die wernt-lichin fursten sullint mit irin hendin liplichin daran griffen, die alle mit allem irim gesinde sullin da geinwurtig sten un-gewapint. Und der irtzebuschoff von Mentze sal in die furme des eidis gebin und er mit yn und sie mit yme adir der bodin, die nit geinwurtig sin, den eit in Dutschin duon in dese wise:

[2] „Ich irtzbischof von Mentze des heiligin richis irtz-kantzelir durch Dutschelant und ein kurfurste sweren zuo desin heiligen ewangeligen, die hie geinwurteclichin fur mir ligin, daz ich uff die druwe, mit der ich gode und deme heiligen Romischin riebe virbundin bin, kiesin nach allir miner be-scheidinheit und virnufft und mit godes helfe kiesin wil ein zitlich houbit er ist im folke, (daz ist ein Romisch konig zuo eyme kunfftigen keysir, der darzuo bequemeliche sy,) alse verre mich mine bescheidinheit und mine sinne wisint, und by der seibin trewe; so wil ich gebin mine stimme und willin und die vorgenant kuore duon ane alle gedinge miede lon adir ge-lobede, adir wilchir wise soliche ding mogen genant werden. Alse helfen mir got und alle heiligen.“

[3] Do der eit von den kurfursten adir irin boten in der vorgenant furme und wise gesworin ist, so sullin sie sich

[118]

schicken zuo der kure und sullint von der stunt uz der stat zuo Frankinfurd nummer von einandir komen, iz inhabe dan daz merer deil undir in vor gewellt eyn zitlich houbit ein Rom ischin konig cristem fulke zu eim kunftigem keisir; wir-zogin sie daz zuo dunde drißig dage nach einandir zu zelin von dage des gesworin eidis, darnach daz die drißig dage uzsint, sullint sie furbaz me nit eßin dan waßir und brot und sullint in keine wis uz der stat nummer komen, ez sy dan for von in adir von dem meisten deile undir in ein zitlich houbit der heiligin cristenheit irkorn.

[4] Nachdeme daz sie adir der merer deil undir in geweht han, die selbe wal sal gehabit sin und behaltin werdin, alse ob sie eynmudeclichin von in allen were geschehin; geschehe iz auch, ob etliche kurfursten adir ire boten durch etliche zit nit geinwurtig werin und sich virspedet adir ge-hindird wurdin und doch quemen, e die vorgenant kur volendit wurde, dem bekennen wir, daz man in zuo der kure laßin sal in dem seibin wesin, in dem sie ist in der zyt siner zuokunfft. Wan[27] is nuo von altir bewertir und lobelichir gewonheit un-gebrechinlichin bisher gehaltin ist, daz hienach geschrebin stet, darumb so setzin wir und bekennen von fullenkomen keisir-lichin gewalt, daz der, der in forgesatzte wise irkorn wird, zuo eime Romischen konige, so die kure geschehin ist, e er sich keinirleie sache adir gescheffte von krafft des heiligen richis it undirste zuo duone, so sal er allen unde bisundir den kurfursten geistlich und werntlich, von den kuntliche ist, daz sie die nestin gledir sint des heiligin richis, alle ir privileige briefe recht friheit furluhin ding alte gewonheit und wirdekeit, und waz sie von deme riche bis an den dag der kuore gehabit han und besessin, bestedegin und befestin mit sinen besegeltin briefen ane furzog und weddirrede; und die vorgenant stucke sal er in alle hernuwin, nach deme daz er mit keisirlichir imfeln gekronit wird. Die bestedunge sol der herkorn eyme iegelichim kurfursten bisundir duon von irst mit sime koniglicheme namen und darnach undir siner keisirlichin wirdekeit hernuwin; in den dingin sal er dye furstin alle in der gemeyne und ir ieclichin bisundir nummer gehindirn, me er ist sie schuldig gnedeclichin zu fordern ane argelist.

[119]

[5] In der geschichte, so dry kurfursten geinwurtig adir der boten, die nit geinwurtig sin, den firden undir in adir uz ir geselleschaffte, daz ist ein kurfurste, der geinwurtig adir nit geinwurtig were, zuo eyme Romischin konige irwelten, deme irkennen wir mit gesetze, daz des irwelten stimme, abe er geinwurtig were adir sine boten, ob yme nit geburte geginwurtig zuo sine, volle crafft habe und die zal der kore mere und daz großir deil hersetze glich den andirn kurfursten.


Daz dritte capitel. Von deme sitzin der irtzbischoff von Mentze Dryere unde Kuollen.

In namen der heiligen und eilsamen drivaltekeit selicich. Karlus der firde von gunste gotlichir gnade alle zit merer und konig zuo Beheim. Zuo ewigem gehugniße[28] der dinge. Gezirde und ire des heiligen Romischen richis und keisirlichir wirdekeit und dangbir nutz gemeynes gudis füret einmudegir wille der wirdegin herluchtin kurfursten, die alse hohe sule fursichteclichir wisheit den heiligin buo mit sorgsamyr miltekeit [ufrecht haltint], mit der helfe keisirlichis gewaltis recht[29] wird gestirkit, und so sie me mit witer mynne gelichis gunstis mit ein virstrickit sin, so sie me seleclichin uzgißin gemach fruchtberis freden und ruwe allir cristenheit. Darumb daz undir den wirdegin irtzbischofin von Mentze Kollin und Drere des heiligin richis kurfursten allir krieg und argwan, die undir in mochtin ufsten von deme furgange und umb wirdekeit irs sitzins in keisirlicheme adir in koniglicheme hofe, hienach und furbas me zuo ewigin ziten abesin und sie in geruwigir wise hertzin und gemudis blibinde[30] quemelichir bedrachten mogin mit gemeime gunste und fliße dogintsamer liebe die notdurfft des heiligen richis zuo droste cristim fulke, so setzin wir mit vorbedrachtunge mit allin kurfursten geistlich und werntlich und mit irme rade unde von fullenkomen-heit keisirlichis gewaltis bestedegin wir mit desem gesetze ewecliche zu werin, daz[31] die irtzbischofe mogin und sullen sitzen in allin uffinlichin keisirlichin und königlich in gededen, an gerichte, lehin zuo lihin, zu dissche eßin, in reden und in

[120]

allin andirn werckin, adir so in geburit zuosamene komen zuo dedingen umb des richis nuotz und ere: der bischoff von Drere sal gelich geyn des keisirs antzlitze sitzin; der von Mentze aal in sime bischtum und in siner profincien und auch uzwendic siner provincien in allir sinre Dutschen kantzelarien ane in der provincien von Kollin sitzin zuo der rechtin siten des keisirs; der von Kollin sal in sime bischtum und in siner provincien und uzwendic siner provincien in allem Lamparten und Welschlant sitzin zuo der rechtin hant des keisirs. Wir wullen, daz die selbe wise zuo sitzin by allir ordenunge, alse vor ge-sprochin ist, gehaldin werde von den nachkomelingin der vorgenant irtzbiscboffin Kollin Drere und Mentze, daz zu keiner zyt umer me keinerleie zwifil von den dingen ufsten.


Das IV. capitel. Von[32] deme sitzin allir kurfursten und von dem zdruffin der kurfursten eynen Romischen konig zu kiesin und von den amptin der werntlichen kurfursten keisirlichis hofis et cetera.

[1] Hienach setzin wir, wie dicke iz sich heischit von desir stunde und furbaz me, so ein keisirlichir hoff gehaltin wirt, (in iegelichim sitzen zuo rade zuo dyssche und in wilchin andirn stedin, da eyme keisir adir eim Romischin konige mit den kurfursten geburit zuo sitzin,) so sal der konig von Beheim, umb daz er kronit und gesalbit furste ist, allirneste sitzin by dem irtzbischoff, er sy von Mentze adir von Kollin, dem dan zuo zidin ane mittel geburit zuo sitzin by der rechtin sitin des keisirs nach geleginheit der stede und der provincien, alse ir friheit heldit; nach deme konige von Beheim uf die selben siten sal sitzin der paltzgreve von Rine; abir zu dem linketen deil nach dem vorgenant irtzbischof, [dem zu dem linketen deil] ane mittel geburit zu sitzin, sal der hirtzauge von Sassin sitzin, darnach der margreve von Brannenburg.

[2] Andir werbe, wie dicke und wanne daz heilige rich ledig ist, von dannen sal der irtzbischof von Mentze gewalt han, (als iz auch bekant ist, daz er von altir her hat gewalt gehabit die andirn kurfursten, sine gesellin in der kur, mit brieffin by ein heischin, die alle adir die geinwurtig mogen

[121]

adir wollin sin) und in dem zil der kurfursten by ein ge-sament, so sal der bischoff von Mentze und kein andir stymme innemen undir solichir ordenunge: zuom irstin so sal der irtz-bischoff von Mentze den irtzbischoff von Drere anfragin, dem die irste stimme zugehorit, alse iz von altir herkomen ist; darnach den irtzbischoff von Kollin, dem die wirdekeit und daz ampit zuogehorit, daz er eym Romisch in konige die irste konigliche krone uffsetzit; zum drittin male von deme konige von Beheim, der undir leyenschen furstin von koniglichir wirdekeit den anefang heldit; zum firdin male von deme paltzgreven von Rine, zum funfftin male von deme hirtzaugen von Sassen, zum sestin male von dem margreven von Brannenburg. So daz allis geschehin ist, so sullint die vorgenant furstin den bischoff von Mentze irin gesellin wedirumb fragin, daz er in sine meinunge und sinen willen ufinbare. Andir werbe in der hirschafft eins keisirlichin hofis sol der margreve von Brannenburg waßir gebin ubir des keisirs hende adir des Komischin konigis; den drang sal dienen der konig von Behem, daz er doch nit schuldig ist zuo dunde undir siner koniglichir kronen, er wulle iz dan gerne dun von willin; der paltzgreve von dem Rine sal daz irste eßin anedragen, der hirtzauge von Sassin marschalg sal sin ampt dun, als is von altir her ge-wonlich ist.


