In Betrachtung eines Teppichs

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Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: In Betrachtung eines Teppichs
Untertitel:
aus: Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute
S. 30–31
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1934
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Scans auf Wikisource
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[30]
In Betrachtung eines Teppichs


Schön bist du, obwohl abgetreten,
Viele Füße gingen hin und her
Und kreuz und quer
Über dich. –

5
Bei Tapeten

Kommt das nicht vor (ist zu schwer).

Wechselnd saugen sie an dir, schlagen
Und trampeln dich bei Tag und bei Nacht.

[31]
Und du hast so viel Behagen
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In diese Wohnung gebracht.


Mich interessiert nicht, wer dich gewebt
Hat, wo du geboren bist.
Mich interessiert nur, was in dir lebt. –
Dein Leben ist Zwist.

15
Ich fühle mich selber so ausgerollt

Ein Langeslang beschritten.
Nun das hat mein Schicksal so gewollt.

So wird auch ein Sattel zerritten.
So bleicht auch Farbe. So schrumpft die Wand.

20
Teils leuchtend, teils verschlissen,

Dienst du. –

Hast du – – Hat ein Gegenstand
Wohl ein Gewissen? – ? – ?