Hohenstaufen

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Textdaten
Autor: Justinus Kerner
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Titel: Hohenstaufen
Untertitel:
aus: Deutscher Dichterwald. Von Justinus Kerner, Friedrich Baron de La Motte Fouqué, Ludwig Uhland und Andern.
S. 93–94
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1813
Verlag: J. F. Heerbrandt’sche Buchhandlung
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Erscheinungsort: Tübingen
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Quelle: Google und Scans auf Commons
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[93]


Hohenstaufen.

An Conz.

Es steht in stiller Dämmerung
Der alte Fels, öd’ und beraubt;
Nachtvogel kreist in trägem Schwung
Wehklagend um sein moosig Haupt.

5
Doch wie der Mond aus Wolken bricht,

Und mit der Sterne klares Heer,
Umströmt den Fels ein seltsam Licht,
Draus bilden sich Gestalten hehr.

Die alte Burg mit Thurm und Thor

10
Erbauet sich aus Wolken klar,

Die alte Linde sproßt empor,
Und Alles wird, wie’s vormals war.

So Harfe wie Trompetenstoß
Ertönt hinab ins grüne Thal,

15
Gezogen kommt auf schwarzem Roß

Rothbart der Held, gekleid’t in Stahl.

Und Philipp und Irene traut,
Sie wall’n zur Linde Hand in Hand;
Ein Vogel singt mit süßem Laut

20
Vom schönen griech’schen Heimatland.

[94]

Und Konradin, an Tugend reich,
Der süße Jüngling, arm, beraubt,
Im Garten steht er stumm und bleich:
Die Lilie neigt ihr traurend Haupt.

25
Doch jetzt verkünd’t aus dunklem Thal

Den bleichen Tag der rothe Hahn,
Da steht der Fels gar öd’ und kahl,
Verschwunden ist die Burg fortan.

An ihrer Stätt’ ein Dornbusch steht,

30
Kalt weht der Morgen auf den Höhn, –

Und wie der Fels, so kalt und öd
Scheint rings das deutsche Land zu stehn.

 Kerner.