Das V. capitel.
Von des paltzgreven und des hirtzaugin von Sassin ampten, so daz heilige rich nit houbitis hait etc.

[1] Wye dicke iz hienach geschicht, daz daz heilige rich ledig stet, so sal der paltzgrafe von dem Rine furmundir sin des heiligin richis von der paltzgreveschafft wegin zuo der hant eins kunftigin Romischin konigis in den landin des Rines und Swabin und in Frenschin gebiede mit gewalt, gerichte zuo haltin, geistliche gabe zu lihin, gulte und gefeile insamen, in lehin zu setzin, eide umb getruwekeit an des heiligin richis stat und in des seibin richis namen zuo inphahin; daz selbe sal doch allis zu siner zit von deme Romischen konige, der darnach herwelit wird, hernuwit werdin; und sal man yme die eide alle von nuwem uffswerin; alleine uzgenomen der furstin lehen und vanlehin, der lyhin und insetz in behaltin wir be-

[122]

sundir alleine dem keisir adir eyme Romischen konige. Doch sal der selbe paltzgreve wißin, daz yme uffinlichin virbodin ist alle virandiruonge adir virsetzin des richis gut, die zit er furmundir ist. Der hirtzauge von Sassin sal ein furmundir sin an allin steden, da man Sassin-recht heltit, undir allir wiße und maße, alse dafor uz ist geleit.

[2] Und wie doch iz sy von altir gewonheit ynbrocht, als man sprichit, daz ein keisir adir ein Romischir konig in sachin, umb die er hat zuo antwurten vor eynem paltzgraven des Rines, der da ist des heiligin richis ein irtzdrossesse und ein kurfurste, doch so mag der selbe paltzgrafe daz gerichte nirgin andirswo gehaltin dan alleyne in des richis hoff, da der keisir adir der Romische konig gegenwurtig ist.


Daz VI. capitel.
Von der kurfursten wirdekeit an sitzin an gen und an sten gein andirn gemeynen fursten[33].

Wir setzin ewecliche, wie dicke iz sich furbaz me geburit, daz ein keisirlich hof gehaltin wird, daz die vorgenant kurfursten geistlichin und werntlichin nach der vorgeschrebin ordenunge und wise ir stede zuo der rechtin und linketen hant unvirwandelt haltin, und sal in adir yr keyme in wilchirleie gededin, die in den hof horint, kein andir furste, waz wirdekeit und ardis er sy, in kein wis furgezagin Verden an gen, an sitzin adir an sten und bysundir, daz mit namen der konig von Beheim in der hirschafft solichis hofis en allin und sundir vorgenant stedin und dedin unvirwandellich sal furgen eyme iegelichen andirn konige, in waz friheit adir wirdekeit er her-schinet, der[34] villichte von etzlichir geschichte adir sache gedege darzuo komen adir do sin.


Daz VII. capitel. Von der fursten nachkomen.

[1] Undir den unzellichin sorgin, von den unsir hertze degelich virmudit wird, umb daz selige wesin des heiligin richis, daz wir von gote merer[35] seleclich besitzin, so ist unsir bedrachtin zuofur darzu berichtit, wie die begirliche heilsuom

[123]

eynnekeit alle zyt undir den kurfursten des heiligin richis stedecliche gruone und ir hertzin in eynekeit lutir minne int-haltin werdin, von deren fursichtekeit der wildin wernt so snellir so lutirlichir zuo rechtir zyt geholffin, und so vil undir den kurfursten kein wersal sich virzuckit und minne lutirlichin wird behut, und virborgin krot ist abegesnedin, so iegelichis recht luthirlichir wird irluchtit. Wan nuo gemeinlich lang und breit uffin ist und villichte durch alle die wernit kuntlich, daz die hirluchtin konig von Beheim, paltzgreve des Rines, hirtzauge von Sassin, margreve von Brannenburg von des richis craftt und irre furstendum in der kur eins Romischin konigis zuokunftigen keisirs mit den andirn geistlichin kurfursten rechte stimme und stat habin und eyne mit den andirn gesetzit sint, daz sie ware und riliche[36] kurfursten sint des heiligin richis. Daz[37] nuo it in künftigen ziten materie ergiruonge und missehelle uffsten undir der kurfursten sone adir ir nachkomen von recht stimme adir gewalt zu der kur und alse ein ge-meyne gut mit kunftigem schedelichin virziehin wurde gehin-dird, dem schadin zuo begenen heilsameclich mit gotz helfe, so setzin wir und bekennen in keisirlichem gewalt mit desem gein-wurtigen gesetze ewecliche zu blibin, nachdeme daz dye seibin kurfursten und ir iegelichir dot ist, des recht stimme und crafft zuo kiesin sal fallin an sinen irsten elichin geborin son, der ein leie ist; ob der nit were, so sal die kure frilichin fallin uf des seibin irstin geborin son elich und leie ane weddir-rede eins iegelichen. Were abir, daz der selbe irste geborn son von dirre wernde vor virfüre ane knabin-irbin eliche leie, so sal von crafft dis keisirlichis gesetzis recht stimme und gewalt der kure fallin uf den altirn brudir leie, der von warem fedirlichim stamme ist komen, und danach uff des seibin irstin geborn sone; soliche nachkomen[38] sal ewecliche behaltin werden an den irsten geborin sonen und irbin der kurfursten an recht stimme und gewalt vorgenant, doch also ob ein kurfurste adir sin neste geborn son adir andir sine sone leie sturbe, und gedege, daz er ließe knabin-irbin elich leien, die nit follen alt werin, so sal der altste brudir des dodin des seibin dodin kindir furmundir sin und besorgen, biz daz altiste undir den

[124]

kindern zuo fullim aldir komit; (daz altir achtin wir an eym kurfureten achtzehin jar fullenkomen, und wullin und setzen, daz iz ewecliche also gehaltin werde;) und wanne der altir son zo dem altir komit, so ist der furmundir zuo stunt schuldig umb in zu geben recht stimme und gewalt mit ampt[39] und allis, daz darzuo gehont.

[2] Were iz auch, daz etlichiz des seibin furstendum dem riche ledig wurde, von deme sal der keisir adir Romisch konig, der dan zu den ziden ist, fursehen als von dingen, daz an in und an daz riche mit rechte gefallin ist; alle zit unsirm königliche von Beheim, so iz ledig ist, be haltin [wir] sine friheit recht und gewonheit ubir die kur eins konigis von Beheim, die geschehin sal von den inwonendin des richis, alse ir privileigia haltin und von langir gewonheit gehaltin hant von kristenlichin keisirn und Romischin konigin: den friheit rechtin und gewonheit wullin wir mit desen seibin keisirlichin gesetzen in keyne wis schadebir sin unde nach me wir setzen und virendungin nuo und zuo ewegin künftigen ziten, daz die seibin friheit recht und gewonheit mit allir ir schrift und furme un-zwivellichin mit festekeit irre crafft gehaldin werdin.


Daz VIII. capitel.
Von der friheit des konigis von Beheim unde siner lute.

Alse iz hievor den cristlichin konigin von Beheim unsirn altirn und furfarn und dem konigriche von Beheim und des seibin richis krone gnedeclichin ist virluhin und virhengit von den Romischin keisirn und konigen unsirn furfarn und nach in dem seibin riche von der zit, dawedir hut dis dagis kein gedenckin ist, von labelichir forbeschr ebener gewonheit von langin ziten und mit gewonheit der gebruchinden inbracht ist ane wedirrede und ane alle wedirwurdekeit gehaltin ist, daz kein furste landisherre edel rittir knecht burgman burgir, nachdan[40] kein persone des seibin richis und allis, daz darzuo horit, an weichin enden daz ist, zu keins clagirs ansprache, was wesins wirdekeit adir ardiz der selbe clagir ist, inmoge noch insulle geladin gezogin noch geruffin werdin an keinerleie und yemans andirs gerichte dan alleine vor des konigis von Beheim und des koniglichin hofis richtir adir gerichte: herumb

[125]

so irnuwin wir und bestedegin wir von sichirm wißin and setzin mit unserm geinwurtigem keisirlichem gesetze mit fullin-komen keisirlichim gewalt die seibin friheit gewonheit und gnade eweclichin stede zuo haldene, ob ieman von den vorgenant, er sy furste landisherre edel rittir knecht burgir burg-man adir gebure adir andir willichirleye vorgenant persone zuo iemans gerichte uzwendig des konigrichis von Beheim geladen wurde wedir die vorgenant friheit gewonheit adir gnade in lastirbere adir schultbere adir virmissthetin sachin adir in welchen andirn geschefftin, zuo wilchir zit daz geschehe: die persone, die also geladin wurde, ist nit schuldig zuo irschinen adir zuo antwurten an gerichte andirs, dan vor geschrebin stet. Ob nu von eim richtir, von weme der gesetzit were adir was gewaltis er were, uzwendig des konigrichis von Beheim wedir den seibin, der nit vor gerichte irschene, in gerichtis wise ge-farn wurde mit urteile, die urteil sie sin undirsprochin adir geendit urteil, eyne adir me, in wilchin sachin adir gescheften daz geschehe adir in waz wise sich geburte, daz die seibin urteil uzgegebin und gekundit wurdin: die laduonge gebot processe und urteil und allis, daz von in in gerichtis wise mage geschehin adir virsucht werdin, daz virnichtin wir allis und duns geutzlichin abe von fullemkomenheit keisirlichis gewaltis. Darzuo legin wir uffinlichin und setzin mit desem keisirlichem gebode vorgenant gewaltis ewecliche zuo werinde, als iz in dem vorgenant riche zuo Beheim fließeclichin gehaltin ist von der zyt, dawedir nieman kein gedencken hat, daz ubiral kein furste landisherre edel rittir knecht burgir burg-man gebure nach kein persone adir in wonende des konigrichis von Beheim, willichirleie wesins wirdekeit adir ardis er sy, sullint sich nummyr beruffen von keime gerichte urteil adir geboden des konigis von Beheim adir sinre richtir unde sullin sich auch nummer beruffin zuo eyme andirn gerichte, waz wedir sie an koniglichem gerichte adir des richis richtir gedan adir gesprochin adir gehaltin ist adir hienoch wiedir sie gesicht adir gesprochin wird. Geschicht iz abir, daz etliche beruffunge an gerichte adir uzwendic gerichte geschehen, zu stunt sullin die seibin beruffin mit keynir crafft besten, und die sich beruffin han, sullint wißin, daz sie zuo stunt fallin in buße vir-lustekeit irre sache.

