Kamerun und Lüderitz-Land

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Titel: Kamerun und Lüderitz-Land
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 40, S. 665, 667–668
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Panorama von Fernando Po, heute Bioko
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[665]
Die Gartenlaube (1884) b 665.jpg

Kamerun und Fernando Po.
Nach Original-Aufnahmen von Dr. Pechuel-Loesche für die „Gartenlaube“ auf Holz gezeichnet von R. Cronau.

[667] Kamerun und Lüderitz-Land. (Mit Illustration S. 665 und Karte S. 667.) Im Anschluß an unsere Artikel über Deutschlands Colonialbestrebungen (vergl. Nr. 37) bringen wir heute zwei Landschaftsbilder aus Kamerun und Fernando Po und eine Kartenskizze des deutschen Besitzes in Südafrika. Während sich das Lüderitz-Land ursprünglich vom Oranjeflusse längs der Küste bis zum 26° südlicher Breite erstreckte, ist nach inzwischen eingetroffenen Nachrichten dieser Besitz bedeutend erweitert worden. Der etwa 120 geographische Meilen lange Küstenstrich vom Oranjefluß bis zu den portugiesischen Colonien von Mossamedes befindet sich jetzt in deutschen Händen, allerdings mit Ausschluß der Walfischbai, welche seiner Zeit von den Engländern annectirt wurde. Auf unserer Karte sind der ursprüngliche Besitz und die neueste Erwerbung besonders markirt.

Die Gartenlaube (1884) b 667.jpg

Kartenskizze des deutschen Besitzes in Südafrika.

Das herrliche Panorama, welches in der Biafrabucht das Kamerungebirge und der Pik von Fernando Po den Augen der Reisenden darbietet, haben wir in unserem Artikel „Kamerun“ (Nr. 37) geschildert, und heute sind wir in der Lage, beide Gebirgslandschaften nach Originalaufnahmen unseres Mitarbeiters, des Afrikareisenden Dr. Pechuel-Loesche, unseren Lesern vorführen zu können. Die höchste Gipfelmasse des Kamerunstockes wird von den Eingeborenen Mongo Ma Lobah, das ist „Göttersberg“, genannt und bildet zwei dicht an einander liegende Krater des ehemaligen Vulcans Kamerun. Während wir am Fuße des Berges der üppigsten tropischen Vegetation begegnen, wird das kahle Haupt des „Götterberges“ oft von Schnee bedeckt, und auf seinen mittleren Höhen herrscht das gesunde Klima unserer gemäßigten Zone. Vom Schiffe aus, welches von Südwesten her kommt, schweift der Blick über die tiefblaue Meeresfläche und trifft zunächst auf die mächtigen, von unserem Standpunkte aus einer langen dunklen Linie vergleichbaren Urwälder, welche die Küstenniederungen bedecken und sich weit landeinwärts bis über die Vorberge, bis zur mittleren Höhe des Götterberges hinanziehen, der sein stolzes Haupt in königlicher Majestät über das Meer [668] und das seine Flanken umlagernde schwere Ballengewölk erhebt. Das kleine Seitenbild zeigt den Clarence Pik auf Fernado Po; im Vordergrunde sehen wir Gummiranken, Palmkerne und mancherlei tropische Gewächse, welche der fruchtbare Boden dieses schönen Eilandes zeitigt.