In der Seemannsschenke an Hamburgs „Wasserkant“

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Textdaten
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Autor: G. K.
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Titel: In der Seemannsschenke an Hamburgs „Wasserkant“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 340
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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In der Seemannsschenke an Hamburgs „Wasserkant“.
Nach einer Originalzeichnung von E. Limmer.

[340] In der Seemannsschenke an Hamburgs „Waterkant“. (Zu dem Bilde S. 337) Unser Bild führt eine gemütliche Schenke an Hamburgs „Wasserkant“ vor, für deren starken Besuch seit einer Reihe von Menschengeschlechtern die Schätze aus fernen Breiten zeugen, mit denen Wände und Decke geschmückt sind, größtenteils Spenden dankbarer Stammgäste. Hier verkehren Männer aller Grade der seemännischen Stufenleiter. Der Herr in bequemer bürgerlicher Kleidung, der am Tische links im Vordergrunde unseres Bildes sitzt, dürfte der Schiffer selbst sein. Ihm zur Seite der Steuermann mit der weiß-dunkelblauen Mütze erteilt seine Weisungen wegen des „Löschens“ (Entladen des Schiffes) einem ’Ewerführer’, dem Manne mit offener Weste in Hemdsärmeln. Zur Rechten läßt sich der Obermaschinist, das Holzpfeifchen mit „Shag“ oder „Birds Eye“ gefüllt im Munde, vom bisherigen „Jungmann“ (Leichtmatrose) erzählen, daß dieser nunmehr Vollmatrose geworden sei und bald zur Navigationsschule gehen werde, um sich auf die Steuermannsprüfung vorzubereiten, er ist ’betuchter’ Leute Kind, dem die Mittel das gestatten. In der Ecke gegenüber sitzen zwei „Offiziere vorn“, Bootsmann und Zimmermann, umgeben von jungem Volk, dem sie wohl soeben ein Garn gesponnen haben vom Klabautermann und Fliegendem Holländer. Gegenwärtig lauschen sie den Tönen des „Matrosenklaviers“, der Handharmonika, die der greise, halbblinde Jan spielt. An der anderen Seite vor der weißen Blechbüchse mit dem roten Kreuz, zur Aufnahme von Gaben für die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger bestimmt, erzählt der alte frühere Kapitän, der jetzt, wie man in Hamburg sagt, „sein Geld lebt“, von den lohnenderen Frachten und der besseren Stellung des Schiffsführers zu vergangenen Zeiten, und der Lotse mit der Seemannsmütze legt gleichfalls dar, daß es ehedem besser war als jetzt. Der Schiffsmakler zwischen den beiden wirft dann wohl dazwischen, daß die Schiffahrt selbst zum Glück jetzt wieder aufblühe. Daraufhin läßt er auch wohl eine frische Runde kommen für alle Mann, und man stößt an auf das Gedeihen der deutschen Schiffahrt mit seemännischem „Hip, hip Hurra!“
G. K.