[126]

Das IX. capitel.
Von den gultgrubin in dem riche zuo Beheim[41].

Wir setzin mit desem geinwurtigem gesetze ewecliche zuo werinde, daz unsir nachkomen konige zuo Beheim und alle kurfursten geistlich und werntlich mogint han gultgrubin und andir grubin von smedesamen dingin und saltzgrubin, die itzunt fundin sint adir hernach fundin werdin, in deme Beheym-schen rieh adir in landin, die deme seibin riche undirdenig sin mit allin rechtin, alse sie iz bizher gewonliche besessin hant. Sie mogen auch Judin han und zulle nemen, alse iz hievor uffgesetzit ist und mit lobelichir bewertir gewonheit von langin ziten an unsere seligin altirn konige zuo Beheim und an die kurfursten und ir altirn mit virschrebeme lauffe rechtecliche bekant ist zuo behaltin.


Das X. capitel sagit von den muntzin und andirn gnadin des richis zuo Beheim et cetera[42].

[1] Wir setzin furbaz me, daz die konige zuo Beheim in irme riche und in allin landin, die deme riche zuogehorin, an weichin steden sie wullint, mogint dun muntzin slahin von gulde und silbir undir allir wise und furme, als iz in deme riche zu Beheim uff dise zit in fredesamir stedir besitzunge gehalten ist.

[2] Auch wullin wir mit desim keysirlichem gesetze und unsir gnade ewecliche zuo werinde, daz den kurfursten konigen zuo Beheim herleibit sy von eyme iegelichim fursten hern grefin und andirn luden ein iegelich lant bürge irbe eygin adir gut zuo keiffin und an sich zu gewinnen, in gabe adir in phandis wise uffzuonemen undir gewonlichem gedulde der lande burge irbe eigin adir gut, also zuo emphahin adir keifin eigin für eygin, lehin vur lehin, also daz die konige zuo Beheim von den seibin landin burge irbe eigin und gut deme heiligin Romischin riche virbundin sin zuo gebin und zu dienen sin gewonlich recht.

[3] Dis geinwurtige gesetze und gnade streckin wir mit crafft unsirs keisirlichin rechtis zuo allin kurfursten geistlich und werntlich und zuo iren nachkomen und ir elichen irbin mit allir wise und gedinge, alse vor geschrebin ist.

[127]

Das XI. capitel.
Von friheit der kurfursten des Romischin richis.

[1] Wir setzin auch, also wir fundin hau, daz in alten gezidin gehaltin ist, daz keine grefin landisherrin edel ge-lehinten dinstman burglude rittir knecht burgir und burg-sessen adir kein persone, in wilchim wesins ardis adir wirde-keit die undirdenig sind den stifften Kollin Mentze und Drere, nit mogint geladen noch beclagin noch bezagin adir geheischen werden zuo iemans anspruche an keim gerichte uzwendig ge-biede der stifte dan alleine fur gerichte der irtzbischof und irin richtirn, und also daz bizher gewesin ist, also sal iz für wirtir ewecliche gehalten sin. Were iz abir, daz die undirdan der vorgenant stiffte weddir unsir dis gebot zu iemans an-sproche wurden geladin an iemans gerichte uzwendig gebiede und gemireke der vorgenant stiffte, in waz sachin das were, umb ere adir umb gut adir gemissthete sache, der ist nit schuldeg zuo irschinen adir den gerichtin zu antwurten; und die selbe ladunge und processe unde alle urteil, wie man sie nennit, die weddir die nit komendin geschehin adir gesprochen werdin von den uzsirn[43] richtirn, und allis, daz daruz gelaufin mag, herkennen wir fur nicht mit dem, so iz geschieht. Darzuo legin wir und setzin, daz grefin landisherrin edel gelehinte dinstmanne burgmanne rittir knecht burgir gebure nach keiner-leie persone, die den seibin stifftin undirdenig sint, wilchir-hande wesins wirdekeit adir ardis sie sint, der keime ist her-leibit sich zuo beruffen von den gerichtis wise urteil adir geboten, wie sie genant sint, die wedir sie gesprochen sint adir gesprochin werdin an der irtzbischofe adir irre zitlichin ampt-lude gerichte, aldiewile daz in an den seibin gerichtin rechtis nit virsagit wird, von den sie claginde sint; waz beruffunge hiewedir geschehe, die sal man nit inphahin, und kundin [wir] sie virnicht; abir an gebrestin der gerechtekeit so sy allin vorgenant herleibit, in den sachin yn recht virsagit wird, sich zuo beruffin unde alleine zu keisirlichem hofe und gerichte adir vor des richtirs gehorde, der zu der zit gerichte besetzit in keisirlichim hofe, und fur keinen andirn richtir; waz hiewiddir geschehe, daz sy zuo stunt virnichtit.

[2] Daz selbe gesetze

[128]

wullin wir mit crafft unsirs geinwurtigen keisirlichis gerichtis geschickit han zuo den herluchtetin werntlichin kurfursten paltzgrave hirtzauge von Sassin und margrafe von Brannenburg und zu irin irbin nachkomen und undirdan fulleclichin undir allir wise und gedinge, also vor gesagit ist[44].


Das XII. capitel. Von samenunge der kuorfuorsten.

Undir den manigfeltigen sorgin eins gemeynnis gutis, in den unsir gedang dicke inzuckit wird, so hat unsir wirdekeit angesehin, daz iz notdurftig sy, daz die kurfursten des heiligin richis, die da sint feste stutzil und unbewegeliche sule des richis, me zuosamene komen, dan bizher gewonheit ist gewesin, zuo sprachin und zuo dedingen von des richis und der wernde heil, alsie durch ferre geleginbeit der lande einre von dem andirn wonende sint, so vil sie baz konen gesagen und mit einandir geredin von den inbrechinden gebresten der lande, die in bekant sin, und kunnent mit gesundim rade irre fur-sichtekeit heilsame helfe gebin und gemachesame widirbrengen solichin gebrestin. Hievon ist, daz in dem hohin unserm hofe[45] zu Nurenberg, der durch unsir wirdekeit wirdeclichin begangen ist mit den irlichin geistlichin und herluchtin werntlichin kurfursten und mit andirn furstin und herrin, da han wir mit bedrachtim muode mit den seibin kurfursten und mit irim rade geordenerit umb ein gemeynne gut und heil, daz die seibin kurfursten furbaz me zuo eim male aller jar vier wochin nach dem ostirlichin dage selbir sullint zuosamenkomen in etzlichir stat des richis; und nuo zu der seibin zit dis geinwurtigen jaris sal von uns und den seibin furstin begangen werdin gespreche und hoff mit der seibin samenunge in unsir keisir-lichir stat zu Metze, und da sal von uns mit der furstin rade bescheden werdin stat der vorgenant samenunge, welchis dagis furbas me in dem nachgendem jare man zusamene sulle komen; dese ordenunge sal alleine werin zu unsirm und der furstin willen. Diewile die ordenunge werit, so nemen wir die kurfursten in unsir keisirlich geleit zuo deme vorgenant hofe[45] 2222 zuo komen zuo blibin und auch wedir heim zu varin. Herumb

[129]

daz daz gespreche und rat gemeines gudis und fredin nit ge-hindird wurdin mit virziehin adir blibin in droste adir mit ubirmeßigeme fliße der wirtschafft[46], alse iz etwan gewonlich ist geschehin, so ordenerin wir mit gemeymme willin, daz fur-baz me, diewile der vorgenant keisirliche hoff adir samenunge werd, keim furstin irleibit ist gemeynne sproche[47] zu haltene; abir sundirlich gespreche, daz[48] die ordenunge der keisirlichin dingen, die zu dunde sint, nit irrint, die sint mit maßen virhenget[49].


Daz XIII. capitel. Von deme wedirruffen der friheit.

