Ich sah noch nie ein Augenpaar

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Autor: Harbert Harberts
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Titel: Ich sah noch nie ein Augenpaar
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 80
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1872
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Ich sah noch nie ein Augenpaar.

Ich sah noch nie ein Augenpaar
Wie dein’s, mein Kind, so hell und klar,
So ungetrübt von jedem Weh,
So unergründlich wie die See.

So still auch wie die blaue Fluth,
Die schlummernd dir zu Füßen ruht
Und nur sich leise rauschend regt,
Wenn träumend sie der Wind bewegt,

Das ist noch immer Frühlingswind!
Er weht so lau, er weht so lind,
Doch kommt der Herbst, so schwillt er an
Und wird zum Sturme, zum Orcan.

Die See wird schwarz, die See wird wild,
Des wüsten Lebens treues Bild,
Und wühlt empor, was abgrundtief
In sanfter Ruhe lag und schlief.

Zumeist auch ist es schwarz und wild,
Was aus der Tiefe aufwärts quillt,
Nur selten wirft der Wogen Braus
Muscheln mit blanken Perlen aus. –

O liebes Kind, dein Augenpaar
Schwebt täglich, stündlich in Gefahr;
O wahre seine stille Pracht,
Der Sturm ist da, eh’ du’s gedacht!

Helgoland. Harbert Harberts.