Gute Nacht?

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Textdaten
Autor: Kurt Tucholsky
unter dem Pseudonym
Theobald Tiger
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Titel: Gute Nacht?
Untertitel:
aus: Ulk Jahrgang 48. Nummer 5. Seite 14
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 31. Januar 1919
Verlag: Rudolf Mosse
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: UB Heidelberg und Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
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 Gute Nacht?
 Von Theobald Tiger

Gute Nacht, mein Bürger, eiapopei!
Dreh dich nur wieder herum!
Die Wahlen sind nun glücklich vorbei,
vorbei das Spektakulum.

5
     Sie blasen dir schon eine Nachtmusik:

     Und willst du glücklich sein,
     kümmer dich nie mehr um Politik!
 Gute Nacht, mein Kind, schlaf ein!

Sieh, das Blättchen hat sich gewandt,

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zum erstenmal zeigest du Kraft;

dein eigener Wille regiert das Land,
deine eigene Vertreterschaft.
     Vertrau ihr! Mit jenem General
     fielst du zwar mächtig rein.

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     Aber vertraue nur noch einmal –

 und schlaf nie wieder ein!

Draußen klagt der politische Wind.
Du liegst in der Wiege und lutschst.
Du bist mein artiges, mein deutsches Kind,

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so brav, weil du selten putschst.

     Es riß im November dir die Geduld.
     Das soll dir vergeben sein.
     Lauf nicht wieder in den Tumult –
 Schlafe, mein Kind, schlaf ein!

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Kind, ich habe nur Spaß gemacht.

Ich sitze an deiner Wiege
die lange, finstere, deutsche Nacht …
Was wird nach dem Wählersiege?
     Es dämmert. Ist das nun Untergang?

30
     oder Morgenschein?

     Die Weltgeschichte geht ihren Gang –
 Schläfst du wieder ein?