Andir werbe setzin wir und bestedegin mit desem keisir-lichim gebode, daz alle friheit und briefe, weichin personen, was wesins furnemekeit adir wirdekeit sie sint, adir stedin frien adir eygin, die von uns adir von unsirn seligin furfarn gebin sint, undir wilchim inthalteniße der worte ubir recht gnade friheit gewonheit adir gut, die von uns adir von unsirn seligin furfarn Romischin keisirn und konigen von eigin willin adir yn andirs virluhin sin adir hienach von uns und von unsirn nochkomen Romischin keisirn und konigen virluhin wurden, die insullint noch inmogint gentzlich an keinen dingin geletzin adir abegezihen den friheidin gerichtin rechtin eren adir hirschefftin der kurfursten geistlichir und werntlichir; were iz auch, daz in solichin friheiden und briefin etlichir personen, waz furnemekeit adir wirdekeit sie werin adir ge-meyne, alse e genant ist, uzgenomelichin besorgit were adir hienach virhut wurde, nit sullint sie wedirruffinlichin sin, ez inwere dan, daz von den seibin brieffin und friheit undir allin worten inen begriffin[50] nach einandir sundirlich rede geschehe von wortin zuo wortin. Die seibin brieffe und friheit, nach dem und also vil alse sie abeziehinde sint den friheiten gerichten rechtin eren adir hirschafft der vorgenant kurfurstin adir ir ieglichim an deme ende, wedirruffin wir sie von sichirme wißin und dun sie abe und setzin von keisirlichim gewalte, daz man sie virste und halte, daz sie wedirruffen sin.

[130]

Daz XIV. capitel.
Von den, die erin eygen herren boslich wedirsagen[51].

In etwie vil landin iz geschicht, daz dinstman und ge-lehinte manne die lehen und die gulte, die sie von den seibin herrin hant, mit wortin und mit geverden uffsagin untzitlich und uffgebint; und so die selbe uffgabe geschehin ist, so weddirsagin sie boslich den seibin herrin und dunt in ir fintschafft kunt; und darnach dunt sie in großin schaden und die selbe gulte und lehin, die sie von der fintschafft und kriegis wegin hant uffgegebin, die griffin sie an und bekomern und haltin sie. Herumb setzin wir mit desem geinwurtigem gesetze ewecliche zuo werinde, daz die selbe uffgabe sal man virnicht han, als ob sie nie geschehin were, iz insy danne, daz die selbe uffgabe und uffsege von in frilich und mit werkin[52]geschehe, also daz daz selbe gut gulte und lehin den herrin von yn liplichin und redelich werde[53] uffgebin in solichir wise, daz die seibin wedirsagere die herren an den seibin guten und gulte und lehin nummer zuo keiner zyt betrubin adir schedigin von yn adir mit andirn, noch insullint darzuo rat helffe adir gunst nummer gebin[54]. Wer darweddir dut adir die herrin an den seibin gutin lehin adir an andirn irren guten betrubit adir in schadin brengit adir wer dem, der soliche ding dut, rat und helfe irbudit, der virlusit zuo stunt die seibin lehin und gulte und ist irin loiz und fellit in des richis achte, und sullin furbaz me zuo allir zit kein weg uffin sin noch inmogint yme in keine wis von nuwem uffgeluhin werdin; waz hiewedir geschehe, daz hette keine krafft. Zuo leste begriffin wir mit desem gesetze, daz die, von den die uffgabe nicht geschicht und weddir ir herrin frefelichin dun und sie wissinlichin ane-griffint mit weddirsagin adir mit unwedirsagin[55], zuo stunt sint sie gefallin in alle vorgenant buße.


Das XV. capitel.
Von den bosen einhelligin, die sich vireynnegin wedir die, den sie billiche undirdan sint[56].

Dye von den heiligin gesetzin virsmehetin und virwurffin eynunge und unzemeliche samenunge adir virbindunge in den

[131]

stedin und uzwendig adir zusscbin stat unde stat adir zusschin persone und stat adir zusschin persone und persone geslichtis[57] halb adir wilchirleie andir schinis[58]; darzuo globe[59] und eit, virbintteniße und gedinge und ynbrachte gewonheit zuo den seibin dingin, dye wir billichir schetzin ein stor[60], virwerffin wir und virdampnen und von sichirm wissen virnichtin wirs als; welliche stede adir persone, ez sy undir in adir mit andirn, was wirdekeit ardis adir wesins sie sint, soliche virbinteniße biz-her hant gedan adir hienach sich virmessen zu dunde ane irre herrin laube, der undirdan sie sint adir den sie sint dinstliche adir in der gebiede sie wonent, und die seibin herrin nit uz-nemen, alse die virbinteniße ane zwivel von den heiligen gesetzin der cristinlichir merir unsir furfarn sint virbotin und abegetan, als virbiedin auch wir und dun sie abe; alleine uz-genomen die fursichtekeit und virbintniße, die die fursten und stede undir einandir umb gemeinen frede der lande kuntliche undir in bestedeget hant, die behaltin wir sundirlichin unsir herluchtenunge und laßin sie blibin, biz daz wir zuo rade werdin, waz wir davon ardenerin. Waz abir sundirlich persone furbaz me soliche globede virbinteniße bose vireinnunge und gedinge anefinge weddir dis geinwurtige gesetze und alt recht, daz davon gemacht ist, der fellit zuo stunt in virlust siner erin und büße zehen phunt gultis; ist iz ein stat adir ein gemeine, die wedir daz gesetze dunt, die git hundirt phunt gultis und virliesin alle friheit und keisirliche wirdekeit; daz halbe deil der gultbuße fellit in keisirlichin sag[61], daz andir deil dem herrin des landes, zuo des schadin die virbinteniße geschehin ist; auch[62] fallint die vorgenant die mynre nit in buße der altin recht, die weddir die bosen einhelligin gesetze sint.


Das XVI. capitel. Von den palburgirn.

Vil clage hat uns furbracht, daz etliche burgere und undirdan der fursten der landisherrin und andir lute suchint von in zuo werffint die burdin geburtlichir undirdenekeit und smechlichin schaffin sie mit frefelichir gedurst, daz sie in andirn stedin inphangin werdin zu burgern, und hant daz

[132]

hievor me gedan und nyt mynre[63] wullin sie lipliche sitzin in landin stedin festin und dorffin der irstin herrin, die sie mit solicbir geverde gelaßen hant, und der seibin stede friheit, darin sye sich geburgert hant, wullint sie sich frauwen und hertriegint[64] schyerm von in: sie heißin palburgir in Dutschem lande; herurab wan nuo geverde und schalkeit nieman sulde zuo helfe komen, so setzin wir uz sichirm wißin keysirlichiz gewaltis mit gesundim rade allir kurfurstin geistlichir und werntlichir und bestedegin mit desem gesetze zuo ewigir weruonge, daz die vorgenant burgere und undirdan, die ir herrin also virspottint, in allin landin und stedin des heiligin richis von desem dage und hienach der stede friheit und recht nummer sullint genießin, in den sie sich in solichir geverde schaftint zuo burgern adir bizher geschaffint hant, ez sy dan, daz sie sich zuo den seibin steden lipliche ziehin und darinne eygin hert stedeclichin habin und werlich ane driegin[65] darinne wonnen und schuldigir burde und stede-stuore in den seibin stedin undirdenig sin. Und welche weddir dis gesetze inphangin sint adir inphangin werdin, daz inphahin sal keine crafft han, und sullin noch inmogin in keinen sachin genießin friheit adir recht der stede, da sie inphangen sin, ane weddirrede rechtis friheit adir gewonheit, von weichin zitin sie inthalten sin, die wir alle widdirruffin, alse vil alse sie desem gesetze widdir sint, und herkennen sie ane crafft umb die vorgenant stucke: alle die recht der furstin der herrin und andir lute, die sie hant an übe und an gude yrre undirdan, die sie in vorgenant wise laßin, sal in alle zyt behaltin sin. Und me[66] [die], die vorgenant burgir und fromede[67] undirdan weddir dis gesetze inphahin, laßin sie sie nit in eyme mande, nachdem daz (lese geinwurtigen ding yn virkundit sint, so sint sie umb deu seibin ubirgang gefallin in virlust hundirt mark lodegis gultis, alse dicke sie iz furbaz duont; des gultis sal halb fallin in keisir-lichin sag, daz andir sal ane abelaßin den herrin der lude, die weddir diz gesetze inphangin sint.


Das XVII. capitel. Von wedirsagen.

Alle, die sich furbaz me virmeßin wedir ieman von rechtir sache zuo wedirsagen und den untzitlich in ir wonunge, adir

[133]

da sie gemeinliche nit wonen, weddirsagint, daz herluchtin wir, daz sie den wedirsagiten keynen schadin mit irin[68] mogent gedun an brande an raube an zuckin[69]. Wan[70] nuo falsch[71] und geverde nieman sulde zuo helfe komen, so bestedigen wir mit desem gesetze ewecliche zuo werinde, daz die seibin weddir-sagunge, die also geschehin ist adir hienach geschicht, nit sal crafft han wedir herrin adir andir lute, mit den die weddirsagere hant gewonit in geselleschafft in heimelicbkeit adir in andir irlichir fintschafft; und sal auch nit sin, daz mit der wise eins iegelichins wedirsagins ieman angegriffin werde mit brande raube adir zuckin, ez sy dan, daz die wedirsagunge dry naturliche dage deme weddirsagetin vorhin lipliche virundit werde uffinlichin adir an die stat, da he gewonhchen wonit, und daz von dem seibin virkunden mit waren gezugin sichir bekennen moge geschehin. Wer andirs ieman weddirsagit und[72] anegriftit, der fellit zS stunt in unere, als ob kein weddirsagin were geschehin; und [wir] setzen auch, daz der selbe von eim iegelichim rittir als eyn virredir mit rechtir buße gepineget werde.

Wir virbiedin auch alle unrechte kriege und alle unrecht brant raub zuckin und unrecht zulle und unrecht geleide und abedrucken gewonlichis schetzins umb daz geleide undir der büße der heiligin gesetze, die ubir dye vorgenant ding undir ieclichis sundirlich zu bußen gesetzit sint.


Daz XVIII. capitel.
Von dem bryefe der kure an die kurfursten[73].

