Großmutter und Enkel

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Autor: Hugo von Hofmannsthal
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Titel: Großmutter und Enkel
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 49–50
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1899
Erscheinungsdatum: 1922
Verlag: Insel Verlag
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Jugend (München), 4. Jg., Nr. 35, 26.8.1899
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GROSSMUTTER UND ENKEL


»Ferne ist dein Sinn, dein Fuß
Nur in meiner Tür!«
Woher weißt du's gleich beim Gruß?
»Kind, weil ich es spür.«

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Was? »Wie Sie aus süßer Ruh

Süß durch dich erschrickt.« –
Sonderbar, wie  Sie  hast du
Vor dich hingenickt.

»Einst,...« Nein: jetzt im Augenblick!

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Mich beglückt der Schein –

»Kind, was haucht dein Wort und Blick
Jetzt in mich hinein?

Meine Mädchenzeit voll Glanz
Mit verstohlnem Hauch

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Öffnet mir die Seele ganz!«

Ja, ich spür es auch:

Und ich bin bei dir und bin
Wie auf fremdem Stern:
Ihr und dir mit wachem Sinn

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Schwankend nah und fern!


»Als ich dem Großvater dein
Mich fürs Leben gab,
Trat ich so verwirrt nicht ein
Wie nun in mein Grab.«

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Grab? Was redest du von dem?

Das ist weit von dir!
Sitzest plaudernd und bequem
Mit dem Enkel hier.

Deine Augen frisch und reg,

30
Deine Wangen hell –

»Flog nicht übern kleinen Weg
Etwas schwarz und schnell?«

Etwas ist, das wie ein Traum
Mich Verliebten hält.

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Wie der enge schwüle Raum

Seltsam mich umstellt!

»Fühlst du, was jetzt mich umblitzt
Und mein stockend Herz?
Wenn du bei dem Mädchen sitzt,

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Unter Kuß und Scherz,


Fühl es fort und denk an mich,
Aber ohne Graun:
Denk, wie ich im Sterben glich
Jungen, jungen Fraun.«