Graz (Ringelnatz)

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Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Graz
Untertitel:
aus: Reisebriefe eines Artisten, S. 105
Herausgeber:
Auflage: 5.–9. Tausend
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1928 (EA 1927)
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Scans auf Commons
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GRAZ


Man hatte mir viel Angst gemacht.
Ich fuhr nach Graz als wie zur Schlacht.
Doch unterwegs – ich kam aus Wien –
Sah ich schon wechselweise

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Berge aus Schnee und Berge grün.

Die reimte ich auf „Reise“
Mir guten Trost. Und wurde kühn:
Der Schnee zerschmilzt, und ein Tag zerschmilzt.
Und Wälder sah ich und Kühe

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Und Wiesen, olivenfarbig befilzt.

Ich sagte mir immer wieder bis Graz:
Gib dir nur trotzdem viel Mühe.
Und kam und tats.
Wenn ich in der Rosenkranzgasse dann

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(Die kennt nur der Eingeborne)

Eine fesche Grazer Verlorne
– nach jener vorerwähnten Schlacht
Am Abend – in der Nacht gewann,
Und beides ganz unstreitig,

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So ward mir solches Siegen

Dadurch sehr leicht gemacht,
Daß sich die Grazer gegenseitig
Meist in den Haaren liegen.