„Uch hirluchten und großin furstin margrafen von Brannen-burg des heiligin richis irtzkamerer unserme medekurfurstin und liebin frunde dun wir irtzbischoff von Mentze kunt myt desir geinwurtigen batschafft, daz die kure eins Romischin konigis sich zuo dirre zit gebuorit zuo dunde; und von schulde unsirs amptis so ruffin wir uch zuo der seibin kure, alse wir sullin, daz ir von deme dage dis brieffis undir dren mandin nach einandir zuo rechen von uch selbir mit uwirn geweltigin boten, eyme adir me, die adir der fullenkomen gewalt habin,

[134]

komen zu der stat, die darzu gehorit nach der wise der heiligen gesetze, die darubir gemacht sint, alda zu beradin ubir-einzuokomen mit andirn unsirn medekurfursten von der kur eins kunfftigen Romischin konigis, der danach mit godes helfe gefurderd werde zu eyme keisir, und auch an der seibin stat zuo blibin, biz daz die selbe kure volbracht wird, und auch andir sachin zu dunde und uzzudragin, als man findet uzgeleit in den heiligin gesetzin, die darubir bedrechteclichin gemacht sint; und komen ir nit adir uwir botin, so furvarn wir doch uff ende mit unsirn medekurfursten in der vorgenant kur, alse die keisirlichin recht gesetzit hant.“


Daz XIX. capitel.
Von der furme des gewaltbrieffis des kurfursten, der sine botin sendet zuo der kuore.

„Wir Lodewig[74] von gotz gnadin margrave zuo Brannen-burg duon kunt allin gemeine mit dirre geinwurtigen schrifft, sit daz die kure eins Romischin konigis anfellit zuo dunoe von redelichin sachen und wir mit sorgsame begerinde sin zuo be-denckin umb des heiligen richis ere, daz izit schedelichin swerin schadin undirlege, so machen wir und setzin und orde-nerin Johannem und Paulum[75] unsir liebin und getrewin, von den wir sichirlichen sundir getrewin haltin ane allin zwivel, unsir ware rechtliche procurator und sundirbar badin (mit allin rechten wise und furme, in den wirs allir best und creft-lichir mogin machin und kunen, sie beide und ieclichir[76] in gantze macht, alse daz des recht und gedinge, der die sache undir handin hat, nit beßir sin, und waz von ir yme an wird gefangin, daz mag durch den andirn geendit werdin und recht

[135]

liche ende nemen,) zuo dedingin an allin stedin mit andirn unsirn kurfursten geistlich und werntlichen und mit yn ubir einandir zuo komen und zuo enden umb ein wole, geschickete, ungebresthafte personen zu kiesin zuo eyme Romischin konige, und daz die seibin procurator mogin geinwurtig sin den dedingin, zuo habin ubir die kur solichir persone und zuo handeln und bedrachtin, von unsirn wegin an unsir stat und namen die selben personen zuo nennen und an sie zuo gehellin und zu eyme Romischin konige zuo furdirn und zu kiesen und uff unsir sele eynen ieclichin eit zuo sweren, der darzu notdurfftig ist adir gewonlichin wird, zuo den vorgenant stuckin; und daz sie mogin eynen andirn adir andir scheffener setzin zu gantzir crafft und den seibin adir die selben zuo weddirruffin und zu tuone alle ding, sundirlich waz zuo den vorgeschrebin dingen notdurftig nuotze adir bequemeliche wirt zu dunde, geinwurtig zuo sinde uff ein fulbrachtis ende des benennyns und des be-radis der seibin kure und auch, ob die vorgenant stucke adir ir ieclichis heischin ein sundirlich gebot, auch ob die seibin großir adir me sundirliche werin, dan die vorgenant ding adir wir selbir mochtin dun, obe wir dem gescheffte und der kunff-tigen kur mit unsirs selbis libe geinwurtig werin; und wullin stede und geneme habin und globin festeclichin zuo haltin eweclicbe, waz durch die seibin vorgenant unsir scheffener und bodin und von den, die sie gesetzit hant adir setzinde sint, von in adir von ir yme in den vorgenant stucken gewirekit wirt adir geschieht, adir in wilchir wise daz geordenerit wirt“


Daz XX. capitel.
Von der eynekeit der furstindum und recht, die in zugehorin et cetera.

Wan[77] alle furstindum, von der crafft[78] die werntlichen[79] kurfursten recht und stimme habin an der kure eins Romischin konigis, mit dem seibin recht ampt und wirdekeit mit andirn rechten, die in zugehorint und davon hangint, also gar sint zu-samen geschickit und unvirscheidenlichin vireynneget, daz recht stimme ampt wirdekeit, die zu iedem furstindum gehorit, nit ge-fallin mogin uff eynen andirn dan alleine an den, der daz furstindum mit lande und mit allim dem, daz darzu gehorit, kunt

[136]

liche besitze mit dinstbirkeit mit lehin und hirschafft; daz bestedegin wir, daz eim ieclichin der vorgenant furstindum mit recht mit stimme der kure und ampt und mit allir wirde-keit, die darzu gehorint, also sin vireinet und ungedeilit by einandir blibin zuo ewigin zitin, also daz der besitzir eins ieclichin furstindums sal sich frauwin eyner geruwigin frihin be-sitzunge recht stimme amptis wirdekeit und allir dinge, die darzu horint; und sal auch der selbe von allin kurfursten ein kurfurste gehaltin sin: der selbe unde nieman andirs sal von den kurfurstin zuo allir zit zuo der kure genomen werdin und zuo andirn gedetin, die umb ere und nutz des heiligin richis sint zu duone, und ane alle weddirrede sal man in zulaßin; noch ir keins der vorgenant dinge sullint von einandir gedeilit werdin, wan sie sint und sullint unscheitbirlichin sin, noch inmag sie auch nieman zu deilin gefordirn weddir an gerichte adir uz wendig an gerichte noch mit urteil ubirkomen; ez sal auch nieman den horen, der da eins fordert ane daz andir. Geschehe iz abir von iruonge adir andirs, daz ieman virhort were, alle brieffe gerichte urteil, adir waz semelichis dingis davon uzginge weddir dese unse ordenunge, daz sal allis samt zuo stunt mit keiner crafft besten.


Daz XXI. capitel.
Von der ordenunge des furgangis der irtzebyschoffe etc.

Wan[80] wir da abin an deine drittin capitel zuo rade wurdin fullinkommeclichin zuo virsegin umb die ordenunge des sitzins undir den geistlichin kurfurstin in rade und zuo dissche und andirs, alse dicke alse[81] keisirlichir hoff gaehaltin wirt mit hirschafft adir wan sich furbaz me geburit, daz die kurfurstin mit dem keisir adir mit eyme Romischin konige gesamint sint, davon wir gehorit han, daz hievor krieg darumb gewesin ist, nu gleibin wir, daz iz gut sy, daz wir endin und uzlegin die ordenunge vorgendis undir in. Darumb so irkennen wir mit desem keisirlichim gebote, alse dicke in samenunge des keisirs adir eins Romischen konigis den vorgenant geistlichin kurfurstin mit dem keisir adir konige sich geburit zu gende und man keisirlich adir koniglich wapin fur yn droit, so sal der

[137]

irtzbischoff von Drere in glichir slechtir lynnegin gen vor dem keisir adir konige, und sal nieman zusschin in zwein gen, dan alleine die die keisirliche adir konigliche zeichin dragin; so abir der keisir adir konig ane die wapin get, so sal der selbe irtzbischof von Drere dem keisir adir konige vor gen, also daz nieman zusscbin in zweyn sy; dye andirn zwene irtzbischof sullin ewicliche ir stede behaltin, als iz da abinan mit undir-scheit irre provincien uzgeleit ist umb das sitzen.


Daz XXII. capitel.
Von der ordenunge des furgangis der werntlichen kurfurstin, und wir die keisirlichin und königlichen wapin sulle keisir adir konige furdragen[82].

Uzzuolegen die ordenunge des furgangis der kurfursten, davon wir for rede han gehabit, so setzen wir, daz in der geinwurtikeit des keisirs adir des konigis so erget, alse dicke den kurfursten geburit zuo gende nach der zile mit eim Romischin keisir adir konige: so ein uffinbar keisirlichir adir koniglichir hof ist, in waz sachin adir hirschafft daz sy, und man wirt dragin keisirliche gezirde, so sal der hirzauge von Sassin, der daz keisirliche adir königliche swert dreit, vor dem keisir adir konige anemittil gen, und sal zusschin yme und dem bischoff von Drere niemant damittin sin; der paltzgrave sal den keisirlichin apil dragen zuo der rechten siten; der margrave von Brannenburg sal daz ceptrum dragin zuo der linketin siten ie weddir siten des hirtzaugen von Sassin; der konig von Beheim sal anemittel nach dem keisir gen.


Daz XXIII. capitel.
Von den segen der irtzbischoffe in der messe und zuo dissche in keisirs und koniges geinwSrtekeit etc.[83]

Alse dicke hirliche meße gehaltin wirt vor des keysirs adir Romischin koniges geinwurtekeit und den irtzbischofin von Mentze Drere und von Kollin adir ir zwein geinwurtig geburit zuo sinde, sullin sie undir in dese ordenunge haltin:

[138]

in der bichte, die geschicht vor der messe, an dem herbieden daz ewangelige zuo kossin, den freden nach dem „agnus dei" umb zuo dragen und an den segin, die nach der messe und f&re dissche zuo thunde sint, und got zuo lobin noch dissche in soliche wise des irsten dagis sal iz der irste allis duon, des andirn dagis der andir, des drittin dagis der dritte. Den irsten den andirn und den dritten beduodin wir also zu vir-stende, nachdem daz ir ieglichir fuor adir noch zuo buschoffe irwihit ist. Und daz eynre den andern mit wirdigir zemelichir ire fuorkorae und den andirn gut bilde gebin, sich undir ein-andir zuo eren, so sal der, den der ordin rorit die vorgenant ding zu dunde des dagis, den andirn mit eyme mynsamen nigin und winkin darzu ladin, und sal darnach furdreden zuo den vorgenant dingen, alse iz sich danne heischicht.


[II. Theil. Die Metzer Gesetze.]

Daz XXIV. capitel.
Von den uffsetzigen weddir der kurfursten lip und lebin und der ufsetzigen büße und iren nachkomen und allir der, dye in zuogehorint[84].

In[85] deme hofe zu Metze, den wir keisir Karle der vierde Romischis und Beheimschis richis ein merer hiltyn in deme jare, da man zalte von Crist geburte druzehinbundirt jar und in dem sehsundfunflzigisten jare und by uns warent alle kurfurstin des heiligin richis mit gein-wurtekeit der herrin des erwirdegen vatirs [Talayrand] bischoff zuo Albane der heiligin Romiscbin kirchin kardenal und Karle des konigis von Francrichis irste geborn son hirtzauge zu Normandi und delfin zu Fienne, in der herrin geginwurtekeit und zit, alse vor genant ist, so han wir die nach geschrebin gesetze gesagit uz.

[1] Wer mit furstin adir mit rittirn mit sundirlichin per-sonen adir mit gemeyme fulke meyndedeclichin uffsatze dut adir mit eyden sich virbindit zu dunde uff dot der erwirdegin des heiligin richis kurfurstin geistlichir adir werntlichir adir eyme undir in, der sal billich gebußit werdin; (die recht

[139]

wultint, daz wille der meyndat mit dem seibin grymme ge-piniget wurde, alse die werk, und daz er mit dem seibin grimme gebußit wurde als ein schuldig man der almechtekeit, umb daz die vorgenant kurfurstin sint ein glet unsirs libis;) und sin gut in unsirn schatz geurteilit sy; [2] sine kint, den wir von keisirlichin gnaden virlihin daz lebin, sie suitin mit fedirlichir pine sterbin; daz bilde fedirlichir irbesunde sulte an in mit grymmer pine gemessin werdin: sie sullin virschaltin sin von mutirlichir zucht und von allim irbe irre nestin, und waz in von den mag gefallin, ensal auch nit fulgin selgerede von andirn luten; arm und gebrestin sullin sie eweclichin sin, fedirliche schände sal in alle zyt nachfulgin, zuo keinen erin zu keiner werntlichir wirdekeit sullin sie nummer komen; sie sullin solich sin, daz in dot ein drost sy und daz lebin ein bittir pin, unde darin stinckende sin in ewigeme jamer; [3] danach heißin wir, [daz] alle die virlumunt sin und ane gnade, die fur soliche ummer virsuchint bede an uns zuo legin. [4] Die dochtir, wie vil der ist, die sullin alle mit einandir nemen daz virde deil von der mudir gude, siege abe besetzit[86] adir unbesetzit, uff daz sie habin mittelmeßige narunge billichir, wan daz sie gantzin nütz adir irbe namen davon haltint; daz urteil sal miltir gein yn sin: wir getruwin, daz sie von krangheit frauwelichis ardis minre gedurstig[87] sin. [5] Friheit, die sonen und dochtirn sint nach desem gesetze gebin, daz sie ledig suitin sin von fedirlichen undirdenekeit, komit in nit zu helfe. [6] Wir setzin auch, daz wedemegabe und viranderunge wilchirhande gude, mit wilchir geferde adir recht man findet, daz sie geschehin sint von der zyt, da die vorgenant zum irsten gedachtin den uffsatz und geselleschaft anzugriffin, daz sal keine krafft han. [7] Der vorgenant uffsetzigin husfrauwin, die irin wedemen herkobirt hant, und die gut, die sie von irrin mannen inphangin hant in giftis recht, sint die in dem gedinge, daz sie den sonen sullint gefallin zu der zyt, so die[88] schare[89] ist abegenutzit, so sullin sie wißin, daz alle die gut, die den sonen nach dem gedinge sultint werdin, in unsen keisirlichin schatz horint; [8] doch sal den dochtirn von den seibin gutin daz vierde deil werdin und nit den sonen.

[140]

[9] Andir werbe waz wir von den vorgenant und iren kinden gesetzit han, daz wullin wir in hirtekeit gehalten han an irin knechtin an irin dienern, die der missetat midewissinde sint, und der seibin kinde. [10] Wer abir undir den von ursprunge der anegefangin missetat mit fliße eins waren labis die mein-dat meldit, der sal mit lone und mit erin von uns begabit werdin; abir der an dem ufflegin schuldig wirt, ob der doch undir unkuntlichir wise die heimelichkeit der rede uffinbarit, der sal losunge und gnadin wirdig sin. [11] Andir[90] werbe umb die seibin missetat, die sich driffit zu geletztir almechtekeit an den kurfurstin, sullint auch die knechte an des herrin houbit gepiniget werdin. [12] Hernach setzen wir, ob it uff-satzis geschehe weddir die vorgenant kurfurstin geistlichin und werntlichin und missetan wurde, daz auch noch dote des schuldegen daz lastir mag hernnuwit werdin. [13] Darzu be-stedegin wir mit desem gebode, daz nach dote der schuldegen die meyndat möoe beclagit werden, und des ubirwundio dotis gehugnißis sal man virdampnen und sin gut sal man den irben abenemen; [14] wan von dem, daz eynre ein meyndedegin rat [fassit], so ist er zuo stunt etlichir maße gepinget an sime gedancke; darzu bekennen wir mit deme, daz einre al soliche missetat an sich zuhit, daz der nit viruzsirn adir nieman fri von dinstbirkeit gelaßin mag, und yme sin schuldener von rechte nit geldin sal. [15] In der sache setzin wir, daz die knechte gepiniget werden den herrin zu leidin, daz ist umb die sache des virdamptin uffsatzis weddir die kurfurstin, alse vor geseit ist. [16] Und ob einre sturbe, daz nachkomen gut sal gehaltin werdin von der ingewollin[91] persone halb, ob er alse dot gewisit wirt, daz er gewesen ist in der seibin sache.


Daz XXV. capitel.
Von den nachkomen der werntlichin kurfursten[92].

Ez bekomit wol, daz andir furstindum by einandir gantz blibet, daz gerechtekeit gestirkit werde und die getruwin undirdan sich frauwin ruwe und frede: nichils me sullint die grossin furstindum hirschafft ere unde recht der kurfursten

[141]

ungeletzit by einandir blibin, wan da me schadin lit, da sal man helfe zulegin, so die sule fallin, daz die weddirsetze des buwis nit zusamen slahe; herumb stedegin wir und bekennen mit gebode ewige zit zuo werin, daz von nu furbaz me die edeln und grossin furstindum, daz rich von Beheim, paltz-graveschafft des Rines, hirtzaugedum von Sassin, margrafedum von Branncnburg, ir lant gebiede manschafft dinstbirkeit, und waz andirs darzu gehont, sullint nummer virsnidin adir vir-deilit werdin, me sie sullint billichir ewecliche blibin in irrim fullinkomen gantzheit. Der irste geborin son sal an den bir-schefftin und rechten irben[93]: der horit alleine darzu, er were dan nit by sinnen adir ein dor adir eins virmertin[94] mirglichis gebrestin, von des wegin er nit sulte noch inmochte ubir dfe lude nit ein furste gesiu; in der geschichte sal der andir geborin son irben, ob er ist in deme geslichte, adir darnach der andir alste brudir adir leies mag, der von fedirlichim stamme zuo dem nestin ist abekomen in rechtir lenige. Der selbe sal sich zu hant gein den andirn brudirn und swestirn minsame und gnedeclichin herbiedin nach der gnadin, also yme got git nach sime wolegefallin, und nach irbem macht, also umb in alle wise virbodin sy deilin unde intledin furstindum und allis, daz darzu horit.

Das XXVI. capitel.
Wie die kurfurstin von keisirlichem hofe sullent komen[95].

[1] An deme dage, so keisirlichir adir koniglichir hof in wirdekeit gehaltin wirt, so sullin die kurfurstin alle komen zuo prime zit zu des keisirs adir konigis hirburge, und sal der keisir adir der konig angedan sin mit allir keisirlichir wede[96], und ieder kurfurste uff sinem perde sullint mit deme keisir riten an die stat, da man sitzin sal: ir ieclichir sal gen in ordenunge und wise, alse iz vor gesetzit ist des furgangis der kurfursten und fullinkommeclich ist uzgedragin. Der irtz-kantzelir, in des irtzkantzelerie der hof gebaltin wird, sal brengin uff eyme silbirn stabe alle ingesigel unde keisirliche adir konigliche briefe-zeichen; die werntlichin kurfurstin sullint

[142]

brengen daz ceptrum den apil und daz swert; zum irstin sal man auch dragin vor deme irtzbischofe von Drere anemittel, so er fur get in siner ordenunge, zum irstin die krone von Ache, darnach die krone von Meilon von etlichin nedirn furstin, die der keisir adir der konig darzu schickit; daz dragen mit den kronen sal alleine geschehin deme, der mit keisirlichen adir mit koniglichir imfeln gezerit ist.

[2] Die keisirynnen adir die Romische koniginnen sal mit irre keisirlichen adir koniglichir wede gecleidet zogin zu der sitzestat, von irren großin herrin geselgit mit yren nach-fulgerin juncfrauwin etwie ferre eyn zemeliche wide nach deme keisir adir Romischen konige und auch nach deme konige von Beheim, der dem keisir allirneste nachfulgit.


Daz XXVII. capitel.
Von den ampten der kurfursten in keisirlichem adir königlichem hofe.

Wir setzin, wan der keisir adir Romisch konig uffin hoff heldit, da die kurfurstin mit yrin amptin sullint dienen, so, sal die nachgeschrebin ordenunge gehaltin werdin:

[1] Zum irstin, so der keisir adir der konig sitzit uf sime keisirlichin adir koniglichim trone, so sal der hirtzauge von Sassin sin ampt dun in dese wise: man sal schudin for daz keisirliche gesesse ein huffen habirn, der also hoch sy, daz er dem perde ge an die brust adir an den vordem reift; uff dem perde sal der hirtzauge sitzin und sal han eyne silbirn strichin in siner hant und ein silbirn summern[97], die beyde sullint han an gewiechte 12 marck silbirs; und also sitzinI uf dem perde sal er daz mas ful habirn nemen und sal den dem irstin knechte, der da komit, schudin in sinen sag. So er daz gedut, so sal er die strichin steckin in den habirn und sal abe-zogen, und sin undirmarschalg der von Pappinberg[98] der sal an sine stat adir des hofis marschalg, obe der von Pappinberg nit da inwere, den habirn furbaz uzmessin. So der keisir adir der konig inget zuo dissche, so sullin die geistlichin kurfursten irtzbischhofe sten for dem dissche mit andirn prelatin uode sullint den disch gesegin nach der ordenunge, alse darutf

[143]

vor geschrebin ist; so der disch gesegint ist, so sullint die seibin irtzbischofe, obe sie da sint, adir zwene adir eynre die ingesigel und keisirliche adir konigliche briefe-zeichin von deme hofekantzilir nemen an deme silbirn stabe, und der irtz-bischof, in des kantzelerie der hof gehalten wirt, sal mittin gen und die zwene ie wedir sit neben sit und sullint alle den stap, da die ingesigel anehangin, mit irin [handin] anegriffin und sullin sie dragin und wirdeclichin legin fur den keisir adir konig uf den disch; der keisir adir konig sal sie in zu stunt weddirgebin, und der irtzbischoff, in des kantzelarie daz geschicht, der sal daz große ingesigel dragin an sime halse, bis daz man gessin hat, und darnach bit daz er komit an sine hirburge von keisirlichim adir koniglichem hafe [!] geredin. Der stap, da die ingesigel anehangin, sal von 12 mark silbirs sin; des silbirs sal ieder irtzbischof gebin daz dritte deil; der stap mit den ingesigeln und briefe-zeichin sal zuogeantwurtit werdin des hofis kantzelir in sinen nuotz zuo kenn, wie iz yme selbir fugit. Und nachdem daz der irtzbischof, dem daz große ingesigel geburit zuo dragin, komit von keisirlichem hofe in sine hirburge, so sal he daz selbe ingesigel sendin mit eyme sinis gesindes uff eime perde deme hofekantzlir; daz pherd ist her schuldig zuo gebin dem seibin kantzilir nach zemelichkeit siner eigin wirdekeit und minne, die er zuo yme hat.

[2] Der margrafe von Brannenburg sal komen uff eyme perde und sal han zwei silbirn beckin mit waßir in den hendin und eine schone hantwehil und sal sitzin von sime pherde und sal deme keisir adir deme konige waßir gebin ubir die hende; die beckin sullint halten 12 mark silbirs.

[3] Der paltzgrave von Rine sal inriten uf eyme perde mit vir silbirn schusselin in sinen hendin, die sal iecliche haltin 3 mark silbirs, und sal abesten von dem perde und sal die schußelin setzin uf den disch fur den keisir adir konig.

[4] Darnach sal der konig von Beheim komen uf eyme pherde und sal brengen eynen silbirn kop von 12 marck silbirs mit wine und mit waßir gemisschit und sal sten von sime pherde und sal den kop dem keysir adir konige zuo drinckin biedin.

[5] Alse wir funden han, daz bisher gehaltin ist, also setzin wir auch, so die werntlichin kurfursten ir ampt han

[144]

getan, so sal der von Falkinstein ein fitzkamerer des richis zuo eme nemen pherde und beckin des marggrafin von Brannen-burg; der kochinmeistir von Norttinberg sal nemen pherde und schußelin des paltzgrafen; der schencke von Limpburg sal nemen pherde und kop des konigis von Beheim; der von Pappinberg[99] der sal nemen pherde unde stap und summern des hirtzaugin von Sassin, ob die seibin sint zuogegin und ir iegelichir dinte yn sime ampte; ist abir, daz ir etlichir in deme hofe nit geinwurtig were, so sullin des keisirs adir des konigis dageliche hofediener, nachdem als iegelichir gemein-samt an dem amte mit dem, der nit zuogegin ist, als er daz ampt dreit, also sal er auch den nutz ufhebin.


Das XXVIII. capitel.
Von der ordenunge der dische in dem keisirlichin adir koniglichem offen hofe[100].

[1] Keisirlichir adir koniglichir disch sal also gefugit sin, daz er ubir andir dische in dem sal sehs fuße hohir sy ge-setzit, an dem nieman sal sitzin in dem dage des birlichin hofis dan alleine der keisir adir konig.

[2] Der stul und der disch der keisirynnen adir konigynnen sal bereit sin in dem sal, also daz ir disch dry fuße nedir sy dan des keisirs adir konigis und dri fuße hohir dan der kurfurstin disch; die kurfurstin sullen undir in in glichir hohe stule und dische han.

[3] Undir des keisirs geseße sins dischis sal man bereiten den seibin kurfurstin geistlichin und werntlichen zuo der rechtin hant dry, zuo der linketin hant dry geseßin; daz sebinde geseße sal man bereitin glich gein des keisirs adir konigis antlitzer als iz davor von dem sitzin der kurfurstin uzgesprochin ist; auch also daz nieman andirs, waz wirdekeit er ist, sitzin sal undir in adir zuo den dischin.

[4] Iz zemit auch nit den werntlichin kurfurstin, daz ir eynre sich setze zuo sime dische, diewile der andir et'nre sin mitkurfurste sin amt noch dan zuo dunde hat; wan so ir einre sin ampt fullinbracht hat, so sal er gen zuo dem dische, der

[145]

eme bereit ist, und sal daby stende beidin[101], bis daz die andirn ir ampt bant gedan; danach sullin sie sich alle und sundir mit einandir setzin zu den disscbin, als in ir ieclicbim bereit ist.


[Das XXIX. capitel.][102]

[1] Wir han daz auch fundin von warir sage und gesetfee der altin, von der zit itzunt nieman andirs gedenckit, daz von unsirn seligin furfarin flißeclich gebaltin ist, daz eins Romischin konigis kure zuo Frankinfurd in der stat geschehin sal, zuo Ache gecronit werdin, sin irsten hof zuo Nurmberg haltin; darumb wullin wir von sichirn sachin, daz die seibin ding in kunftigin zitin gehaltin werdin, ez inwere dan, daz den vorgenant stuckin allin adir etlichen redeliche hindirniße begenten. [2] Wan iz auch geschehe, daz ein kurfurste geistlich adir werntlich mit rechtim hindirniße geirrit werde, so er geheischin were zu dem keisirlichin hofe, und nit komen mochte, der bode adir pro-curator, den er sendit und den man zuo sal laßin, nach dem alse sin gebot stet, waz wirdekeit adir wesins er ist, so sal er doch nit zu dische adir zuo stule sitzin, alse dem bereit ist, der in gesant hat.

[3] So nuo alle ding fullinbracht sint, die zu keysirlichim adir zu koniglichim hofe zu richtin sint, so sal der hofemeistir zu eme nemen allin buo keisirlichis adir koniglichis geseßis, da keisir adir konig geseßen ist, mit den kurfurstin den hof zu halten adir lehin zu lihin, alse vor uzgegebin ist.


Daz XXX.[103] capitel. Von den furstin, die lehin inphahint, waz sie gebin sullint et cetera[104].

[1] Wir setzin mit desem keisirlichin gesetze, daz die kurfurstin geistlichin und werntlich in, so sie konigliche lehin von keisir adir von konige inphahint, so sullin sie nieman ge-bundin sin icht zu gebin; wan daz gelt, daz in solichir wise gegebin wurde, daz hurte den amptluden zuo. Wan[105] nuo alle kurfursten in keisirlichem hofe ubir alle ampte sin, wan sie kamerer kochinmeistir schencke und marstellir sint und hant

[146]

undir in in den seibin amptin gesetzte undirdan, die ime von Romiscbin fursten gegebin und gewedemit sint, darumb were iz ein daube rede, daz die undirdane amptlude von irin obirstin amptherrin, und in wilchir wise daz geschehe, [geschenhe furdern], ez were dan villichte, das die seibin kurfurstin irin undirn amptluden etwaz frilich und willeclich wultin gebin.

[2] Abir dye andir furstin des richis geistlich adir wernt-lich, so ir eynre lehin inphehit von Romischin keisir adir konige, der sal gebin den amptludin in des keisirs adir konigis hofe 63 mark silbirs und eynen firdung, ez sy dan, daz ir einre mit friheit adir mit keisirlichir adir mit koniglichir laube sich beschirmen moge und bewerin, daz er ledig uzgenomen sy von solichir gulte und auch von andirn dingen, die von gewonheit sint zuo geltin umb soliche inphahin der lehin. Die vorgenant 63 marck und firdung silbirs sal der hofemeistir des keisirs adir konigis also deilin: er sal eme selbir zum irstin behaltin 10 mark, dem kantzelir zehin mark, den meistirn den schribirn den dicterern 3 mark, dem ingesigelir umb daz waz und birmynt den eynen firdung, also daz der kantzelir und die schribir dem furstin, der daz lehin inphangen hat, nit andirs sint schuldig zuo gebin dan gezug-brieffe des inphangen lehins adir eynen brieff eyner eynfeltigin inleidunge.

[3] Auch sal der hofemeistir gebin dem schenkin von Limpburg 10 mark, dem kochinmeistir von Norttinberg 10 mark, dem undirmarschalke von Pappinheim 10 mark, dem kemmerer von Falkinstein 10 mark mit solichin gedingen, ob sie und ir iegelichir geinwurtig sint in den hohen hofen und iegelichir dinte sime ampte; were abir, daz die vorgenant undiramptlude adir ir iegelichir nit geinwurtig weren, so sullint die amptlude des keisirs adir konigis, die ubir solich ampt sint, der abesint, der stat sie virwesint, in des amptis namen und arbeit er dreit, also sal er nutz und gewin nemen.

[4] So auch ein furste lehin inphehit von keisir adir von konige und uf eyme pherde adir uf eyme andirn fiehe sitzit, daz phert adir daz fiehe, willichirleie iz ist, sal deme obirstin marschalke deme hirtzaugin von Sassin werdin, ob er geinwurtig ist; andirs iz wurde dem undirmarschalke von Pappinheim: ist er nit da, so wirt iz des keisirs adir konigis hofe-marschalg.

[147]

Daz XXXI.[106] capitel.
Von den manigerhande zungen der kurfursten[107].

Sit daz die wirdekeit Romischis richis hat zuo bedrachtin gesetze unde uzrichtin manigirhande lande, die undirscheidin sint an setin[108] an leben an sprache, so ist von urteil allir wise wirdig und nutze geachtit, daz die kurfursten, die da sint sule und gledir des richis, sin gelerit in undirscheit manigirhande sprache unde zungen, daz sie fele lude virsten, und auch daz man sie virste, und daz sie mit sorgsamkeit vil lutin ir not uffhebin; darumb setzin wir, daz der herluchtin kurfursten des konigis von Beheim, des paltzgraven[109] von Rine, des hirtzzaugin von Sassin und des margraven von Brannen-burg sone adir ir irbin adir ir nochkomen gelerit werdin in Latiner Lamparter und Slefener zuonge, anzufahin von deme jare irs altirs, wan iz dofur zu haltin ist, daz in Dutsche sprache zuo wißin naturlich ingeplantzt ist von kintheit zu lerin, also daz sie undir 14[110] jarin irs altirs gelerit sin in solichin zungen, alse sie dan gnade von gode darubir han in-phangin; daz wirt nit alleine nutze, iz wirt auch von vorgenant sachin gar hohe notdurftig gehaltin. Darumb daz die zungen dicke zuo nutze und notdurft des heiligin richis gewon-lich sint zuo ubin und in strengen sachin des richis me virjagit[111] werden dese wise zuo lernen, setzin wir also zu halten, daz iz blibe an fedir wille, ob sie sone hant adir ire nestin, von den sie sich virsehin, daz sie irben an den furstendum, schickin zuo den stedin, da sie die seibin zungen mogen lernen adir in zuo fugin in irin eygin husirn zuchtmeistir lerer und kinde-medegesellin, die auch darinne virstendig sint, mit der wandele und lere sie mit einandir mogint in den zungin undir-wisit werden.

Anmerkungen der Vorlage

[Bearbeiten]
  1. Es ist mitunter zweifelhaft, ob nicht statt tz, wie ich immer drucke, cz zu lesen ist; ebenso kann uo mitunter auch für ue gehalten werden. Das tt der Hds. sieht einem ck sehr ahnlich.
  2. Die 14 Hexameter, welche der Originalfassung der G. B. vorausgehen, boten dem Uebersetter solche Schwierigkeiten, dass er sie wegliess; doch stehen sie lateinisch auf der letzten Seite unserer Hds. (S. 72), von anderer Hand geschrieben. Weggelassen ist in der Uebersetzung auch die Zusammenstellung der Capitelüberschriften des I. Theiles.
  3. stalpin (lat. palpent) stampfen, stolpern.
  4. Gestell für Leuchter; Leuchter.
  5. rem publicam.
  6. Tu quidem, invidia, christianum imperium!
  7. fundamentum.
  8. septiformis.
  9. Sane cum
  10. Hds. von
  11. Kleidung (insigniis).
  12. Für die Worte „recht zuo schuren“ keine Vorlage im Original; der ganze Satz ist in der Uebersetzung etwas umgestellt.
  13. „Dis ist geschehin“ vom Uebersetzer der Deutlichkeit wegen hinzugefügt.
  14. Hs. genudit.
  15. ipso facto exnunc prout extunc.
  16. insine iudicio seu invocatione.
  17. rempublicam, s.o. S. 109 A. 3.
  18. hostiles custodias.
  19. später meist: botin.
  20. ita videlicet.
  21. Hds. richtir.
  22. nichilominus.
  23. d. h. der Nürnberger Beschlüsse; unten Cap. 19.
  24. executio.
  25. vero
  26. cum effectu
  27. Hds. von; s. auch S. 109 A. 8.
  28. memoria
  29. quorum presidio dextra imperialis potentie roboratur
  30. Hds. blibin die
  31. Umstellungen gegenüber dem Original.
  32. Im Or. nur: De principibus electoribus in communi.
  33. Im Or.: De comparatione principum electorum ad alios principes communes.
  34. Hds. dem.
  35. deo auctore.
  36. legitimos.
  37. Construction!
  38. successio.
  39. Hds. ampmit.
  40. denique.
  41. Sic! Or. De auri argenti et aliarum specierum mineris.
  42. Sic! Or. De monetis.
  43. a iudieiis extraneis.
  44. Die kaiserliche Interpretation dieses Capitels, welche in dem Böhmischen Exemplar der G. B. zwischen 1366 und 1378 in margine zugefügt worden ist, fehlt in dieser alten Uebersetzung.
  45. a b Hds. hafe.
  46. frequentationem convivii.
  47. generales invitutas.
  48. sic!
  49. permisse.
  50. Hds. dahinter: wurde!
  51. Or. De hiis, quibus ut indignis auferuntur bona feudalia.
  52. libere et realiter.
  53. Hds. rede.
  54. Hds. gegebin.
  55. diffidacione obmissa.
  56. Or. nur: De conspirationibus.
  57. pretextu parentele.
  58. cuiuscunque coloris.
  59. Hds. davor noch: dunt.
  60. corruptela.
  61. fiscus.
  62. Dieser Satz im Or. schon vorher in kürzerer Fassung.
  63. et nichilominus.
  64. contendunt defensare.
  65. non ficte.
  66. Nichilominus hos.
  67. alienos.
  68. cum honore.
  69. rapinas.
  70. Hds. von; vgl. S. 118 A. 1.
  71. fraus.
  72. Hds. ane.
  73. Or. nur: Litera intimationis.
  74. Entsprechend der in Cap. 18 an den Kurfürsten von Brandenburg gerichteten Aufforderung zur Wahl wird in unsrer Uebersetzung (im Or. allgemein gefasst: „Nos ... talis dei gracia etc.“) in dieser Vollmacht der Kurfürst Ludwig d. Römer von Brandenburg († 17. Mai 1365) als Aussteller genannt; der Uebersetzer fingirt hier offenbar den zu seiner Zeit lebenden Kurfürsten von Brandenburg, welcher thatsächlich nie eine solche Vollmacht ausgestellt hat. Hatten wir früher (vgl. S. 128 A. 1) bereits das Jahr 1366 als möglichen Termin für die Abfassung unserer Uebersetzung gefunden, so ergiebt sich nun als Endtermin das erste Drittel des Jahres 1365.
  75. Diese Namen sind fingirt; im Or. stehen dafür je drei Punkte.
  76. sic!
  77. Hds. von; vgl. S. 133 A.3.
  78. quorum virtute.
  79. Hds. … chir.
  80. Hds. von; vgl. S. 135 A. 1.
  81. Hds. asse.
  82. Or.: De ordine processionis prineipum electorum et per quos in-signia deportentur.
  83. Or.: De benedictionibus archiepiscoporum in presentia imperatoris.
  84. Diese Ueberschrift findet sich in keiner der sog. Original-Handschriften der G. B.
  85. Das klein Gedruckte ist ein späterer Zusatz, der als solcher im Kurmainzischen Exemplar kenntlich ist; in den Ausfertigungen für die Kurfürsten von Köln, Trier und der Pfalz fehlt dieser Zusatz, welcher eigentlich vor der Ueberschrift des Cap. 24 stehen müsste, gänzlich.
  86. sive testata sive inteslata.
  87. minus ausuras.
  88. Hds. sie.
  89. ususfructus (Ertrag, Einkünfte).
  90. Die §§ 11 und 12 im Or. umgestellt.
  91. incerta.
  92. In den Or.-Hdss keine Ueberschrift
  93. Hds. noch: irbin.
  94. famosi et notabilis defectus.
  95. In den Or.-Hdss. keine Ueberschrift.
  96. Oben (s.S. 110 A. l) wat
  97. = sumber, Korb; Or. mensura.
  98. sic! später (S. 146) richtig.
  99. S. auch S. 142 A. 2.
  100. Ueberschrift fehlt im Or.
  101. beiten = warten (exspectare).
  102. Diese Ueberschrift (Abgrenzung) fehlt in der Hds.
  103. Hds. XXIX, vgl. A. 2.
  104. Or.: De iuribus officialium, dum principes feuda sua ab imperatore Tel rege Romanorum recipiunt.
  105. Hs. von; vgl. S. 136 A. 1.
  106. Hds. XXX; vgl. S. 145 A. 2.
  107. Ueberschrift fehlt im Or.
  108. sic!
  109. Hds. der paltzgrave.
  110. Hds. XXIV!
  111. ventilantur.